Lyrik

Hans Aßmann von Abschatz (1646-1699)

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Poetische Werke [84]

Wie lange wilt du noch mit deinen Sternen prangen?
Wie lange soll mir noch der Mond verdrüßlich seyn?
Zeuch/ bitt ich/ braune Nacht den tuncklen Schatten ein:
Mich könt/ und wärestu ein Jahr/ nicht mehr verlangen.
Die/ welche meinen Geist vor langer Zeit gefangen/
Die/ welche mehr bezwingt/ um Hülff und Trost zu schreyn/
Als des Cupido Pfeil durch ihrer Augen Schein
Soll mir zu einem Kuß erlauben ihre Wangen.
Hat sie nicht gestern mir beym Scheiden zugesagt
Mit ihrer Marmol-Hand/ so bald es wieder tagt/
So soll ich meinen Wunsch von ihr erfüllet finden?
Doch/ was verlier ich Zeit? Du weist von Gnade nicht:
Nacht/ ich geh ungesäumt zu meiner Roselinden:
Ihr Auge machet dir zu Trotze Tag und Licht.

II. Anemons und Adonis Blumen 84

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