Lyrik

Ballade, Elegie, Epigramm, Ghasel, Haiku, Hymne, Lied, Ode, Ritornell, Sonett, Villanelle
Anagramm, Lipogramm, Palindrom, Akrostichon, Bildreihengedicht, Rollengedicht

Hans Aßmann von Abschatz (1646-1699)

Erhöre mich/ wenn ich mit Seuffzen vor dich trete/
GOTT/ meiner rechten Sach ein Gott/
Der du mich tröst in Angst und Noth/
Sey mir genädig und erhöre mein Gebete.

Wie lange werdet ihr noch spotten meiner Ehren/
Ihr stoltzen Herren dieser Welt/
Die Eitelkeit gefangen hält/
Und die ihr euch so gern die Lügen last bethören.

Erkennet/ daß der Herr durch wunderliche Wege
Doch allemahl zum Besten führt/
Die er von reinem Hertzen spürt/
Der Herr erhört/ wenn ich ihn anzuruffen pflege.

Betrübet euren Geist der Bösen Wohlergehen/
Die offt den Rosen gleiche blühn/
So murret doch nicht wider ihn/
Und lernet seinem Creutz und Prüfung stille stehen.

Ermahnet bey der Nacht auff eurem Thränen-Bette
Das Hertze zur Geduld im Leid/
Befleißt euch der Gerechtigkeit/
Und glaubet/ daß der Herr/ die auff ihn traun/ errette.

Viel sagen/ solt uns der was Guttes können weisen/
Dem selbsten Hülff und Rath gebricht.
HERR/ wend auff uns dein Gnaden-Licht/
Daß wir und alle Welt dein' Hülffe müssen preisen.

Es mag die falsche Schaar viel Wein und Korn besitzen:
Mein Schatz und meine Lust bist du/
Ich lieg und schlaff' in stiller Ruh/
Weil mich der Höchste will vor allem Unfall schützen.