• Hans Aßmann von Abschatz (1646-1699)

  • Liebe und Gegen-Liebe

    Worzu dient so süsses Blicken/
    Wenn du bist in nichts verliebt?
    Ists/ daß unser Seufftzer-schicken
    Cloris dir Vergnügen giebt?
    Zwar offt heist das Hertze geben
    Sich begeben seiner Ruh/
    Doch wer immer frey will leben/
    Bringt sein Leben übel zu.

    Schönheit mit Verstand vermählet
    Trifft offt schlechte Gleichheit an:
    Manch getreues Hertz erwehlet
    Was nicht Farbe halten kan:
    Fremde Qual heist Achtung geben
    Was für eine Wahl man thu;
    Doch/ wer unverliebt will leben
    Bringt sein Leben übel zu.
    Liebe/ Cloris/ lieb in Zeiten/
    Liebe was dich wieder liebt/
    Was dir/ ohne Widerstreiten/
    Sein getreues Hertze giebt.
    Lieb' und Gegen-Liebe geben
    Süsse Lust und stille Ruh/
    Wer von Liebe frey will leben
    Bringt sein Leben übel zu.

    II. Anemons und Adonis Blumen 14
  • Hans Aßmann von Abschatz
    LYRIK - operone