• Hans Aßmann von Abschatz (1646-1699)

  • Sieghaffte Bestürm- und Eroberung des Türckischen Lagers bey Senta an der Theisse/ den 11. Septembr. An. 1697

    Die Donau

    Töchter/ auff Triumph zu singen!
    Hebt eur schilfficht Haubt empor/
    Lasst der feuchten Nimphen Chor
    Siegs- und Freuden-Lieder klingen!
    Lasst eur Silber heller fliessen
    Pannons Auen zu begiessen.

    Oßmann wagt sich/ meinen Flutten/
    Welche frey in Thetis Reich
    Flossen vor und hinter euch/
    Zaum und Fässel anzumutten;
    Abee deutsche Helden Sinnen
    Halten seinen Hochmutt innen.

    Die Teiße

    Schwestern/ lasst mich in dem Reyhen
    An der ersten Stelle seyn!
    Dieser Sieges-Tag ist mein/
    Der uns alle kan erfreuen.
    Von der Türcken Stoltz und Zagen
    Kan ich euch am besten sagen.

    Meinen Strom hielt fest gezwungen
    Mechmets ungestümer Schwarm/
    Aber kühner Christen-Arm
    Hat den tollen Feind verdrungen:
    Seinen unverzagten Streichen
    Musten Get und Parthen weichen.

    Wall und Gräben sind erstiegen/
    Wo der freche Janitschar
    Seiner Brust gesichert war/
    Sieht man ihn entkräfftet liegen;
    So viel Türcken-Köpff als Fische
    Schick ich Hecaten zu Tische.

    Die Sau

    Theiße/ du warst noch zurücke:
    Nun dir dieser Türcken-Krieg
    Auch gegönnet solchen Sieg/
    Wünsch ich dir von Hertzen Glücke:
    Was ich sah für etlich Jahren
    Laß uns Gott noch offt erfahren!

    Die Drav

    Temes/ schicke dich bey Zeiten
    Unserm Großem LEOPOLD/
    Der die Fässel kehrt in Gold/
    Furth und Pforten zu bereiten!
    Was vergangnes Jahr verschoben
    Ist darum nicht auffgehoben.

    Die Donau

    Kommt ihr treuen Reichsgenossen/
    Führt zum fernen Pont Euxin
    Derer Helden Nachruhm hin/
    Die für uns ihr Blutt vergossen.
    Last mit unsern frischen Wellen
    Stets ihr Lob von neuem quellen.

    So viel Tropffen in uns fliessen/
    So viel Stauden um uns stehn/
    So viel Heyl und Wohlergehn
    Soll/ der uns befreyt/ genüssen!
    LEOPOLDS und JOSEPHS Glücke
    Geh nicht eh als wir zurücke!

    VI. Glückwünschungen an Gekrönte und Erlauchte Häubter 34
  • Hans Aßmann von Abschatz
    LYRIK - operone