• Hans Aßmann von Abschatz (1646-1699)

  • Der gute Traum

    Mein Glücke lacht/
    Melinde spielt mit angenehmen Blicken/
    Ihr holder Mund giebt Worte/ die entzücken/
    Ich küsse sie bey tunckler Mitternacht/
    Mein Glücke lacht.

    Mir traumt wohl nicht:
    Ich seh ihr Bild um meine Ruhstatt spielen/
    Hör ihre Sprach/ und misse nichts als Fühlen.
    Ach Schade/ daß das Beste noch gebricht!
    Mir traumt wohl nicht.

    Es wird wohl seyn:
    Die Hoffnung speist nicht stets mit leeren Schalen.
    Erblickt man nur der Morgenröthe Stralen/
    So folget auch der nahen Sonne Schein.
    Es wird wohl seyn.

    II. Anemons und Adonis Blumen 59
  • Hans Aßmann von Abschatz
    LYRIK - operone