• Hans Aßmann von Abschatz (1646-1699)

  • Verträglich und gedultig

    Ardenia/ mein Licht/ was wilt du weiter sagen?
    Ich küsse mit Gedult die Nutte/ die mich schlägt/
    Und bet in Demutt an den Feind/ der mich erlegt/
    Verzehre mich in mir mit Leiden und nicht klagen.

    Ein Hylas will alsbald das volle Jawort wissen/
    Ich warte biß dein Mund es von sich selber spricht.
    Ein Filadon verträgt sich mit Gesellschafft nicht/
    Will/ was er noch nicht hat/ bereits allein genüssen.

    Viel andre lieben dich; ich laß es frey geschehen:
    Ein ieder sucht sein Glück/ und liebt was Liebens werth.
    Du bist doch einem nur zu seiner Zeit beschert:
    Man wird mich nie indeß zu dienen müde sehen.

    Dein kluges Urtheil mag ohn allen Zwang erkennen/
    Wer deiner Gegen-Gunst am besten würdig sey.
    Doch suchet deine Wahl ein Hertze voller Treu/
    So bin ich schon gewiß/ du wirst Silvandern nennen.

    Soll gleich der Ausspruch nicht auff meine Seite fallen/
    Ich werde dir darob nicht abhold können seyn.
    Ich will die keusche Brunst ins Hertze schlüssen ein/
    Und bleibe biß ins Grab dein Treuster unter allen.

    II. Anemons und Adonis Blumen 57
  • Hans Aßmann von Abschatz
    LYRIK - operone