• Hans Aßmann von Abschatz (1646-1699)

  • Der glückselige Blumen-Strauß

    Amor selbst brach diese Blumen/ wo Aurora sammlet ein
    Ihre Näglein/ ihre Rosen/ die bey frühem Tages-Schein
    An dem blauen Himmel gläntzen/
    Und ihr schönes Haubt bekräntzen.

    Schöne Blumen/ Preiß der Gärten/ welche Florens Hand geziert/
    Daß sie von so schönen Händen solten werden angerührt/
    Wie beglückt seyd ihr für allen
    Amaranthen zu gefallen?

    Zwar eur Glantz wird müssen sterben in der Nimphe schönen Hand/
    Aber tausend Hertzen wünschten ihnen derogleichen Stand/
    Würden willig Geist und Leben
    Ihr zum treuen Opffer geben.

    War nicht diß ein schöner Garten/ der euch erst das Leben gab?
    Werden nicht die schönsten Finger dieser Welt euch Bahr und Grab?
    Wer will nicht/ wie ihr/ verderben/
    Und so schönen Todes sterben!

    II. Anemons und Adonis Blumen 28
  • Hans Aßmann von Abschatz
    LYRIK - operone