Vorrede

Hochgeneigter Leser
Wenn der vortreffliche/ nunmehro selige/ Verfertiger gegenwärtiger Poesien in den Gedancken gestanden/ Bücher/ absonderlich Verse zu schreiben/ wäre eine Sache/ die Standes-Personen und Ritters-Leuten mehr nachtheilig als rühmlich fiele/ so hätte die gelehrte Welt dieses/ was ihr itzt vor die Augen geleget wird/ nicht zu erwarten gehabt/ vielweniger würden dessen Freyherrliche Nachkommen es Ihnen vor eine sonderbare Ehre geschätzet haben/ daß Ihres seligsten Herren Vaters gesegnetes Gedächtniß/ wie auf vielfältige andere/ also auch auf diese Art/ bey der späten Nachwelt fortgepflantzet würde. Sie haben aber beyderseits die Sache besser verstanden/ und die Thorheit der Widriggesinnten billich mit Ihrem allen in die Augen leuchtenden Exempel/ kräfftigst widerleget. Massen unser seligster Frey-Hr. von Abschatz fest geglaubet/ die wenigen Neben-Stunden/ da Ihm von seinen hochwichtigen zu Ihrer Käyserl. Majestät Dienst und des Vaterlandes Heil zielenden Verrichtungen/ etwas Athem zu schöpffen erlaubt gewesen/ könten nicht besser/ als mit einer solchen Arbeit hingebracht werden/ die von seiner ausbündigen Gelehrsamkeit und mit selbiger genau verknüpfften Geschickligkeit/ ein gnugsames Zeugniß ablegen möchte. Und ist kein Zweifel/ daß er selbst/ wenn es die Ihm fast angebohrne Bescheidenheit/ vermöge welcher die eigene Geburten allemahl von Ihm mit einem weit schärffern Auge/ als frembde/ angesehen worden/ und sein frühzeitiges Absterben zugelassen hätte/ mit solcher an das Tages-Licht getreten seyn würde. Haben also die Freyherrlichen Erben mit Ausfertigung dieser Gedichte nichts anders gethan/ als was dem Willen Ihres seligen Herrn Vaters gemäß gewesen. Unser Schlesien hat sich billich glücklich zu schätzen/ daß es die schon oben beniemte irrige Meynung/ mit diesem lobwürdigen Beyspiel/ von neuem abweisen und zur Gnüge darthun kan/ daß mit Feder und Papier umzugehen/ oder einen wohlgesezten Vers zu machen/ keine Sache sey/ die denen/ welchen/ wie man ietzt zu reden pflegt/ der Degen angebohren/ zum Schimpff oder Nachtheil gereiche. Wahrhafftig/ wenn Potentaten/ die drey- und vielfache Kronen getragen/ ihre Ergötzligkeit nicht selten in der Poesie gehabt: Wenn in Purpur und mit Fürsten-Hütten prangende hohe Häubter/ wenn streitbare Feld-Herren und durchtriebene Staats-Männer die Hand zu Wercke geleget/ warum solten sich denn Standes-Personen und Edelleute scheuen in so Majestätische und erlauchte Fußstapffen zu treten? Ich wil hier nicht in die alten Zeiten zurücke gehen/ und die Könige aller Tichter/ den heiligen David und seinen Nachfolger den weisesten Salomon aufführen. Ich wil mich auch nicht mit den Provintzialische Troubadours, unter denen Käyser Friedrich der Andere und verschiedene Neapolitanische und Sicilianische Regenten oben an stehen/ auffhalten/ vielweniger mich auff den Frantzösischen König Carl den Neundten beruffen/ welcher nicht allein den Ronsard und andere Poeten hochgehalten/ sondern auch selbst ein artiges Gedichte von der Vogel-Beitze geschrieben/ sondern ich wil nur in das nechst abgelauffene Jahr-Hundert einen Blick werffen/ und aus sehr vielen/ etliche wenige/ die mir gleich in die Augen fallen/ vorstellen. Urbanus der Achte/ Alexander der Siebende/ und Clemens der Neundte konten sich bey den unermäßlichen Sorgen/ mit welchen die Päpstliche Würde begleitet wird/ dennoch so viel abmüßigen/ und die von Ihnen/ bey ruhigen Stunden/ auffgesetzte so Lateinische als Welsche Verse übersehen. Entblödeten sich auch nicht selbige/ so wol unter verdecktem als eigenem Nahmen heraus zu geben. Käyser Ferdinand der Dritte war ein herrlicher Welscher Poet/ und itziger unüberwindlichster Käyser giebt/ wie in andern Künsten und Wissenschafften/ also auch hierinnen dem Glorwürdigsten Herrn Vater gar nichts nach. Carl der Neundte König in Schweden hat seine eigne Lebens-Beschreibung Reimweise verfertiget. Johann Philipp der kluge Churfürst von Mayntz verewigte sich durch eine Teutsche/ Poetische/ nicht übel gerathene Ubersetzung der Davidischen Lob-Gesänge. Ein gleiches thaten in Lateinischer Sprache/ Landgraff Moritz/ in Teutscher aber/ Landgraff Ludwig von Hessen-Cassel und Darmstadt. Ertz-Hertzog Leopold Wilhelm von Oesterreich/ Hertzog Augustus zu Braunschweig und dessen Durchlauchtigste Herren Söhne/ Hertzog Wilhelm von Sachsen-Weimar/ der Cardinal Richelieu, der Aeltere Fürst Montecuculi, Carl Freyherr von Gyllenhielm, oben beniemten Carls des Neundten Schwedischen Königes natürlicher Sohn/ und viel andere Fürsten/ Grafen und Herren/ sonderlich in Spanien/ Welschland/ und Franckreich/ hielten die Poesie vor eine Ihrer edelsten Zeit-Verkürtzungen. In unserm Vaterlande haben sich die von Bibran/ Logau/ Schweinitz Gerstorff/ nebenst mehrern ihres gleichen/ mit ihren Geist- und Weltlichen Gedichten/ einen unsterblichen Nahmen gemacht. Nunmehr gewinnet es fast das Ansehen/ als solte unser Preißwürdigster Freyherr von Abschatz den Reihen schliessen/ weil/ wie sich ietzt leider! die Zeiten anlassen/man die überflüssigen Stunden/ lieber zu andern/ als gelehrten Ergötzligkeiten anwenden will. Weßwegen der geneigte Leser seine Arbeit um so viel höher schätzen/ und wie einen theuren Balsam in Gold und Alabaster verwahren mag. Ich habe nicht nöthig/ mich bey jeglichem dieser Poetischen Wercke absonderlich zu verweile/ doch muß ich von dem getreuen Schäffer mit Wahrheit dieses vermelden/ daß eine durch eben dergleichen Arbeit der Welt gnugsam bekannt gewordene vornehme und hochverständige Person mehr als einmal aufrichtig geurtheilet/ des Freyherrn von Abschatz Pastor Fido wäre vor ein Meisterstück aller Ubersetzungen/ sonderlich in den Chören/ zu halten. Wie Er denn auch/ als er eine lange Zeit/ nur geschrieben/ in den Händen vertrauter Freunde herum gegangen/ und nachmahls/ durch den Abdruck etlicher weniger Copeyen/ nicht viel gemeiner worden/ von allen Liebhabern der Ticht-Kunst solchen Beyfall bekommen/ daß man/ so gar aus dem eusersten Norden/ Nachfrage deswegen gehalten. Welches denn unsern seligen Freyherrn dahin bewogen/ daß er ihn von neuem vor die Hand genommen/ und in einen weit vollkommenern Stand gesetzet. In welchem er sich auch itzt vor die Augen des geneigten Lesers stellen/ und dessen vernünfftiges Urtheil erwarten darff. Wer des Adimari Welsche Sonnette gelesen/ wird sich über dem Nachdruck/ den Ihnen der seel. Frey-Hr. von Abschatz in unsrer Muttersprache eingeflösset/ billich verwundern. Was die übrigen Poesien anbelanget/ so gestehet man gantz gern/ daß unser Höchst- schätzbarer Freyherr von dem seeligen Lohenstein/ mit dem Er Lebenszeit gantz vertraulich umgegangen/ den Tittel der Himel-Schlüssel entlehnet/ sonst aber wird man wohl wenig oder gar nichts geborgtes in selbigen antreffen. Der geneigte Leser bediene sich demnach dieser köstlichen Früchte zu seinem Vergnügen. Solte Ihm aber unterweilen etwas noch herbe oder unvollkommen vorkommen/ so beliebe Er zu erwegen/ daß sie gleichsam von der Hand des Todes allzufrüh abgebrochen/ und also derjenigen Liebligkeit beraubet worden/ die Sie von der lezten Ubersehung des Urhebers erwarten können. Wohl- und rechtgesinnte Gemütter werden diese aus dem Grabe des seligsten Frey-Herrn hervorschiessende Blumen/ niemals durch ein unzeitiges Splitterrichten/ in Dornen oder Nesseln verwandeln; Mißgünstige aber mögen sich vorsehen/ daß sie/ wenn sie etwas derogleichen ins Werck richten wolten/ sich nicht zu erst darein stechen oder verbrennen/ und als denn von unpartheyischen ausgelacht werden dörfften.

Komm Mißgunst/ setze dich auff deinen Schlangen-Thron/
Bring alle Furien aus Platons Sitz zusammen/
Spey Nebel/ Rauch und Dampff und ungeheure Flammen
Mit Gall und Wermut aus. Verknüpffe Schimpff und Hohn.
Schütt‘ auff den Purpur-Rock der Musen Gifft und Geiffer/
Du richtest doch nichts aus mit deinem tollen Eyffer.

Bedränge den Parnaß/ und greiff den Lorber-Hayn
Des schönen Helicons mit den verwegnen Schaaren
Der frechen Thorheit an. Was Kunst und Witz bewahren/
Das wird vor dieser Wutt mehr als zu sicher seyn.
Und solter gleich den Schwarm ein kühner (a) Faber führen/
Doch werden sie umsonst so Fäust‘ als Armen rühren.
Die Edle Pöesie/ verlacht die Barbarey:
Was sich auff ihren Fall und Untergang verschworen/
Hat bey der klugen Welt längst den Credit verlohren;
Die Krafft des Himmels steht dem theuren Pindus bey.
An seinem starcken Wall und fest gebauten Thürmen
Muß sich Enceladus umsonst zu Tode stürmen.

Vornehmlich wenn der Stand und Adel Ihn beschüzt/
Wenn sich die Ritterschafft zu seinem Vortheil rüstet/
So wird ein Goliath/ wie hefftig er sich brüstet/
Im Augenblick gestürzt. Was von den Höhen blizt,
Das schreckt durch einen Schall der sonderbaren Lieder
Die ungeheure Brutt der groben Midas-Brüder.

Dergleichen stellt uns izt der Herr von Abschatz vor:
Der Abschatz/ der den Preiß der Pierinnen mehret/
Der Abschatz/ den man auch selbst in der Grufft verehret/
Weil ihn die Wissenschafft zu ihrem Trost erkohr.
Sein goldner Wappen-Schild beschirmt die Reih der Tichter
Vor allem Uberfall der schnöden Splitter-Richter.

Beglücktes Schlesien! verehre diesen Glantz/
Der dir izt wiederum von neuem auffgegangen;
Vor diesem kontestu mit einem Bibran prangen.
Manch Logau zierte Dich mit einem Lorber-Krantz.
Ein Schweinitz und noch mehr Hochedelste Poeten
Erhoben deinen Ruhm mit silbernen Trompeten.

Izt hat Dein Abschatz Dir was sonders beygelegt/
Der sich in alle Pracht Italiens gekleidet/
Dein Abschatz/ welcher sich mit dieser Kost geweidet/
Die Rom und Grichenland auff seine Taffeln trägt.
Was Guarini singt und Adimari schreibet/
Hat die geschickte Hand den Teutschen ein verleibet.

Man spüret auch zugleich die reine Frömmigkeit/
Und die verbundne Treu/ die vor des Käysers Glücke
Viel heisse Wünsche thut. Die keuschen Liebes-Blicke
Sind hier von aller Glutt der Uppigkeit befreyt.
Mit kurtzem; was als nett und ungemein zu preisen
Das kan uns dieses Buch des Helden-Tichters weisen.

Nun Fürst der Künste komm/ und lege/ was dich ziert/
Den Lorber und das Spiel der wohlgestimmten Saiten
Mit gutem Willen hin. Es wird zu unsern Zeiten
Ein neues Regiment im Pindus auffgeführt.
Dein abgenüzter Schmuck und Zepter muß veralten:
Denn Abschatz soll das Reich der Poesie verwalten.

Christian Gryphius


Anemons und Adonis Blumen

Viel von verliebtem Wesen schreiben stehet weder auff ernstere Dinge sinnenden Gemüttern/ noch reifferen Jahren an; Der Ticht-Kunst aber gar keine Feder aus den Flügeln des schon zum deutschen Bürger-Recht zugelassenen und bekandten Cupido vergönnen/ ist so viel als ihr ein Theil ihrer Schwing-Federn ausrupffen oder verschneiden. Zucker und Saltz haben wohl gleiche Farbe/ doch gantz unterschiedenen Geschmack: Beyde wollen mit gewisser maße gebraucht/ und nicht Eines für das Andere vergriffen werden. Die mit allzuvielem Venus-Saltz marinirten Speisen einiger Welschen stehen der deutschen Mund-Art/ welche die Reinligkeit liebet/ und der Schamhafftigkeit unsers Frauenzimmers/ welches bey zugelassener mehreren Freyheit weniger auff Geheimnisse und Räthsel der Liebe nachzusinnen/ und mit Gedancken zu wuchern Anlaß nimmt/ gar wenig an/ unerachtet es Opiz und andere etwas fremden Zucker aus Virginien mit unter zu kosten angewehnet haben. Diesen ist mit maße nachgefolget/ und allhier ein und anderes Blatt mit dergleichen Zeuge gefüllet worden. Wer mit ausländischen Poeten bekant/ wird gar leichte finden/ wo ihre/ oder eigene Gedancken und Worte ausgedrücket seyn. Wie denn auch manchmahl nicht für sich/ sondern für einen gutten Freund geschrieben worden; zum wenigsten wird sich zeigen/ daß man sich in eitlen und schlipffrigen Sachen nicht sinnreich zu erscheinen gezwungen/ noch mit vielem Nachdenken den Kopff zerbrochen habe.


Himmelschlüssel oder Geistliche Gedichte

Es ist bey der itzigen sinnreichen und neugierigen Welt die Sprach- nicht weniger als die Blumen-Kunst auff das Höchste gestiegen. Der seines lobwürdigen Zweckes wegen hoch-preißbare Palmen-Orden hat die vornehmsten Gewächse dieser und der neuen Welt untersuchet/ und in seinen Garten versetzet. Was selbige vor Frucht getragen/ lieget an offenem Tage. Man muß bekennen/ daß durch Anleitung seiner Mit-Glieder und Nachfolge vieler andern es dahin kommen/ daß alle Länder und alle Zungen unser Teutschland bereichert haben. Die Kunst oder Bemühung hat sich/ die Natur selbsten zu übertreffen/ bearbeitet/ und was in fremdem Boden gewachsen/ dem Teutschen erblich machen wollen/ wiewohl mit ungleichem Fortkommen/ indem ein Theil darvon in der ersten Blüte ersticket ist/ ein Theil auff dem fremden Stocke Geruch und Farbe verlohren/ das meiste dennoch wohl geblühet und gefruchtet hat.
Allhier zeigen sich auch einige theils inntheils ausländische Gewächse von unterschiedener Gattung/ gleichwie in einem Garten nicht nur hohe Bäume und prächtige Stauden/ sondern auch niedrige Violen und kriechende Demutt angetroffen werden. Rüchen viele hiervon noch nach der ungereinigten Lufft des ersten Frühlings/ so ist man ja gewohnet/ zu selbiger Zeit mit schlechten Blumen für lieb zu nehmen/ und findet hernach die andern desto angenehmer. Die Himmel- Schlüssel (Primulæ Veris) stehen billich voran. Der Herr des Himmels gebe/ daß wir alle den rechten Himmels-Schlüssel finden und ergreiffen.

Tauff- und Pathen-Wünsche

  1. Jesu Christi Blutt allein
  2. Wenn Wasser durch das Wort des Herren wird geweyht
  3. Du grüssest diese Welt zu naher Oster-Zeit
  4. Rühmt heisser Brunnen Nutz und saurer Quellen Krafft
  5. Du bist das zehnde Pfand von Gottes mildem Segen
  6. Wusch dir das erste Bad den zarten Cörper rein
  7. Des Menschen Hertze lebt im Blut
  8. Des Leibes schnöden Koth pflegt Wasser abzubaden
  9. Uns hält zu dieser Zeit der Hitze Last beladen
  10. Uns pflegt, wenn wir zu erst das Tage-Licht erblicken
  11. Du begrüssest diese Welt in der Erb-Schuld schwartzem Kleide
  12. Der Mehl-Thau fremder Schuld klebt allen Früchten an
  13. Wenn Gottes strenger Zorn ob angeerbten Sünden
  14. Der Tauffe Flutt befreyet aller Flecken
  15. Des Sohnes Gottes Blutt macht rein von allen Sünden
  16. Wohl, Pathe, dir, denn dich befreyt das neue Jahr
  17. Mein Pathe, freue dich: Denn deines Schöpffers Huld
  18. Der Tauffe Flutt
  19. Des Christenthumes Grund
  20. Mit dir tritt in das Hauß ein doppelt Segen ein
  21. Grosse Flutten bringen Schaden
  22. Geht Gottes Huld vorher, so folgen seine Gaben
  23. Der Tag Beständigkeit legt dir den gutten Grund
  24. Mein Encklin, auff die Welt kommst du befleckt mit Schuld
  25. Wie viel euer seyn getaufft
  26. Was Adam hat befleckt, macht Christus hell und rein
  27. Der Unschuld Christi Kleid, mein Pathe, legst du an
  28. Du grüssest diese Welt zum Anfang rauher Zeit
  29. Gott, der dich lieben Sohn den Eltern hat gegeben
  1. Seel Ewig, es ist Zeit von hinnen zu gedencken (Seelen-Ermunterung)
  2. Die betrübte Zeit bricht an (Sterben ist nicht Rosenbrechen)
  3. Mein Mund ist zugethan (Gedult und Hoffnung)
  4. Wie bitter bistu herber Tod (O Tod, wie bitter bist du!)
  5. Ich soll nunmehr die Schrecken-reiche Bahn
  6. Freue dich, bekränckte Seele
  7. Herr, die Stund ist angebrochen
  8. Nun hab ich überwunden
  9. Was hab ich hier vor mir? Diß ist mein leztes Hauß (Sarch-Gedancken)
  10. Mein Vater, liebster Gott, die Zeit kommt bald herbey (Fidei-Commissarischer lezter Wille)

Sonntags- und Fest-Gedancken

  1. Sey freudig Israel, dein König kömmt zu dir (Sonntags- und Fest-Gedancken)
  2. Laß immerhin die Welt ihr eitles Netze flicken
  3. Herr laß mich würdig seyn für deinem Stuhl zu stehn
  4. Laß mich nicht falschen Sinn und weiche Kleider tragen
  5. Halt nicht zu viel von dir, bekenne rund und frey
  6. Du wirst das schwache Rohr des Glaubens nicht zu brechen
  7. Freude wird der gantzen Welt von dem Engel angetragen
  8. Gott lockt mich offtermahls gleich einer treuen Henne
  9. Ich liebe dich, o Gott, doch hilff, daß ich mein Lieben
  10. Du Fleischgewordnes Wort, wohn auch in meinem Hertzen
  11. Du wilt, O Herr, den Schnitt des scharffen Messers leyden
  12. Du fleuchst, o zartes Kind; Ach, fleuch doch nicht von mir
  13. Ich kan zwar Drey und Eins mit Sinnen nicht begreiffen
  14. Laß mich des Glaubens Gold der Andacht Weyhrauch bringen
  15. Entzeuch dich nicht von mir: Ich suche dich mit Schmertzen
  16. Mein Wasser-Krug ist voll (vom Weine nicht) vom Weinen
  17. Was machstu blinder Saul! Es geht dir, wie uns allen;
  18. Gicht, Aussatz plagen uns: Arzt mach uns heil und rein
  19. Du opfferst, reines Lamm, für dich zwey reine Tauben
  20. Es wollen Well und Sturm das lecke Schiff versencken
  21. Viel Unkraut wächst bey mir! Herr, laß mich fleißig jäten
  22. Ich bin in deinem Dienst gar spät und träg‘ erschienen
  23. Der Saamen ist wohl gutt der Acker ist geringe
  24. Ich komme, weil du ruffst, mühselig und beladen
  25. Zum Leyden gehst du Herr, und heilest einen Blinden
  26. Du fastest grosser Gott den Apffel-Biß zu büssen
  27. Verkläret wirstu Herr: Ach möchte mirs geschehen
  28. Gedencke mein, o Gott, nach deiner grossen Gütte
  29. Laß mich mein Hertzens-Hauß so schmücken und bequemen
  30. Du kanst mit wenig Brod ein grosses Volck verpflegen
  31. Herr, ewig vor der Zeit und in der Zeit gebohren
  32. Was ist diß für ein Gruß? für Mutter zu erkennen
  33. Ach Herr, zeuch bey mir ein, laß mich die Palmen weyhen
  34. Ich borgte, du bezahlst, ich reizte, du versühnst
  35. Weg bange Grabes-Furcht! mein Jesus liegt im Grabe
  36. Muß ich nach Emauß offt betrübtes Geistes wallen
  37. Laß mich den Honigseim des süssen Trostes schmecken
  38. Du edler Friedens-Fürst, gieb Fried in Geist und Sinnen
  39. Ich will dich lieber Herr zum treuen Hirten wehlen
  40. Ein Kleines soll ich dich, mein Licht, zu sehn entrathen.
  41. Ich bin ein schwacher Mensch, geneigt zu Fall und Gleiten
  42. Du lehrest uns getrost zu deinem Vater treten
  43. Du fährest in die Höh, ich bleib auff Erden kleben
  44. Den Tröster wilt du uns an deine Stelle senden
  45. Auff Erden will ich nur als wie in Mietung leben
  46. Wir Menschen sind wohl schwach an Gottes Wort zu dencken
  47. Du eingebohrner Sohn bist mir zum Heyl geschenckt
  48. Laß mich zur rechten Thür in deinen Schaffstall gehn
  49. Komm edler Himmels-Wind, und blaß in meinem Hertzen
  50. Herr, laß fünff Brüder mich (die Sinnen) nicht bethören
  51. Das Abendmahl ist groß, und diß nicht zu versäumen
  52. Dein Schaaff verirret sich, Herr, hol es wieder ein
  53. Wie du barmhertzig bist, so laß michs auch geniessen
  54. Es scheinet uns nunmehr der Auffgang aus der Höhe
  55. Ich bin zwar Sünden-voll, doch wiltu bey mir bleiben
  56. Ist auff den Felß des Heyls mein Glaubens-Hauß gegründet/
  57. Wohl dem, der sich mit Gott im Glauben kan verbinden
  58. Weil Unversöhnligkeit und Rach‘ uns selbst verletzen
  59. Trau Gott und sey vergnügt, was dir ie mag begegnen
  60. Laß mich des Glaubens Traub‘ und guter Wercke Feigen
  61. Will deine Gnade nicht für Hundert Funffzig schreiben
  62. Ach Hertz, die Gnaden-Zeit ist mir vorlängst erschienen
  63. Ich klage daß mein Thun und Fromm-seyn wenig tauge
  64. Zum Gutten bin ich stumm und gantz verschloßner Ohren
  65. Im Jericho der Welt empfieng ich tieffe Wunden
  66. Voll Aussatz ist die Seel und heischer ist der Mund
  67. Weg schnöder Mammons-Dienst, weg trübe Nahrungs-Sorgen
  68. Kein Ort verjagt den Tod, es schützen keine Jahre
  69. Laß mich, o Himmels-Herr, nur in den Himmel ein
  70. Wer selber sich erhöht, der soll erniedrigt werden
  71. Du bist der Krancken Arzt, und nimmst die Sünder an
  72. Ach, daß ich Davids Sohn und Herren hertzlich liebte
  73. Reizt Auge, Fuß und Hand durch Aergernis zu Sünden
  74. Wenn du mir, Gott, die Sünd aus Gnaden hast vergeben
  75. Herr schencke mir das Kleid, das mir zur Hochzeit fehlt
  76. Das Creutze führt zu Gott, drum will ichs willig küssen
  77. Ach Höchster, lehre mich dem Schuldner zu verzeyhen
  78. Dein Zinß-Mann bin ich, Herr! laß mich ein Christlich Leben
  79. Getümmel gutte Nacht, ich will mich schlaffen legen
  80. Wie groß die Seelen-Noth und Angst des Leibes sey
  81. Wenn über alle Welt wird dein Gericht ergehen
  82. Der Schlaff berennet mich, das Glaubens-Oel will schwinden
  1. Mit Weinen legt ich hin das erste Lebens-Jahr (Betrachtung funffzig-jährigen Lebens-Lauffs)
  2. Ad mortem firmo gressu perrexit Agagus
  3. Beschicke dein Hauß, die Boten erscheinen (Todes-Post zu dreyen Stimmen)
  4. Des Leydens Maaß ist voll, mein Heyland ist erblichen!
  5. Laßt Solyms Mauren

Glückwünschungen an Gekrönte und Erlauchte Häubter


Leichen- und Ehren-Gedichte

Leichen-Gedichte

  1. Fliesst nasse Thränen, fliesst auff Wangen und Papier/ (Auff den Tod Hertzog George Wilhelms, lezten Piastischen Fürstens zu Lignitz, Brig und Wolau)
  2. Das eintzele Grab zweyer Verliebten zu Lyon
  3. Ich, zweyer Väter Sohn, ein Wahlkind fremder Gütte (Klage über den tödtlichen Hintritt Herrn George Friderichs von Abschatz, Königl. Mann-Recht-Sitzers und Landes-Eltisten des Fürstenthums Breßlau)
  4. Dich solt ich, Edler Geist, und deiner Tugend Gaben/ (Auff das selige Absterben Frauen Anna Magdalena Abschatzin gebohrner Reibnitzin)
  5. Zwey Dinge sind, die sich im Grabe nicht begraben (Herrn Wolff Caspars von Hund, Röm. Käyserl. Majest. wohl-verdienten Hauptmanns, und des Fürstenthums Lignitz Landes-Eltistens)
  6. Ein Ausbund aller Frömmigkeit (Frauen Eva von Nimtschin gebohrner von Kottwitzin)
  7. Hier liegt ein Rittersmann, den Schlesien gebahr (Herrn Heinrichs von Schweinitz, Chur-Fürstl. Durchlaucht. zu Sachsen Obrist-Lieutenants)
  8. VIATOR
  9. Was nuzt die Tapfferkeit, was hilfft der freye Mutt (Herrn Hanns Friderichs von Schweinitz, Chur-Fürstl. Sächß. Obrist-Lieutenants)
  10. Auffrecht, ohne falschen Schein
  11. Stemmata quid faciunt? (Uberschrifften zu einer Grufft)
  12. Quod insitum (Uberschrifften auff eine mit Quater-Steinen gepflasterte Grab-Stätte)
  13. Ex fluctibus robur & decus (Andere Uberschrifften)
  14. Dein Sincken zieht mich
  15. Von irdischer Klufft
  16. Aus Tugend, gleich Felsen, entsprist
  17. Sturm und Wolcke bricht
  18. In allen versucht
  19. Hier liegt ein edler Zweig, in Knospen ausgeblüht
  20. Was für der Zeit verwelckt, grünt wieder mit der Zeit (Ante Diem. In Dies. Cum DEO & Die.)
  21. Die Sonne weiset mir den Weg zur finstern Grufft
  22. Mein junges Leben schien kaum in der Blütte seyn
  23. Die Stunde, die zu erst das schwache Leben gab (Prima quæ vitam dedit hora carpsit.)
  24. Hier ruhst du graues Haubt und schläffst nach langem Wachen (Ehren-Gedächtniß Herrn Christoph Fibings)
  25. Mein Freund, des Herren Hand hat ihn wohl harte troffen (Trost-Schreiben an Herrn Friderich Ortlob, weit-berühmten Doctorem Medicinæ und Breßlauischen Physicum)
  26. Nahmen, Eltern, Vaterland/ (Grabschrifft aus dem Ausonio)

Ehren-Gedichte

  1. Was ist der kurtze Ruff, der mit ins Grab versinckt (Zu Herrn Daniel Caspars von Lohenstein Deutschem Arminius)
  2. Hör spate Nach-Welt an, was dir von Alten Helden (Ißbrands Barden-Lieder/ in der Drachen-Insel zwischen der Oder und Bartsch in der weit-berühmten schönen Eiche gefunden/ und nach itziger Mund-Art verbessert)
  3. Hört, Helden-Söhne (Deutscher Ehren-Preiß)
  4. Mein Deutschland! mercke wohl, was ich dir mit Verdruß/ (Alrunens Warnung an Deutschland)
  5. Nun ist es Zeit zu wachen (Eisen-Hüttel)
  6. Est vetus hoc verbum: Numero Deus impare gaudet (In recens natum Perillustri domui septimum filium)

Schertz-Grabschrifften

  1. Wind-Fänger, Steige-Dach, Teich-Meßer, Enten-Fechter/ (Bellhumor im Garten begraben)
  2. Hier liegt ein strenger Katzen-Feind, ein schlauer Hasen-Fänger (Dachses Grabschrifft)
  3. Des Jägers Hoffnung ist nun todt, als sie schloß ihr bejahrtes Leben/ (Sperantzens Grabschrifft)
  4. Es will der stoltze Mensch ein Grab von Ertz und Marmol haben (Uber Sperantzens und Dachses Tod)
  5. Mein Leser, unter diesem Steine (Eines Englischen Hundes)
  6. Nachdem das Lebens-Oel in heißer Glutt verzehret (Rodomonds Testament)
  7. Wie schade, daß ich hier nunmehr darnieder liege! (Der edle Schecken)
  8. Schau Wandersmann, hier lieget deines gleichen
  9. Hier find ich Ruh und Grab, ein Phönix meiner Art (Grabschrifft eines sehr zahmen und artigen Lach-Täubers)

Vermischte Gedichte

Uberschrifften und Sinn-Gedichte

  1. Ich bin der Hercules, dem Himmel, Hölle, Welt (Hercules Bildnis)
  2. Geht diesen Käyser an, der Liebsten Haar zu zählen (Nerons Bildnis)
  3. Der so viel Feinde war gewohnt zu überwinden (Simson)
  4. Gemeines Sprüchwort schäzt den Mann aus seinem Gange (Unterschied der Sprachen und Gemütter)
  5. Du wirst zwar Jungfrau noch, doch zweiffelhafft genennt
  6. Es lies um ihren Mann Manuholde Thränen flüssen
  7. Der Wirbel träget Gold und Ertz der rothe Bart
  8. Liegt nicht bey iedem Hauß ein wachsam Hund an Ketten
  9. Es hat des Höchsten Mund dem Menschen anbefohlen
  10. Du billst nach Hundes-Art und schmeichelst wie ein Hund
  11. Es kan dein gantzer Leib die Ele kaum erreichen
  12. Dein Arm will meinen Leib, dein Mund mein Hertz umschlüssen
  13. Wann dein beredter Mund sich einmahl auffgethan
  14. Dein grosses Geld und Gutt halff dir Filinden freyen
  15. Der Schleiffstein schärffet nicht, man muß ihn vor begüssen;
  16. Der Wetzstein machet scharff, thut selber keinen Schaden
  17. Der Jungfrau-Nahme will den Jungen nur gebühren
  18. Wer dich und die Nessel schont
  19. Wie vielen hat der Wein das Leben abgestohlen
  20. Weinholden sollen wir zur Zahl der Weisen lesen
  21. Wer ihm zum Ziel den Grund der Gläser vorgenommen
  22. Die Handschuh sollen noch Zibeth und Bisam schmecken
  23. Ihr Alchymisten last eur Geld in Rauch verspringen
  24. Es läst ihm Pollio viel schöne Wagen mahlen
  25. Manvarten wolte man mit Handschuh nächst begaben
  26. Du hast dein eitles Haubt mit Balsam angefeucht
  27. Ist einem Raben nicht ein Heuchler zu vergleichen?
  28. Wo der Mund zuviel gethan (Auff das Schröpffen)
  29. Theuer Brodt, gesteigert Saltz, hohe Steuer, fallend Geld
  30. Unnoth ists, daß man izt nach viel Verkleidung frage (Fastnacht)
  31. Zwar heute zieht die Welt viel falsche Kleider an
  32. Verdecke das Gesicht, verändre Bart und Haar
  33. Nimphe, schafft den Spiegel ab, welcher euch forthin verkennt
  34. Nimphen, eure kluge Brust
  35. Die Jungen bestänckt (Sprüchwörter)

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