Lyrik

Ballade, Elegie, Epigramm, Ghasel, Haiku, Hymne, Lied, Ode, Ritornell, Sonett, Villanelle
Anagramm, Lipogramm, Palindrom, Akrostichon, Bildreihengedicht, Rollengedicht

Hans Aßmann von Abschatz (1646-1699)

Mein Vergnügen will verderben/
Meine Freude wird zur Pein/
Meine Hoffnung muß ersterben/
Doch will ich beständig seyn.

Alle Lust hab ich begeben/
Doch will mir kein Wechsel ein:
Muß ich unglückselig leben/
Will ich doch beständig seyn.

Die beflammte Sonnen-Kertze
Pflegt zu ändern ihren Schein/
Aber mein getreues Hertze
Kan nichts als beständig seyn.

Was wir sehn und dencken künnen
Sehet steten Wechsel ein;
Aber meine treue Sinnen
Können nie verändert seyn.

Solte gleich die Erde brechen
Und der Himmel sincken ein/
Würd ich doch mit Freuden sprechen
Daß ich will beständig seyn.

Ob mich Glück und Himmel hassen/
Bleibet doch die Seele rein;
Müst ich Geist und Leben lassen/
Will ich doch beständig seyn.