• Hans Aßmann von Abschatz (1646-1699)

  • Uber die Worte: Ach Gott/ wie theuer ist deine Güte/ daß Menschen wohnen unter dem Schatten deiner Flügel

    Gott/ wie theur ist deine Gütte/
    Daß der Menschen schwache Schaar/
    Als in einer sichern Hütte/
    Frey von Plagen und Gefahr/
    Von betrübter Angst verschont
    Unter deinen Flügeln wohnt.

    Ach wie theur ist deine Gütte/
    Die uns Geist und Athem schenckt/
    Ziert an Gliedern und Gemütte/
    Stets auff unser Wohlseyn denckt.
    Die uns/ weil wir in der Welt/
    Trägt/ verpflegt und unterhält.

    Ach wie theur ist deine Gütte/
    Die uns unermüdet liebt/
    Die uns über unsre Bitte/
    Leibs- und Seelen-Gütter giebt/
    Die uns warnet/die uns führt/
    Die man täglich neu verspürt.

    Unter deinem Gnaden-Schirme
    Leben wir in sichrer Ruh/
    Wenn des rauhen Unglücks-Stürme
    Noch so hefftig dringen zu/
    Satans List/ der Feinde Macht
    Schadt uns nicht bey deiner Wacht.

    Wie ist deine Gütte theuer/
    Wenn dein Blitz und Donner dräut/
    Wenn ein unvermuttes Feuer
    Tausend Funcken um sich streut/
    Löschest du sie selber aus/
    Und beschirmst uns Hoff und Hauß.

    Grosser Gott/ in solche Gütte
    Laß uns stets befohlen seyn/
    Segne ferner und behütte
    Was wir durch dich sammlen ein/
    Segne uns an Leib und Geist/
    Biß dich beydes ewig preist.

    III. Himmelschlüssel oder Geistliche Gedichte 68
  • Hans Aßmann von Abschatz
    LYRIK - operone