Lyrik

Ballade, Elegie, Epigramm, Ghasel, Haiku, Hymne, Lied, Ode, Ritornell, Sonett, Villanelle
Anagramm, Lipogramm, Palindrom, Akrostichon, Bildreihengedicht, Rollengedicht

Hans Aßmann von Abschatz (1646-1699)

Der Sommer endet sich/ die warmen Tag entfliehen/
Die Frücht und Blumen sieht man fallen und verblühen;
Hier aber findet sich ein neuer Sommer ein;
Der neu-gebohrne Sohn kan dessen Zeuge seyn.
Mein treuer Wunsch bekleibt: der Sommer wird gerathen/
Der lange Tag blickt vor durch seiner Kindheit Schaten/
Durch Himmels-Glantz bestrahlt/ gepflegt durch gutte Zucht/
Erwächst/ geräth und reifft die zarte Sommer-Frucht/
Sie wird des Sommers Art mit wohlgediegnen Zweigen/
Mit Blütte voll Geruch/ mit Frucht voll Safftes zeigen/
Der Eltern Sommer-Lust wird seyn diß Sommer-Kind:
Wenn sich des Haubtes Schnee/ der Jahre Winter find.
Wird sie zuweilen gleich der Sonnen Hitze drücken/
Muß sie zu seiner Zeit die Hand des Gärtners pflücken/
So wird sie doch dadurch nur an den Ort gebracht
Wo sie kein Reiff verlezt/ und steter Sommer lacht.