Lyrik

Ballade, Elegie, Epigramm, Ghasel, Haiku, Hymne, Lied, Ode, Ritornell, Sonett, Villanelle
Anagramm, Lipogramm, Palindrom, Akrostichon, Bildreihengedicht, Rollengedicht

Hans Aßmann von Abschatz (1646-1699)

Wir kommen auff die Welt befleckt/
Mit schnöder Erb-Seuch' angesteckt/
Und hegen des Verderbens Samen:
Doch ist zu unsrer Reinigkeit
Ein heilsam Wasser-Bad bereit:
Diß brauchen wir auff Gottes Nahmen.

Des Vatern Gnade zum Gewinst/
Des Sohnes blutiges Verdienst/
Des reinen Geistes Ob-uns-schweben/
(Gleichwie er sich der ersten Welt
Nach Mosis Zeugnis fürgestellt/)
Wird uns durch diesen Bund gegeben.

Vernunfft/ die thörichte/ steht an/
Wie Wasser so viel würcken kan/
Ich geb' ihr aber zum Bescheide:
Daß Gottes Wort und Krafft mit Flutt
Verknüpfft so grosse Wunder thut/
Der Glaube traut und sieht auff beyde.

Diß Wasser soll ein Denck-Mahl seyn/
Uns iederzeit zu halten rein/
Die Adams-Lüste zu ersäuffen/
Damit ein neuer Mensch entsteh/
Und in desselben Wegen geh/
Der sich am Jordan selbst ließ täuffen.

Diß Heyl-Bad hat mich auch genezt/
Und in des Höchsten Huld gesezt/
Gantz fest in seinen Bund geschlossen.
Gott Vater/ Sohn und Geist verleih/
Damit ich bleib/ und ewig sey
Gezählt zu deinen Reichs-Genossen.