Lyrik

Hans Aßmann von Abschatz (1646-1699)

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Poetische Werke [505]

Ergötzet die Sinnen
Mit frohem Beginnen/
Doch dencket dabey/
Daß Leyden und Scheiden
Der irdischen Freuden
Verwechselung sey.

Die Sähne vom Bogen
Die immer gezogen/
Bricht endlich und reist;
In stetigem Trauren
Das Hertze vermauren
Erstecket den Geist.

Vernünfftiges Schertzen
Ermuntert die Hertzen
Ersrischet das Blutt/
Drum brauchet der Jugend
In Ehren und Tugend/
Mit frölichem Mutt.

Lacht/ spielet und singet/
Schwäzt/ tantzet und klinget/
Die Blütte geht hin/
Diß was ihr empfunden
In lustigen Stunden/
Ist euer Gewinn.

Die traurigen Tage
Verdrüßliche Plage/
Samt kräncklicher Zeit/
Sind Früchte der Jahre/
Biß Sterben und Bahre
Ja Rechnung bereit.

VIII. Vermischte Gedichte 70

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