• Hans Aßmann von Abschatz (1646-1699)

  • Eisen-Hüttel

    Nun ist es Zeit zu wachen
    Eh Deutschlands Freyheit stirbt/
    Und in dem weiten Rachen
    Des Crocodils verdirbt.
    Herbey/ daß man die Krötten/
    Die unsern Rhein betretten/
    Mit aller Macht zurücke
    Zur Son und Seine schicke.

    Der Feind braucht Gold und Eisen
    Wendt Stahl und Silber an/
    Der deutschen Welt zu weisen/
    Was List und Hochmutt kan;
    Last euch das Geld in Händen
    Die Augen nicht verblenden/
    Damit euch hinterm Rücken
    Die Fässel nicht bestricken.

    Lasst Lerch und Falcken fliegen/
    Sezt alle Kräffte bey/
    Mit ihnen zu besiegen
    Des Hahnes Pralerey.
    Er prangt mit euren Federn/
    Drum müsst ihr ihn entädern/
    Und ieder sich bemühen
    Das Seine weg zu ziehen.

    Wollt ihr euch unterwinden
    Zu thun was sich gebührt/
    Ein Hermann wird sich finden/
    Der euch an Reihen führt.
    Lasst euch verstellten Frieden
    Zum Schlaffe nicht ermüden:
    Mit Wachen und mit Wagen
    Muß man die Ruh erjagen.


    VII. Leichen- und Ehren-Gedichte 31
  • Hans Aßmann von Abschatz
    LYRIK - operone