Lyrik

Hans Aßmann von Abschatz (1646-1699)

[Inhalt] [Anfänge] [Titel] [Zeilen]

Poetische Werke 512

Es hielten mich Verdruß und Kümmernis begraben/
Ich schien fast meiner selbst nicht Sorg und Acht zu haben/
Mein Unmutt-volles Haubt war von Gedancken schwer/
Es irrten/ weiß nicht wo/ die Sinnen hin und her.
Was nicht zu ändern steht/ und man doch bessern solte/
Was über Kräffte steigt/ und man doch zwingen wolte/
Betrübte meinen Geist/ der Leib zugleich empfand
Wie das Gemütte nicht in seiner Ordnung stand/
Und fühlte manche Last/ die auff dem Hertzen steckte/
Als eine Mäyen-Post vom Queiße mich erweckte/
Den unbedachten Schlaf/ dem ich ergeben blieb
Von so geraumer Zeit/ aus dem Gehirne trieb/
Die Feder in die Hand/ den Wunsch ins Hertze spielte/
Den nichts als alte Treu und Redligkeit erzielte:
Wer izt die Blumen zehlt/ seh auch der Früchte Lust/
Dem Friede-Garten sey kein Winter-Sturm bewust!

VIII. Vermischte Gedichte 77

<<< >>>


LYRIK operone