• Hans Aßmann von Abschatz (1646-1699)

  • Frauen Eva von Nimtschin gebohrner von Kottwitzin

    Ein Ausbund aller Frömmigkeit/
    Der Schmuck vom keuschen Frauen-Stande/
    Vertraute diesem schlechten Sande
    Der edlen Seele dürfftigs Kleid.
    Kan wohl jemand ein schöner Grabmahl haben?
    Die Tugend selbst hat sich mit ihr begraben.

    Verwest der Leib; der Nachruhm währt/
    Und wird/ wie schlecht er hier geschienen/
    Mit Geist und Welt die Wette grünen
    Von Sorg' und Siechthum unversehrt.
    GOTT hat ihm selbst den Schatz zur Braut erlesen/
    Deß diese Welt nicht länger werth gewesen.

    Auff Frost und Mertzen folgt der Mäy/
    Auff Wind und Schnee der Sonne Blicken;
    Sie tröstet ewiges Erquicken/
    Nachdem der Erde Sturm vorbey.
    Wir sehn ihr nach; Ihr steht schon frey und offen/
    Was wir zum Trost nach so viel Thränen hoffen.

    VII. Leichen- und Ehren-Gedichte 6
  • Hans Aßmann von Abschatz
    LYRIK - operone