Spruchlexikon DEUTSCH

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Da mag der Teufel lachen.
nl] Daar zou de duivel om lagchen.
Da mag gute Zeit gewesen sein, da die Bauern Edelleute wurden.
Da Man (Slang).
en] Idiom
Da man aber in dem, was man tun will, meist einige Schritte zurückbleibt.
Goethe (1749-1832), An Wieland, 26.9.1793
Da man ass (isst) und tranck, da war ich gern mank, da man sol ewig sein, da kompt man noch früe gnug hin.
Da man den Wind nicht nach der Mühle drehen kann, so muss sich die Mühle nach dem Winde drehen.
Da man die Diebe hinge an's Holz, behielten die Bauern ihre Pferde, nun man sie hänget an Geld, stehlen sie ihm die ganze Herde.
Da man die Sau brühen und sengen kann, wer wird sie scheren.
Da man haltet gute hut, auch guter frid sich finden tut.
la] Pax ibi seruatur, custodia quo dominatur.
Da man immer Zeit genug hat, wenn man sie gut anwenden will, so gelang mir mitunter das Doppelte und Dreifache.
Goethe (1749-1832), Dichtung und Wahrheit II,10
Da man Macht haben muss, um das Gute durchzusetzen, setzt man zunächst das Schlechte durch, um Macht zu gewinnen.
Ludwig Marcuse, Argumente und Rezepte
Da man mich neid, ward mir der Arsch erst breit.
Da man noch aus hölzernen Bechern trank, stand es wohl in der Welt.
Da man schrieb dem Edel und Fest, da stund die Sach' am allerbest; da man schrieb dem Hochgeboren, da war Hopfen und Malz verloren.
Da man schrieb dem Ehrsamen und Frommen, da war noch was zu bekommen; da man schrieb dem Ehrenfesten, stund es schon nicht mehr zum Besten; da man schreibt dem Hoch- und Wohlgebor'n, da ist Hopfen und Malz (o. Ehre, Liebe, Treu) verlor'n.
z] Damals stand es noch gut, da man einen Wagen Wagen, eine Hur Hure, einen Schelm Schelm und ein Futterhemd Futterhemd hieß; nachdem man aber einen Wagen Chaise, eine Hur Madam, einen Schelm Prokurator und ein Futterhemd Wespe (Veste) nennt, da ist es zu weit kommen.
dä] Det gik ilde til siden staadere finge henge-ærmer.
Da man schrieb der Edel und Fest, da stund die Sach am allerbest; da man schrieb Hochgeboren, da war Hopf und Malz verloren.
Da man schrieb der Edel und Fest,
Da stund die Sach am allerbest;
Da man schrieb Hochgeboren,
Da war Hopf und Malz verloren.
Da man sich denn immer einrichten muss, in einem unerforschlichen Meere zu schwimmen.
Goethe (1749-1832), An S. Boisserée, 11.11.1827
Da man soll ewig sind, da kompt man noch früe gnug hin.
Da man übermag, dem baut man selten einen guten tag.
Da mein Säckel aufgeht, da raucht mein kuchen.
sd] Den som haar wärd, han får fuller swärd.
sd] Har man det som klinger, man får fuller den som springer.
Da mesma flor a abelha tira o mel, e a vespa, o fel.
Da mich der Himmel geboren hat, muss ich doch auch für etwas von Nutzen sein.
China
Da mich im Innersten eigentlich nur das Individuelle in seiner schärfsten Bestimmung interessiert.
Goethe (1749-1832), An K F. v. Reinhard, 14.11.1812
Da Michel (29.9.) zündt's Liecht an und da Joseph löscht's aus.
Oberösterreich
Da mir alle Tugenden fehlen, werde ich mich auf die Talente legen. Aus dem Kopf kann was werden.
Goethe (1749-1832), zu Caroline Flachsland, Dez. 1772
Da mir Hufeland die Bewegung als die beste Arzenei anrät.
Goethe (1749-1832), An Charlotte v. Stein, 14.4.1785
Da mir recht gut bewußt war, dass alle meine Bildung nur praktisch sein könne.
Goethe (1749-1832), Kampagne in Frankreich - Münster, November 1792
Da möcht i nöt ang'malt sei.
i] In Beziehung auf einen widerwärtigen oder missgeachteten Ort.
Da möcht i nöt ang'malt sei.
Rott.-Tal
In Beziehung auf einen widerwärtigen oder misgeachteten Ort.
Anmalen
Da möcht' 'n Kuh greina.
Da möcht' der Teufel Schultheiss sein.
Ulm
Da möcht' ich lieber ann Igel zum Oarwisch nahm'n.
Hirschberg
Da möchte (o. könnte) einem die Galle platzen.
Troppau
Da möchte das Geld zur Feueresse hereinfallen.
Da möchte der Grindscherer kommen.
Oberösterreich
z] Zu schmuzigen Kindern sagt man: Geh wasch dich, sinst kimt da Grindschera übá dich. Man nennt nämlich behaarte Raupen 'Grindschara'. Grind = Schmutz, der sozusagen in die Haut wächst und weggeschoren werden muss, weil das Waschen nicht ausreicht.
Da möchte doch die Katze Kaviar scheißen.
nl] Mijne kat schiet vuur, zei besje, en ze had eene vonk aan haren staart.
Da möchte doch ein Schaf lammen.
nl] Daar zal eene ooi lammen.
Da möchte doch eine zweite Sintflut kommen.
z] Wisst ihr, wie in der Urzeit Land die Sintflut ob der Menschen bösen Hader nach einer Hypothese entstanden? Zehn Dichterlingen ließ Apoll zur Ader.
z] Warum wird trotz der Weltvergehen die zweite Sintflut nicht verhängt? Jehova hat vorausgesehen, dass doch die erste nichts verfängt.
Da möchte eine Kuh lachen.
i] Diese Redensart wurde von einem Dillinger Jesuiten zum Titel einer Schrift gegen die Protestanten gewählt.
Da möchte einen das Mäusel beißen.
Niederösterreich
i] Es ist damit die Arm- oder Fußmuskel gemeint.
Da möchte einer doch (o. das ist zum) türkisch werden.
nl] Liever Turksch dan Spaansch.
Da möchte einer Öl geben (o. seichen).
z] Dergestalt abprügeln, dass sie hätten Öl geben mögen.
Da möchte ich lieber ein verrecktes Gänslein hüten.
Nürtingen
Da möchte man aus dem Häuschen fahren.
i] Es gibt Dinge, bei denen auch der geduldigste Mensch ungeduldig wird, der ruhigste die Fassung verliert.
Da möchte man aus der Kaldaune (o. aus den Eingeweiden) fahren.
Meiningen
Da möchte man die Motten kriegen.
Da möchte man doch das heilige Kreuz für sich schlagen.
Da möchte man doch des Kuckucks werden.
Da möchte man doch des Teufels sein.
la] Genios iratos habeam.
Da möchte man doch Tinte saufen!
i] Wenn man über etwas entrüstet ist oder sich verwundert.
Da möchte man finzig werden.
Rottenburg
i] Nämlich vor Unmut.
Da möchte man Gichter bekommen.
Rottenburg
i] Vor Ärger. Eine selten vorkommende Mehrzahl von Gicht zur Bezeichnung von Zuckungen oder eines gliederlähmenden Schlagflusses. Man sagt statt Gichter auch Bocksgichter.
Da möchte man Gift und Galle speien.
Da möchte man gleich de Kränkte kriegen.
Schlesien
i] Epileptische Krämpfe, Fallsucht.
Da möchte man hintenausscharren wie die Hühner.
Nürtingen
Da möchte man in die Halbmetze fallen.
Meiningen
i] Drückt Erstaunen, Überraschung u.s.w. aus.
Da möchte man ja gleich an der Wand in die Höhe gehen. Thüringen
jüdisch-deutsch] Reiss' dich auf die gleiche (gerade) Wänd.
i] Wenn man jemand seinem Schicksal überlässt. Klettere meinetwegen an den Wänden hinauf. Sich reißen bedeutet hier: mühsam hinaufklettern.
Da möchte man ja gleich ein Kind kriegen von Werchpuzen und Sägespänen.
Da möchte man Junge bekommen.
i] Vor Ärger.
Da möchte man nicht gescheit werden.
i] Aus Unmut wahnsinnig.
Da möchte sich doch die Gans einen Kropf lachen.
mhd] Des mucht ein gans wol lachen.
Da möchten die Toten über die Lebenden weinen.
dk] Ofte græder den døde over den levende.
Da möchten doch die Steine weinen.
z] Das die steine weinen möchten.
Da möt'n dei Hunn' (Hund) ut't verkihrt End bleken.
z] Wat in Kuttelputt in dei holl Eik los is un worüm tau Perdöhl dei Hunn' ut't verkihrt End' bleken, mag de leiw Himmel weiten.
Da müest an alte Kuh lacha.
Oberösterreich
nl] Het is geen wonder, dat eene koo lagchen kan, zij heeft zulke verbruide lippen.
Da muss alles aufs Virgele hinaus.
Nürtingen
i] Aufs Komma.
Da muss die Physik lügen.
Da muss die Schrift lügen.
i] Zu ergänzen: wenn das nicht so ist. Beteurungsformel, besonders kirchlicher Reden.
Da muss doch die Hölle einen Riss kriegen, sagte der Fuhrmann, als er umwarf.
Oberlausitz
i] Ausruf bei ärgerlichen Vorgängen.
Da muss ich auch dabei sein.
i] Ich werde Angriffe zurückzuweisen wissen.
Da muss ich gleich den Hals strecken.
i] Es widersteht mir, macht mich zum Brechen.
Da muss ja eine Bulle platzen.
Da muss ja gleich eine alte Wand wackeln.
i] Ausruf des Staunens und der Verwunderung.
Da muss man die Läuse aus dem Pelze suchen.
i] Von einer unangenehmen widerwärtigen Arbeit.
Da muss man Maul und Augen aufsperren.
Da muss man sich eine Katze besorgen zum Lausen.
i] Bei einer langweiligen Arbeit.
Da muss man von guten Eltern sein.
i] Viel Kraft, Geschick und Glück haben.
Da muss man warten, bis Schellen Trumpf wird.
Da muss man zeitig wehren, wo man nicht soll (das Land) verheeren.
la] Vir qui zelatur nec seuit tutor agatur.
sd] Thaen skal waeria som ey will haeria.
Dä muss mit de Müse (Mäuse) pueste.
Luzern
i] Die Krankheit wird ihn ins Grab reißen.
Dä muss noch gewannt un gekrênzelt wärde.
Bedburg
i] Von einem unerfahrenen, unwissenden oder unhöflichen Menschen.
Da muss noch manch Wässerle de Bach abe laufe.
i] Bis das oder jenes geschieht.
Da muss sich manches Rätsel lösen,
Doch manches Rätsel knüpft sich auch.
Goethe (1749-1832), Faust
Da musst du den Beichtiger fragen, sagte die Mutter zum Knaben, als er wissen wollte, warum er zu seiner Tante im Kloster nicht mehr Jungfer sagen solle.
Da musst du früher aufstehen.
i] Wenn du das durchsetzen, wenn du mich anführen, wenn du mit dem fortkommen willst, du überschätzest deine Kraft.
Da musst du früher aufstehen.
Wenn du das durchsetzen, wenn du mich anführen, wenn du mit dem fortkommen willst; du überschätzest deine Kraft.
Aufstehen
Da musst du vorher noch mehr Knöpflen essen.
Nürtingen
Da musst sterben und wenn du tausend Seelen hättest.
Ungarisches Volksmärchen
Da müsst' ich von einer tauben Kuh gefressen haben.
i] Wenn ich das oder jenes täte.
Da müsst' ich's gestohlen haben.
i] Wenn ich es für diesen Preis weggeben sollte.
Da musste auch das Böckel grade ärschlich springen.
i] Wenn etwas fehl geht, von dem man glaubte, es müsse gelingen, weil man alles klug vorbereitet zu haben meinte.
Da müsste der Bär zum Lamme werden.
Da müsste der Teufel Stelzen gehen.
nl] Al zou de duivel op stelten rijden.
Da müsste die Köchin Hungers sterben.
nl] De koks vochten daar.
Da müsste eher kaltes Eisen biegen.
i] Um Zuverlässigkeit, Festigkeit eines Charakters zu bezeichnen.
Da müsste ich doch Tinte getrunken (gesoffen) haben.
i] Wird gebraucht, um die Möglichkeit, etwas Ungeeignetes getan zu haben, abzulehnen.
Da müsste ich ein rechter Narr sein.
Da müsste man das Geld gestohlen haben.
Da müsste man das Geld im Simri dastehen haben.
Rottenburg
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