Lyrik

Ballade, Elegie, Epigramm, Ghasel, Haiku, Hymne, Lied, Ode, Ritornell, Sonett, Villanelle
Anagramm, Lipogramm, Palindrom, Akrostichon, Bildreihengedicht, Rollengedicht

Hans Aßmann von Abschatz (1646-1699)

Uberschrifften auff eine mit Quater-Steinen gepflasterte Grab-Stätte

Der erste Stein bildet einen Florentinischen von Natur mosirten Stein/ mit den Worten:
Quod insitum.
Die angebohrne Zier.

Der andere/ einen halb rauhen/ halb polirten Marmor/ unter der Uberschrifft:
Dum poliar.
Bricht voller Glantz herfür.

Der dritte/ einen gevierdten Eckstein/ mit der Beyrede:
Basis est pietas.
Die Frömmigkeit der Grund.

Der vierdte/ ein Porphyr/ mit der Umschrifft:
Non pondere sed pretio.
Die Gütte nicht das Pfund.

Der fünffte/ einen mit einem ausgehauenen Lorber- Krantz gezierten Stein/ mit den Beyworten:
Quod lædit ornat.
Mich zieret Wund und Streich.

Der sechste/ einen würffelichten Quaderstein/ mit der Beyschrifft:
Semper idem.
Ich bin mir immer gleich.

Die Staffel/ damit sich die Ruhstätte erhöhet/ bezeichnet ein Jaspis in einen Ring gefaßt/ mit dem Beysatze:
A pulvere decus accedet.
Ich werd ein Edelstein
In Gottes Händen seyn.