Spruchlexikon DEUTSCH

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Dem Faulen geht's am wohlsten, wenn er schläft.
Dem Faulen ist alle Arbeit schwer.
Estland
Dem Faulen ist am wohlsten, wenn er schläft.
Dem Faulen ist der Sommer immer heiß und der Winter kalt, die Pfote grindig und die Erde gefroren.
Estland
Dem Faulen ist der Tag immer lang, der Kopf schmerzt.
Estland
Dem Faulen ist der Tag zu lang, dem Fleißigen die Nacht.
Russland
Dem Faulen ist der Weg voll Dornen.
la] Difficultatis patrocinia praeteximus segnitiae. Quintilianus
Dem Faulen ist jeder Tag ein Festtag.
Türkei
Dem Faulen ist nichts so labend, als wenn die Glocke schlägt zum Feierabend.
Dem Faulen ist niemals wohler, als wenn er lehnt.
Dem faulen Kerl wird die Zeit lang.
mhd] Dem loien Kêrle wert de tyt lank.
la] Ite dies tarde! queritur male segnis et excors.
Dem Faulen kommt das Wasser in den Ofen.
Estland
Dem faulen Menschen ist die Zeit billig, nicht teuer.
Estland
Dem faulen Schwein ist die Erde immer gefroren.
dk] Jorden er altid froßen for utrevne sviin.
Dem Faulen steht immer ein Löwe quer über dem Weg.
Estland
Dem Faulen tut der Rücken nicht weh.
Dem faulen wächst das sein Under der stauden.
i] Im Gehölz, wo kein Ackerfeld ist, vielleicht ist damit auch auf die Schößlinge der Haselstauden angespielt.
pl] Raczemu guz na brzuchu rosnie, a leniwemu na grzbiecie.
Dem Faulen wächst das Seine unter der Stauden.
Dem Faulenzer wird beim Essen warm, doch bei der Arbeit kalt.
China
Dem Faulert (o. Faulpelz) geht die Arbeit von der Hand, wie Pech von der Wand.
Dem Faulpelz wächst das Gras unter den Füßen.
Jüdisch
Dem Faun, wenn er die Patsche reicht,
Versagt die Schönste den Tanz nicht leicht.
Goethe (1749-1832), Faust II A I, Weitläufiger Saal (Faunen) Vs 5827
Dem fehlt 's Hirn.
Nürtingen
Dem fehlt der Adel, der nichts kennt, als Tadel.
Dem fehlt der Adel, der nichts kennt, als Tadel.Adel
Dem fehlt zum Unteroffizier nichts als die Tressen.
Dem fehlt's im obern Stock.
Dem fehlt's unter der Erchsen (Achsel).
Rott-Tal
i] Er ist nicht rührig, arbeitet nicht gern
Dem Feigen ist ein Hindernis willkommen.
Dem Feigen ist nachts die Katze ein Biest.
Armenien
Dem Feigen kehrt (o. weist, zeigt) das Glück den Rücken.
Dem fein Gekleideten ist der Arsch immer nackt, das Gewebe hält sich nicht auf dem Webstuhl fest und der Einschuss hält nicht vor.
Estland
Dem Feind eine Kugel, dem Verräter die Schlinge.
Russland
Dem Feind jagt man nach, wo man ihn sieht.
Dem Feind mit Gift nachstellen ist auch unehrlich.
Dem Feind muss man auf die Frontier entgegen ziehen, sonst streift er durchs Land.
Dem Feind nicht einmal Wasser.
Dem Feind sei ein Feind, dem Friedlichen ein Friedlicher.
Dem feind zuruck weichen, heißt nicht fliehen.
i] Denn nur 'der Starke weicht Mutig zurück'
Dem Feinde das Gesicht weisen.
i] Die Spitze bieten.
Dem Feinde das Weiße im Auge sehen.
Dem Feinde mit Gift nachstellen ist (auch) unehrlich.
Dem Feinde muss auf jede Weise Abbruch geschehen.
Dem Feinde wünscht man alles Böse.
la] Si quid mali in Pyrrham.
Dem Fetten und dem Mageren scheint dieselbe Sonne, nur ihre Schatten sind verschieden.
Indien
Dem Feuer Holz zulegen.
z] Burger, Hintersass und Bauer, gehorchet dem Concilio und leget dem Feuer kein Holz zu.
Dem Feuer ist es gleichgültig, wessen Mantel es anbrennt.
Dänemark
Dem feuer kann man fürkommen, aber nicht dem wasser.
Dem Feuer Öl angießen.
Dem Feuer und dem Wasser hat Gott den freien Willen gegeben.
Russland
Dem Fisch den Köder, der Maus den Speck.
Dem Fisch wird ein Köder, der Maus ein Specklein geschenkt.
Dem Fischer bleiben Kaulbarschgräten nie im Halse stecken.
Dem Fischer die Karpfen kennen lehren.
Dem Flachs geht's immer vbel, wenn er nicht gar geradbrecht wird.
Dem fleiß steht nicht vor.
Dem Fleiß und Schweiß wird Rüstigkeit (o. Süßigkeit) zu Preis.
Dem Fleiße würzt Gott die Speise.
Dem Fleißigen genügt es, wenn man die Rute hebt, der Faule spürt auch den Stock nicht.
Estland
Dem Fleißigen guckt der Hunger wohl zuweilen ins Fenster, aber ins Haus darf er nicht kommen.
Dem Fleißigen guckt der Hunger wohl zuweilen zum Fenster hinein, aber ins Haus darf er (ihm) nicht kommen.
nl] De honger kijkt bij den vlijtige wel eens de deur in, maar hij durft niet binnen komen.
Dem fleißigen Hamster schadet kein Winter (o. der Winter nicht)
Dem Fleißigen hilft Gott.
Dem fleißigen Manne guckt der Hunger wohl ins Fenster, aber ins Haus darf er nicht kommen.
Dem Fleißigen schadet der Winter nicht.
Sachsen
Dem Fleißigen schenkt Gott alles.
Dem fliegen die Vögel gebraten ins Maul.
Dem fliehenden Feind baue goldene Brücken.
Italien
Dem fliehenden Feind soll man eine goldene Brücke bauen.
Dem fliehenden Feinde soll man goldene Brücken bauen.
en] Build golden bridges for the flying foe.
en] For a flying enemy make a golden bridge.
fr] Il faut faire un pont d'or à (son l')ennemi qui s'éloigne (o. fuit).
fr] Un pont d'or à l'ennemi qui s'enfuit.
it] A nemico che fugge ponti d'oro.
la] Fugientem hostem adiuva.
sp] Al enemigo que huye puente de plata.
sp] Al enemigo, si vuelva la espalda, la puente de plata.
Dem Flinken wächst der Knopf auf den Bauch, auf den Rücken aber dem faulen Gauch.
Dem Fluchenden hat er nicht mit Fluch geantwortet, hätte er zurückgeflucht, so hätte man ihm mit (weiteren) Flüchen geantwortet.
Sumerer
i] Man soll Flüche ignorieren
Dem Flüchtigen soll man (ver)folgen.
nl] Den vlienden sol man volghen.
la] Qui fugit hic vel ibi, solet hoste sequente fugari.
Dem Flüchtigen soll man folgen.
Dem Fohlen tut die Stelle, wo es seine Mutter getreten hat, nicht weh.
Kasachstan
Dem fragenden Kind wird ja nicht gegeben.
Estland
Dem Fragenden schlägt man ja nicht auf den Mund, aber man schlägt auf des Nehmenden Hand.
Estland
Dem Freigebigen bleiben (nur) die Finger in der Hand.
Dem freigebigen Geber wird selten danke gesagt.
Dem Fremden soll man die Ehre lassen.
Dem Freund wie ein Freund
la] amicus amico
Dem Freunde ist eine Meile kein Umweg.
Dem Friedemacher gebührt der Lohn.
Dem frieden feind sein, als ein Landsknecht.
Dem Frieren eines Mädchens und dem Hunger eines Hundes glaubt man nicht.
Estland
Dem frisst der Wolf weder Kuh noch Kalb.
Dem Fröhlichen ist jedes Unkraut eine Blume, dem Betrübten jede Blume ein Unkraut.
Finnland
Dem Frommen ist Gott, dem Bösen seine Armut Gesetz.
Dem Frommen legt man ein Kissen unter, dem Schalke zwei.
Dem Frosch brauchst du zum Quaken nicht vorzuspielen.
Russland
Dem Fuchs den Hühnerstall anvertrauen.
z] Zweihundert Füchse vereinigten sich, das Getreide der Philister zu verbrennen, aber nie vereinigten sich auch nur zwe ein Huhn zu bewachen. Cardinal Richelieu
dä] At betroe ræven hønsene, ulven faarene, bukken abild-haven at vogte.
nl] Men heeft den vos de hoenders te bewaren gegeven.
Dem Fuchse die Gänse befehlen.
i] Andere Redensarten zur Charakterisierung, Veranschaulichung, Geiselung und Verspottung verkehrter Aufsicht, schlechter Hut, eigennütziger, gefährlicher Vormundschaft sind: Dem Wolf die Schafe befehlen. Der Katze Schmalz (Käse, Mäuse) zu hüten geben. Den Hund nach Bratwürsten schicken. Den Fuchs über Eier, den Habicht über Hühner setzen. Dem Hasen das Fähnlein anvertrauen. Den Bock zum Gärtner machen oder auf die Haferkiste setzen. Den Fledermäusen den Speck befehlen. Auch die Sprachen anderer Völker sind reich an Redensarten dieser Art. Die Czechen machen den Ziegenbock, die Polen den Widder, die Russen den Maulwurf zum Gärtner. Die Russen befehlen dem Wolf die Schafe, dem Iltis die Tauben, machen den Marder zum Vogt des Hühnerhofs, geben dem Specht die Käfer in Obhut, legen dem Wiesel Eier zum Brüten unter, überantworten die Erbsen den Tauben, binden den Bären ans Honigfass, setzen den Frosch über die Fliegen, vertrauen den Maikäfern die Birke an, schicken den Bären mit Honig zu Markte. Die Orientalen lassen den Tiger die Gazelle hüten, befehlen der Fischotter die Forellen und dem Krokodil die Fische, machen den Goldkäfer zum Hüter des Rosenhages, den Kranich zum Teichwärter, den Adler zum Aufseher über die Austernbank, den Elefanten zum Sultan der Reisfelder, den Feigenvogel zum Wächter des Pisangwaldes, sie vertrauen dem Schakal die Führung der Karavane an und geben den Mäusen die Katze zur Gespielin. Die Serben geben dem Wolf das Schaf zu hüten und machen den Dieb zum Schatzmeister. Die Franzosen schließen den Wolf in den Schafstall ein, die Neugriechen manchen ihn zum Schäfer und den Hund zum Kornraffer, die Lappen machen den Wolf zum Renthierhirten, die Dänen geben dem Fuchs die Gänse zu hüten, die Modenesen dem Hühnlein das Wiesel zum Gespielen, die Finnen befehlen der Robbe die Schnäpel (Art Fische), die Letten dem Reiher die Fische, die Lesiner lassen den Wolf das Ziegenböcklein weiden, die Bulgaren geben dem Storch den Froschteich in Verwahrung, die Italiener lassen den Lattich von den Gänsen hüten. Die Perser hängen die Trauben im Bärenhause auf und befehlen das Fleisch der Katze, die Samogitier verwahren die Knochen in der Hundshütte, die Tschuwaschen befehlen dem Feuer das Wachs, die Tscheremissen machen die Ausreisser zum Hüter der Kähne. Die Czechen binden den Hund an das Gekröse, vertrauen ihm den Speck und setzen die Katze zum Schmer. Die Letten geben der Nachtigall die Ameiseneier zu hüten.
dä] At betroe ulven faarene, bukken abild-haven (trægaarden), ræven hønsene at vogte.
Dem fügt's auch.
Bremen
i] Es gelingt ihm
Dem Fuhrmann scheint's wenig - dem Pferd ist's genug.
Russland
Dem Fûlen (Faulen) geföllt kein Holt, wat hei klein maken sall.
Mecklenburg
Dem Füllen ist der Schwanz zur Last.
Estland
Dem Furchtbaren furchtlos begegnet, so schwindet es von selbst.
Asien
Dem Furchtsamen rauschen alle Blätter.
fr] On fait toujours le loup plus gros qu'il n'est.
la] Jam fama nimium fecit.
la] Non semper homo talis est, qualis dicitur.
Dem Fürsten die Fürstin, dem Bauern die Marina, und jedem seine Katharina.
Dem galoppierenden Pferde steht das Grab offen.
it] Cavallo corrente sepoltura aperta.
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