Spruchlexikon DEUTSCH

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Da müsste man das Geld zum Hinausschmeißen haben.
Nürtingen
Da müsste man einen eigenen Geldscheißer haben.
Nürtingen
Da müsste mein Herz ein Bauer sein.
Schlesien
Da müssten (würden) die Steine schreien.
i] Wenn nämlich hier die Menschen schweigen. Nach Luc. 19, 40.
nl] Dan zouden de steenen spreken.
Da müssten ja einem wilden Schweine die Borsten zu Berge stehen.
i] So abscheulich, so grauenhaft ist es.
nl] Dat is zoo afgrijselijk dat het een wild zwijn de borstels zou doen te berge rijzen.
Da müssten wir nicht Preußen sein! Jul. Sturm, Wie schön leuchtet der Morgenstern
Da müssten Zeichen und Wunder geschehen.
Da müste einer ein steinern Herz und gleserne augen haben.
i] Wenn er hier kein Mitleid haben sollte.
Da mut de hochwîse Rat ên Iesên in dôn.
Hamburg
i] Das muss anders, besser, dem muss gesteuert werden.
Da mut he den Mund vör wischen.
Holstein
i] Es geht ihm vorüber, ist ihm zu hoch, zu teuer.
Da Mythos erfunden wird, werden die Bilder durch die Sachen groß, wenns Mythologie wird, werden die Sachen durch die Bilder groß.
Goethe (1749-1832), Tagebuch, 5.4.1777
Da naht die Lust, doch füllt sie nicht die Stelle
Des Glücks, das immer man beweint.
Freiligrath, Oden: Schmerz
Da nämlich auf der Welt nichts ewig bestehen kann, sondern alles, was einmal groß gewesen, klein werden und abnehmen muss.
Goethe (1749-1832), Wanderjahre III,6
Dä nicks (nichts) es un maint sik nicks, dai es gar nicks.
Dä Nicksnotz schleit ûs dem Åt, hä schlääch singen Vâ un singer Mô nit.
Köln
hdt] Der Nichtsnutz schlägt aus der Art, er gleicht seinem Vater und seiner Mutter nicht.
Da nimm di'n Ôg'nspêgel an.
i] Das lass dir zu einem ermunternden oder abschreckenden Beispiel dienen.
Da nun aber alles Öffentliche auf dem Familienwesen ruht.
Goethe (1749-1832), Dichtung und Wahrheit III,13
Da nun aber selbst das größte Talent, welches in seiner Bildung einen Zwiespalt erfuhr, indem es sich zweimal, und zwar nach entgegengesetzten Seiten auszubilden Anlass und Antrieb fand, kaum vermögend ist, diesen Widerspruch ganz auszugleichen.
Goethe (1749-1832), Schriften zur Kunst - Cäsars Triumphzug von Mantegna
Da nun aber unser Individuum, es sei so entschieden als es wolle, doch von der Zeit abhängt, wohin es gesetzt, von dein Ort, wohin es gestellt, so haben diese Zufälligkeiten Einfluss auf das notwendig Gegebene.
Goethe (1749-1832), Verhältnis zur Wissenschaft, besonders zur Geologie
Da nun alles schon an mir vollbracht ist, was bleibt mir noch zu fürchten übrig?
Jean-Jacques Rousseau, Träumereien eines einsamen Spaziergängers
Da nun den Menschen eigentlich nichts interessiert als seine Meinung, so sieht jedermann, der eine Meinung vorträgt, sich rechts und links nach Hilfsmitteln um, damit er sich und andere bestärken möge.
Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 553
Da nun die Ehe ein Knoten ist, den erst der Tod, wieder löst, so sollen die Bänder, welche diesen Knoten bilden, einander ähnlich sein und aus gleichen Fäden bestehen.
Cervantes, Die Macht des Blutes
Da nun die Geschlechtsliebe ihrer Natur nach ausschließlich ist, so ist die auf Geschlechtsliebe begründete Ehe ihrer Natur nach Einzelehe. Engels, Der Ursprung der Familie
Da nun einerseits jedes vorhandene Ding rein objektiv. betrachtet werden kann; da ferner auch andererseits in jedem Dinge der Wille, auf irgendeiner Stufe seiner Objektivität, erscheint, und dasselbe sonach Ausdruck einer Idee ist; so ist auch jedes Ding schön.
Schopenhauer
Da nun ferner eine jede Religion das reine ruhige Verkehr der Menschen untereinander befördern soll, die christlich evangelische jedoch hiezu besonders geignet ist.
Goethe (1749-1832), Tag- und Jahreshefte 1805
Da nur thront
Glück, wo die Zufriedenheit auch wohnt. Narájana, Hitopadesa
Da nützen auch alle Zeugnisse nichts, wenn einer nicht glauben will.
Arabien
Da nützt kein Leugnen und kein Lügen.
bm] Bŭh mu smysly zmátl.
bm] Krev človĕka pomate.
bm] Ne prospĕje zločinci zapíráni.
Da offenbar eine ganz einfache und schlichte Kost hinreicht, den Leib des Menschen zu ernähren, ein einfaches Gewand, ihn zu bekleiden, ein einfaches und schlichtes Obdach, ihn zu schützen, so folgt daraus, dass nur ein kleiner und bescheidener Aufwand von Mühe hiezu nötig ist, wie es denn auch in alten Zeiten Sitte war. Comenius, Labyrinth der Welt
Da öss Geld wie önn e Hoff.
Dä pack immer de Mûl (Maul) ze voll.
Bedburg
Dä pass op, wat gespillt wird.
Brandenburg
Dä pass op, wat gespillt wird.
Brandenburg
Aufnehmen
Dä Pastor prâdig net zweimôl für ê Gääld.
i] Wenn man veranlasst wird, das zu wiederholen, was man eben gesagt hat.
Da Patriotismus und Aufklärung die beiden Pole sind, um welche sich alle Sittenkultur der Menschheit bewegt, so werden auch Athen und Sparta immer die beiden großen Gedächtnisplätze bleiben, auf welchen sich die Staatskunst der Menschen über diese Zwecke zuerst Jugendlich froh geübt hat. Herder, Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit
Da Peterstag (22.2.) brent ön Ker'n d' Wurzn a.
Oberösterreich
Da pfeift der Hund hinein.
Da pries ich die Toten, die schon gestorben waren, mehr als die Lebendigen, die noch das Leben haben.
Prediger Salomo/Kohelet 4, 2
Da quillt mir der Bissen im Halse.
Da rast der See und will sein Opfer haben.
Schiller, Wilhelm Tell, I, 1 (Ruodi)
Da raucht's, als wie wenn der Kleinhäusler bacht.
Wien
Da red' (er redet) möt em Pferd französisch.
Tilsit
i] Wenn sich jemand vergeblich bemüht, einem etwas klar zu machen.
Da regiert der abnehmende Mond.
i] Von Dienern, Beamten u.s.w., welche die Güter ihrer Herrschaft schmälern.
Da reib' ich mich nimmer hin, sagte der Teufel, als er ein Crucifix am Wege sah.
z] Feret er durch die Dornhecken vom wege, vber stock und stauden, vber wurpus und rannen.
Da reisadi Kreutzer is bösser als da fliagadi Gulden.
Wienerwald
Da reiten sie hin! wer hemmt den Lauf?
Wer reitet denn? 'Stolz und Unwissenheit.'
Laß sie reiten! da ist gute Zeit,
Schimpf und Schade sitzen hinten auf.
Goethe (1749-1832), Zahme Xenien I
Da rennt ênem dat Wasser öm Mûl tosammen.
i] So verlockend duftet die Speise.
Da rük (riech) an, sä' Hans, da slaug hei Jürgen up de Näse. Hildesheim
Da rük an, sä' Hans, da slaug hei Jürgen up Näse.
Hildesheim
Anriechen
Da rük an, sä' Hans, da slaug hei Jürgen up Näse.
Hildesheim
Da rüm kackert mi uk so.
Pommern
i] Prahlereien oder Drohungen gegenüber ganz wie das studentische: Darum stinkt's auch so!
Da Russland seiner inneren Wesensart nach der europäischen Welt fremd ist, da es zudem allzu stark und mächtig ist, um den Platz eines der Mitglieder der europäischen Familie einzunehmen, um eine von den europäischen Großmächten zu sein, vermag es nicht anders eine seiner und des Slawentums würdige Stellung in der Geschichte einzunehmen, als indem es zum Haupte eines besonderen, selbständigen politischen Staatssystems wird und Europa in seiner ganzen Gemeinschaft und Ganzheit zum Gegengewicht dient.
M. J. Danilewskij, Russland und Europa (1867)
Da S. Rochus kam, ward S. Anthonies vergessen.
Dä saddelt fröh un reck spät.
Da sage ich nicht nein.
Da sagt die Bohn [Tante der Schreiberin]: Ich begreife nicht, wie es kommt, dass die Menschen doch auch mit niemand zufrieden sind! Da steht er [Goethe] still und sagt: Ja, wisst ihr Kinderchen, woher das kommt? weil sie mit sich zu sehr zufrieden sind.
Goethe (1749-1832), Johanna Frommann, April/Mai 1817
Da sah der liebe Gott zum Fenster heraus und sprach: Ihr Herren, es wird nichts draus.
Schweiz (Mögen die Leute ratschlagen, die Oberherrschaft ist Gottes)
Da sall en Schelm de Wârheit vun seggen; nu snack du.
Holstein
i] Scherzrede. Ein Schelm soll die Wahrheit davon sagen, was meinst du?
Da san Luca el ton va in zuca.
i] Am Sanct-Lukas geht der Donner in die Kürbisse.
Venetien
Da saß die Katze im Nest.
i] Dort saß es, das war der Grund.
Da säßen wir; wenn wir was hätten, so äßen wir.
Da Saul sicher war, verlor er Spieß und Wasserbecher.
Da schaut der Fleischhacker dem Schneider zum Fenster heraus.
Stockerau
i] Der bloße Leib durch das zerrissene Kleid.
ndt] Fleschers (Fleischers) Dochter kickt ût Strumpweber sin Finster. Altmark
i] Irgendein Kleidungsstück ist derart schadhaft, dass man die bloße Haut sehen kann.
Da schaut die Not überall heraus.
Da schaut etwas (oder nichts) heraus.
Steiermark
i] Dabei ist etwas (nichts) zu gewinnen.
Da scheißt der Hund drein.
Rottenburg
i] Die Sache misslingt.
Da scheißt der Hund mehr als die Nachtigall.
Nürtingen
Da scheißt der Hund Provenceröl.
Nürtingen
i] Wenn ein Plan vereitelt ist.
Da scheißt ja ein Pferd mehr als zehn Wachteln.
i] Ausdruck des Unwillens.
Da scheißt mir wieder der Hund in die Grütze, und die andern kriegen ihn mit Butter gemacht.
Breslau
i] Klage eines Pechvogels.
Da schied ein hoher Geist!
en] There's a great spirit gone!
Shakespeare (1564-1616), Antonius und Cleopatra I,2
Da schimpfte der Esel den Hahn einen Dickkopf.
Griechenland
Da schiss der Hund ins Feuerzeug.
Da schlag Glück zu, wie zu denen von Kappel Kuh.
i] Friedrich, der letzte Graf von Toggenburg, hatte einen Maler, der von einem kappeler Mönche im Scherz gefragt wurde, ob er auch eine Kuh malen könne. Um seine Kunst zu zeigen, malte er sie, jedoch mit Anspielungen, die ein Böswilliger, der dabei war, als eine von dem Convent absichtlich angestellte Verspottung der Schweizer verbreitete. Diese zogen nun, noch ganz besonders durch den Krieg um das toggenburgische Erbe dazu veranlasst, nach Kappel und verwüsteten das Kloster so, dass es jahrelang verödet dalag. Das Volk aber spottete desselben, indem es sang, denen von Kappel habe ihre Kuh viel Glück gebracht.
Da schlag Gott den Teufel tot.
i] Ausruf des Erstaunens, der Verwunderung, des Unwillens.
Da schlag mal einen Knoten hinein, sagte die Braut, und furzte dem Teufel vor die Nase.
Da schlag mal einen Knoten rein, sagte die Braut und furzte dem Teufel vor die Nase.
ndt] Ta, ta slâ mal 'n Knutten in, säd' de Brût, un furzte dem Deuwel vör de Näse. Lüneburg
Da schlag Venus zu, so darff Vulkanus eines Knechts weniger.
Da schlage dieser und jener zu.
v] Einen afschmären, bösten, bumhasen, bumpsen, dachtein, dolwen, dreschakeln, dreschen, fegen, fitjen, fitzen, füstjen, fuchteln, gallern, gießeln, garben, hallaschen, hamern, herumhalen, klappen, knüppeln, kloppen, knipsen, kîlen, köllern, kranzheistern, korranzen, knirfitjen, karwatschen, kurwachteln, klabastern, kaleschen, kasterviolen, knuffen, karnüflen, knüfeln, laschen, lusen, leddern, pauken, pîtschen, prügeln, pisacken, pulen, schlaen, schmieten, schmären, schrallen, schrammen, striegeln, tageln, tackeln, taudecken, taurichten, tulen, versohlen, verfuestkîlen, walken, wamsen, weifen, wicksen, wullen, wörteln. Einen abdecken, afdrögen (abtreugen), abtrecken, balgen, ab-, aus-, durch-, zerbalgen, banschen, bantschen, banggen (banken), basken, batten, battern (nicht vom französischen battre, sondern Wiederholungsform von batten), bauschen, (pauschen), begrüßlusen, begrüßvogeln, bekrampen, bekreuselen, bengeln, ab-, durch-, zerbengeln, blädern, (blätern), bläuen, ab-, aus-, durch-, zerbläuen, boken, bokeln, bokern, boksen (baksen), bokseln, bösten, breichen (bereichen), breien, bülsen (bilsen, pülschen), bumfasen, bunkfasen, bumbsen, buren, ab-, durchburen, bürsten, büßen, büstern, dâksen, ab-, aus-, durch-, zerdâksen, abdachteln, deffeln (daffeln, töffeln), ab-, ausdurchdäffeln, dätschen, ab-, verdätschen (Schweiz), deffen (töwwen), ab-, durchdeffen, dengeln, ab-, durchdengeln, dölfen (dölwen), dolsken, dreschen (dasken, döschen), ab-, aus-, zerdreschen, dre-, dra-, drischoken, ter-, tre-, trischoken, dre-, trischokeln, drillen (trillen, jener Köhler, der nachher den Namen Triller erhielt, sagte, er habe mit seinem Baum den Prinzenräuber Kunz von Kaufungen bass gedrillert), duffen (tuffen), ab-, durch-, zerduffen, dülpen (tülpen), ab-, u.s.w. dülpen, duseln, duschen, fausen, fauseln (fäuseln), fausteln, ab-, durchfausten, fäusteln, ab-, durchfäusteln, fauzen, fegen, ab-, durchfegen, fristern, fickeln, fisacken, fideln, fitjen, fitzen, ausfitzen, fitzeln, flerren, erflerren, fletzen, fledern, flegen, fuchteln, ab-, aus-, durch-, zerfuchteln, fummeln, funksen (funxen), gallern, begallern, gängeln, durchgängeln, geigen, geisseln (gnasseln), aus-, durch-, zergeisseln, gerben, ab-, aus-, durch-, zergerben, gielen, grubben, grubsen, grüsen (gröten), begrüsen, gürten (mit dem Gurte schlagen), ab-, aus-, durch-, zergürten, guseln, habern, durchhabern, hacken, zerhacken, hallaschen, hämmern, hauen, ab-, aus-, durch-, zerhauen, holstern, hutschen, kalaschen, ab-, aus-, durch-, zerkalaschen, kantschuen, ab-, aus-, durchkantschuen, kappen, abkappen, karbatschen, durch-, zerkarbatschen, karniffeln, karnuffeln, ab-, durch-, zerkarnuffeln, kasterviolen, keulen, ab-, aus-, durch-, zerkeulen, klabastern, ab-, u.s.w. klabastern, klappsen, klatschen, ausklatschen, klopfen, ab-, aus-, durch-, zerklopfen, knepen, knippen, knipsen, knirrsicken (knirrsitjen), knochen, knöcheln, knoffen, knuffen (knüffeln), knuffeln (knüffeln), knüppeln, knitteln, ab-, aus-, durch-, zerknüppeln, knuschen, kunûtschen, kranzeln, kranzheistern, kuffen, kuranzen (koranzen), ab-, durch-, zerkoranzen, kurwachteln, laschen, lausen, ledern, ab-, aus-, durch-, zerledern, mampsen, maulschellen, mosen, mopsen, mopseln, nähen, ab-, durchnähen, niffeln, nöcksen, ab-, durchnöcksen, noppen, nubben, nussen, nüßeln, abnüßeln, ohrfeigen, abohrfeigen, ohrbaksen, panzerfegen, patschen, aus-, durch-, zerpatschen, pauken, ab-, aus-, durch-, zerpauken, peitschen, ab-, aus-, durch-, zerpeitschen, pelzen, ab-, aus-, durch-, zerpelzen, peusen, pisacken, plätzen, plätzern, planzen, preschen, pritschen, prügeln, ab-, aus-, durch-, zerprügeln, puffen, püffen, püffeln, pussen (?), rangeln (rängeln, rengeln), ab-, aus-, durchrengeln, rebuffen, rögen, rolfinken, rüllen, rupfen, rütteln, schlagen, zerschlagen, schmeißen, schmieren, ab-, durch-, zerschmieren, schmitzen, schrallen, schwappen, stäupen, schütteln, stöbern, streicheln, stuppsen, tageln, (takeln) ab-, durchtageln, tampen, tamsen (tämsen), ab-, durchtamsen, tänzeln (?), tschöppen, tschiggen (tschiken), tuschen, übergehen (Ton auf geh), wachteln, ab-, durchwachteln, wackeln, ab-, aus-, durchwackeln, walken (walchen), ab-, aus-, durch-, zerwalken, wamsen, ab-, aus-, durch-, zerwammsen, watschen, abwatschen, weifen, wichsen (wixen), ab-, aus-, durch-, zerwichsen, wöllen (wullen), wurzeln (niederdeutsch wörteln), durchwurzeln, zerfleischen, zudecken, zwicken, zwiebeln. - Wie oben gezeigt, verbindet man diese Wörter sämmtlich mit dem Accusativ. Man gebraucht aber viele derselben auch noch in Verbindung mit vielen andern Wörtern, um eine Art und Weise, einen höhern Grad des Schlagens näher zu bezeichnen. (S.  Wams). Will man ein gegenseitiges Schlagen (Schlägerei) unter mehreren Personen ausdrücken, so gebraucht man die meisten der obigen Ausdrücke in rückbezüglicher Form, und sagt: Sich balgen, boxen, kampeln, prügeln u.s.w., wozu auch die Ausdrücke: Sich raufen, zausen, huschen, zupfen u.s.w. gehören. In weiterer Bedeutung kann man hierher auch die Wörter ziehen, welche man von denen gebraucht, die Schläge bekommen, als: etwas ab-, wegkriegen.
sinnverwandt] einem anbaüten (hochdeutsch einheizen), bocken, buaken (hochdeutsch pochen), bunken (von Bunge = Trommel), dâwern, deär'sken (dreschen), taudecken (zudecken), dölwen (hochdeutsch fäusteln), dubben, duldàiwen (einem durch Ohrfeigen, Schläge auf den Kopf u.s.w. die Besinnung rauben) vom holländischen dooven = täuben féägen (fegen), féämen oder fädemen, féusen (mit Faustschlägen behandeln), fikeln und fickeln (schlagen mit einer Ruthe oder mit sehr biegsamen Stecken), fillen (durch Schlagen mishandeln, vom Fell), fläbben (Maulschellen geben, von Fläbbe = Maul), flappen (= klappen), düärèin, fucken (schlagen, stoßen, s.  Fuchswild), gàisen (einen so mishandeln, dass er die Besinnung verliert, s.  Gänsehimmel), hänsen, (s.  hänseln) haugen (hochdeutsch hauen), hèämstern (eigentlich bearbeiten, hier mit Schlägen, von Hamster), kargitseln (mit einer Geissel oder Ruthe schlagen, von kara- gisil, Bussgeissel?), karwatschen (peitschen, vgl. I276, 22), sik kathaltern (kratzen, raufen, schlagen), kilen (keilen), klappen, klappen, kloppen (hochdeutsch klopfen), knällen (mit einem Stocke schlagen, von knallen), knuffen, knüffeln (mit Faustschlägen bearbeiten), knückeln (hochdeutsch knöcheln, Schläge mit den Faustknöcheln oder auf die Knöchel geben), kramantseln (prügeln), kwâsen (mit einem Reise schlagen), möppeln (eig. von Schlägen auf den Mund), nuffen (=knuffen), pälen (schwere, schallende Hiebe austheilen), poaläsen (pfahlarschen. Der zu spät aufgestandenen Magd wird, nachdem sie auf ein Bausch Stroh geworfen worden ist, die Handhabe eines Dreschflegels ans Gesäss gehalten und darauf mit andern Flegelstielen unter Hersagung eines alten Reims die Züchtigung vorgenommen), peitsken (peitschen), pisaken (prügeln), quälen, plagen, puffen, puckern, pülwen, ràistern (eigentlich auf dem Roste braten, hier mürbe schlagen), rängeln (Rängel = Prängel, dicker Stock, Prügel), durengeln oder düärrängeln (durchwalken, nicht von Düringen oder Thüringen), taurichten (zurichten), taurüstern (rüstern = reinigen, säubern), afsäuken (absuchen), sloan (schlagen), sméären (schmieren), smêiten (den Feind werfen), snacken (schallende Peitschenschläge), durgstriken (durchstreichen), strîegen (streichen mit der Ruthe), stripsen (Schläge mit der Rute geben), swâden (stark prügeln), wackeln (durchwackeln), walken, windwackeln (windelweich schlagen), wämsen (das Wams ausklopfen), wiksen. Grafschaft Mark
sinnverwandt] Baitsch'n (eigentlich mit der Peitsche schlagen, aber auch für schlagen überhaupt), bälz'n (in der Richtung hinaufschlagen), boasch'n (mit der flachen Hand, meist auf den Hintern schlagen, dass es klatscht), begg'n (schnell einen kleinen Schlag geben), bfeffen (pfeffern, hauen), bfloassen (pflastern, abhauen), bîene (birnen, mit den Knöcheln der Faust auf den Kopf schlagen, als ob Birnen darauf fielen), biff'ln (büffeln, mit der Faust schlagen), blai'n (bläuen), bléd'n (plettern, so schlagen, dass es kein Geräusch macht, als wenn der Hahn oder die Gans mit den Flügeln schlägt), bleschen (so schlagen, dass es schallt), bôss'n (poßen, mit einem Stocke schlagen), bragge (bracken, mit der flachen Hand auf den Mund oder den Hintern schlagen), brig'ln (prügeln, eigentlich mit einem Prügel, dann schlagen überhaupt), buffe (buffen, mit der Faust stoßen), buksen (mit der Hand schlagen), bume (pumen, mit der Faust wiederholt auf den Rücken schlagen, dass es einen dumpfen Laut gibt), doacht'ln (dachteln, auf den Kopf, aufs Dach schlagen), dascheln (täscheln, sich zarte, freundliche Schläge auf die Wange geben), dêdschen, (mit der flachen Hand Schläge auf den Kopf geben), dibb'ln (auf den Kopf stoßen), dobb'ln, dólne' (mit der flachen Hand Schläge auf den Kopf geben), dresch'n (wiederholt und derb schlagen), drischäggen, faunzen (Schläge ins Gesicht, besonders auf den Mund geben), figge (ficken, ein wenig mit der Ruthe streichen), fisolen, flacheln (mit irgendetwas Breitem und Dünnem schlagen), floaschnen (mit der breiten Hand Schläge auf die Wange oder über die Ohren geben), fliggen (ein wenig, und zwar auf den Hintern schlagen), fotzne (fotzen, mit der Hand Schläge auf den Mund geben, der hier im verächtlichen Sinne Fotze genannt wird), gaeseln (geisseln, mit der Peitsche schlagen), glópfe (klopfen, namentlich auf die Finger schlagen), hauen, kanifeln (karnüffeln, hart behandeln, quälen), karwâtschen, kîen (kehren, auskehren), koramisiren (ad coram nehmen, einschließlich der Abstrafung), kueranzen (hart behandeln), maltratien (malträtiren = stoßen, schlagen, mishandeln), messen, müllen, nuss'n (stoßen, besonders mit der Faust), ohfaign ge (ohrfeigen, Schläge ins Gesicht und über die Ohren), salben, sâweln (mit einem Säbel schlagen), schmalzen, schmien (schmieren), schnoalz'n (eigentlich mit der Peitsche schlagen), sdraeffé (streifen, mit einem länglichen Instrumente schlagen), streichen, striegeln, stricksen (Schläge mit einem Stricke geben), sohlen, wacheln (schlagen, dass es Wind macht), watschen, waegge (weichen = durchweichen, durchprügeln), wässern, wichsen, wuschen (mit der Ruthe streichen) herabziehen, zudecken, zurichten, zwifeln (zwiebeln, schlagen mit dem Nebenbegriff des Quälens, Peinigens). Niederösterreich

Da schlêt de Ogen up as de Gös, wenn dat wäret (wittert).
i] Wer halb dumm und halb verlegen auf etwas blickt.
Da schlêt de Ogen up as de Gös, wenn dat wäret (wittert).
Wer halb dumm und halb verlegen auf etwas blickt.
Auge
Da schmeckt's nit nach Kicheli.
Franken
i] Riecht es.
Dä schmirt im Brei öm de Mul.
v] Hä wel alles mem Hohnerklöche krige. Köln
var ]Mer môss dat esu mem Hônderklögche krigge. Köln
Dä schmückt de Brotis.
Luzern
i] Mundartlich für: riechen.
Da schoss der Blinde eine Krähe.
altfries] De ar skuat de Blinj en kraek.
Dä schrabb net om Boddem.
Bedburg
i] Bei dem hat's keine Not, er ist wohlhabend.
Da schreibet weder Lucas noch Syrach etwas (viel) davon.
i] Wortspiel mit Lugas und Lukas.
nl] Lukas schrijft daar nit van.
Dä schriew met dubbelde Kreck (Kreide).
Bedburg
Da schwankt der Schwanz ohne Kopf, wo das Weib sich die Herrschaft nimmt.
Da schwebt hervor Musik mit Engelschwingen,
Verflicht zu Millionen Tön' um Töne,
Des Menschen Wesen durch und durch zu dringen,
Zu überfüllen ihn mit ewger Schöne:
Das Auge netzt sich, fühlt im höhern Sehnen
Den Götterwert der Töne wie der Tränen.
Goethe (1749-1832), Trilogie der Leidenschaften. Aussöhnung
Da schwimmen wir Äpfel, sagte der Rossapfel und schwamm mit den echten.
Da schwimmen wir Äpfel, sagte der Rossapfel und schwamm mit den echten.
var] Da schwimmen wir Äpfel, sagte der Rossdreck und schwamm mit den anderen Äpfeln den Bach hinab.
cz] Chvastej se, chvastje', ajhle shnilá jablka, hle kobylince nad vodou plynou.
dk] Du triller ikke ebled san langt, at dre ey smojer af roden.
en] See how we apples swim, quoth the horse-t-d.
la] Etiam corchorus inter olera.
nl] Wij appelen zwemmen, zei de paarden keutel.
Apfel
Da schwimmen wir Äpfel, sprach der Roßdreck und schwamm unter Äpfeln den Bach hinab.
Da schwimmen wir Äpfel, sprach der Roßdreck und schwamm unter Äpfeln den Bach hinab.
var] Da schwimmen wir Äpfel, sagte der Rossapfel und schwamm mit den echten.
var] Nos poma natamus, sprach der Rossbolle und schwamm mit andern Äpfeln den Bach ab.
var] Wir Äpfel kommen von Strasburg, sagte der Rossdreck, als er auf dem Rhein dahergeschwommen kam.
nl] Wij appelen zwemmen, zei de paarden keutel.
la] Etiam corchorus inter olera.
Da schwimmen wir Appel, seggt dei Rossappel, un schwemmt mit 'n Gravensteiner dei Bäck lang.
Mecklenburg
Da schwimmen wir öpffel daher, sagt jhener rosstreck, schwamm er mit andern öpffeln den bach ab.
Da seh ich dich, du Krone aller Frauen, in weiblich reizender Geschäftigkeit,
In meinem Haus den Himmel mir erbauen
Und, wie der Frühling seine Blumen streut,
Mit schöner Anmut mir das Leben schmücken
Und alles rings beleben und beglücken.
Schiller, Wilhelm Tell, II, 2 (Rudenz)
Da sehen Sie, wie Menschen mit ihren Menschenbrüdern umgehen.
Voltaire, Candide oder Die beste der Welten
Da seht ihr doch, dass ein Ochs darin Platz hat, sagte der Schulz zu den Gemeinderäten welche behaupteten, die Viehtränke sei zu eng, und tauchte seinen Kopf hinein.
Da sei die Tür vor mit der hölzernen Klinke.
i] Das Tue nicht o. das Tue ich nicht.
ndt] Dar si de Dör vör un dat hêle Hûs.
0001 0002 0003 0004 0005 0006 0007 0008 0009 0010
0011 0012 0013 0014 0015 0016 0017 0018 0019 0020
0021 0022 0023 0024 0025 0026 0027 0028 0029 0030
0031 0032 0033 0034 0035 0036 0037 0038 0039 0040
0041 0042 0043 0044 0045 0046 0047 0048 0049 0050
0051 0052 0053 0054 0055 0056 0057 0058 0059 0060
0061 0062 0063 0064 0065 0066 0067 0069 0068 0070
0071 0072 0073 0074 0075 0076 0077 0078 0079 0080
0081 0082 0083 0084 0085 0086 0087 0088 0089 0090
0091 0092 0093 0094 0095 0096 0097 0098 0099 0100
0101 0102 0103 0104 0105 0106 0107 0108 0109 0110
0111 0112 0113 0114 0115 0116 0117 0118 0119 0120
0121 0122 0123 0124 0125 0126 0127 0128 0129 0130
0131 0132 0133 0134 0135 0136 0137 0138 0139 0140
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