• Hans Aßmann von Abschatz (1646-1699)

  • Die krancke Fillis

    Ach Amor/ soll ich dir nicht klagen meine Noth!
    Ich seh die Fillis hier in meinen Armen liegen;
    Die matte Seele will dem siechen Leib' entfliegen;
    Stirbt sie/ so ist dein Ruhm und meine Freude todt.

    Ach/ schick ihr kühle Lufft mit deinen Flügeln zu/
    Laß deine zarte Sehn ihr kranckes Haubt umschlüssen/
    Gib deinen Köcher her zu legen unters Küssen/
    Damit ihr Leib erhöht kan nehmen seine Ruh.

    Verwechsle mit Betrug dem Tode seinen Pfeil/
    Daß sie dein heilsam Gold empfind in ihrem Hertzen/
    Wenn ihr sein rauher Stahl soll bringen Todes-Schmertzen/
    So machest du (in ihr und mir) zwey Hertzen heil.

    II. Anemons und Adonis Blumen 38
  • Hans Aßmann von Abschatz
    LYRIK - operone