• Hans Aßmann von Abschatz (1646-1699)

  • Der alte Teutsche trug die Kinder an den Rhein/
    Es solte dieses Bad der Unschuld Probe seyn.
    Wir haben allesammt ein heilsam Bad von nöthen/
    Wenn uns die Erb-Schuld nicht erröthen soll und tödten.

    Allein/ es ist hierzu kein schlechtes Wasser gutt/
    Der Rhein macht keinen rein/ die stärckste Wasser-Flutt
    Wäscht keinen Flecken ab/ der an der Seele klebet/
    Wenn aber Gottes Geist ob Jordans Strome schwebet/

    Wenn er mit Wunder-Krafft den Teich Betheßda rührt/
    Wenn der Erlöser uns zu einem Brunnen führt/
    Durch Geist und Wort geweyht/ so ist ein Bach zu finden/
    In dem man sauber wird von allem Koth der Sünden.

    Die Quelle macht dich auch/ geliebte Seele/ rein/
    Und wird dir Lebenslang der Unschuld Zeugniß seyn;
    Sie bring' an Leib und Seel erwünschtes Wohlgedeyn/
    Und führe dich zum Strom der ewgen Wollust ein.

    III. Himmelschlüssel oder Geistliche Gedichte 12
  • Hans Aßmann von Abschatz
    LYRIK - operone