• Hans Aßmann von Abschatz (1646-1699)

  • Uber zwey Spiegel

    Ich kan dir nichts als Glaß/ mein Kind/ für dißmahl schencken/
    Doch hab ich auch dabey mein sonderlich Bedencken.
    Das weiße Silber ist ein Bild der reinen Treue/
    Die sich bey mir und dir von Jahr zu Jahr verneue.
    Betrügt zu Zeiten gleich ein glattes Spiegel-Eiß/
    Genung/ daß unser Sinn von keiner Falschheit weiß.
    Ein Spiegel ist das Hertz/ in welchem widerscheinet
    Was sein vertrautes Hertz in Lieb und Treue meynet.
    Ein Spiegel fängt durch Kunst von andern Licht und Flammen/
    Dein Auge knüpfft mein Hertz/ das deine meins zusammen.
    Dergleichen Sinnen Bild sind Spiegel gleicher Art.
    Gott halte sie und uns noch lange Zeit gepaart.

    VIII. Vermischte Gedichte 86
  • Hans Aßmann von Abschatz
    LYRIK - operone