Lyrik

Ballade, Elegie, Epigramm, Ghasel, Haiku, Hymne, Lied, Ode, Ritornell, Sonett, Villanelle
Anagramm, Lipogramm, Palindrom, Akrostichon, Bildreihengedicht, Rollengedicht

Hans Aßmann von Abschatz (1646-1699)

Seel-Ewig/ laß der Welt ihr Schwärmen/ Hüpffen/ Geigen/
Du solt in stillem Geist mit mir den Oel-Berg steigen.
Laß jen' auff Rosen gehn/ tritt die bedornte Bahn.
Sie eilen unterwerts/ wir klimmen Himmel an.

Was irrdisch ist gesinnt /gedenckt auff lauter Freuden/
Und dein Erlöser sagt von nichts als lauter Leyden.
Gieb jene willig auff/ und folge diesem nach/
Es führt kein ander Weg ins Himmels Lust-Gemach.

Wenn Füllerey und Tantz das blinde Volck erhitzen/
So schau du voller Blut den Lebens-Fürsten schwitzen.
(Des Höchsten Zorn-Kelch ist ihm voll geschencket ein/)
Was kan dir lieblicher als diese Tropffen seyn.

Es jauchzt der nasse Mund mit üppigem Gethöne;
Dein Heyland seuffzt/ damit er Gottes Grimm versöhne;
Man bringt die lange Nacht in schnöder Kurtzweil zu/
Dein Jesus hat für Angst und Feinden keine Ruh.
Es dient ein fremdes Kleid Gelächter zu erwecken/
Dein Jesus ließ sich auch mit fremden Lumpen decken/
Sein Unschuld und Verdienst sey deiner Blösse Kleid/
Und bringe dich geschmückt ins Reich der Ewigkeit!