Spruchlexikon DEUTSCH 13

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Es ist alweg die achtung größer denn das ding.Achtung
Es soll ein jeder Achtung haben: der Kaufmann, wenn die Ware geht; der Schiffer, wenn der Wind sich dreht; der Winzer, wenn die Traube schwillt; der Bauer, wenn der Roggen gilt.Achtung
Wer ohne Achtung lebt, der lebt in Schande.
nl] Die zonder achting leeft, die leeft met schande.
Achtung
Achtzehn gewinnt nie.
Zunächst beim Whist, es müssen zwanzig sein. Doch auch Spielerglaube, der nicht gern auf 18 anlegt, sondern meint, von 16 aus seien die fehlenden 4 Points leichter als von 18 die fehlenden 2 zu erlangen; wenigstens tröste sich der Gegner damit.
Achtzehn
Achtzehn oder drei.
Alles oder nichts, das Höchste oder das Geringste. Vom Würfelspiel entlehnt, wo achtzehn die höchste und drei die niedrigste Anzahl Augen sind, die man werfen kann. Von Wagehälsen gebraucht, die alles aufs Spiel setzen.
Achtzehn
Achtzehn, wie auf dem Schießhause.Achtzehn
Alle achtzehn (nämlich Augen) werfen.
Vom Würfelspiel entlehnt. Von denen, welchen es besonders glücklich geht. Die Griechen sagten: Achilles hat sechs Würfel geworfen. la] Jecit Achilles duas tesseras et quatuor. Von denen, die einen besonders guten Griff getan hatten, die das Glück besonders begünstigte, sagte man, sie hätten einen »Midaswurf getan«: Wer einen Midaswurf getan, darf um Rat nicht bange han. - Midas in tesseris consultur optimus.
Achtzehn
Da (von) gehen achtzehn aufs Dutzend.
»In allen Stätten, Flecken vnd Dörffern werden täglich Leut geboren, die hertz vnd händ haben zu Schiessen, Hawen vnnd Stechen, vnnd kommen offt Achtzehn für ein Dutzet zu Marck.«
Achtzehn
Er macht achtzehn, die besten.
Bricht, übergibt sich.
fr] Il rend le pain benit.
Diese französische Redensart bezeichnet: das Wiedergeben dessen, was man erhalten hat. Sie hat ihren Ursprung in einer kirchlichen Feierlichkeit, die an Sonn- und Festtagen stattfindet und wobei geweihtes Brot unter die Anwesenden verteilt wird. Der erste empfängt es vom Glöckner und beteilt sodann seinem Nachbar u.s.f. Daher die Redensart: Das geweihte Brot geben. Für: sich übergeben, wenn man zu viel getrunken hat, sagen die Franzosen auch: den Fuchs schinden (écorcher le renard).
Achtzehn
Wer nach Achtzig steigt, der keucht.
Von dem Drückenden des Alters.
Achtzig
Wenn Achtziger tanzen, gibt der Tod Ordonnanzen.Achtziger
Wenn ein Achtziger spricht, muss man beide Ohren gebrauchen.Achtziger
Acker um Acker, chuet an Stab.
(Appenzell)
hu] A fekete főldoen tarem a jô buza.
Acker
Acker und Pflug, Wein und Krug, durstiger Bruder, Zecher und Luder, Rettich und Ruben, Huren und Buben, Hühner und Hahnen, waren alle Gespanen.Acker
Acker und Wiesen durch den Bauch führen.Acker
Äcker, die außer der Landwehr liegen, sind schwer zu hüten.Acker
Alle Acker geben Zehent.
Stellt die Zehntpflicht als allgemein hin, nur ausnahmsweise konnte es zehntfreies Feld geben. »Ale Äcker gebent Zehent, es sei denn, dass einer wisse, womit er sich der Zehentpflicht erwehren könne.« (Grimm, Weisthümer)
mhd] Alle eckere geben zehenden. (Grimm, Weisthümer)
Acker
Auch guter Acker, ungebaut, trägt nichts als Disteln und Unkraut.Acker
Auf dem Acker des Frommen ist gut Aehrenlesen.Acker
Auf dem Acker ist kein besserer Mist, als der an des Herrn Schuhen ist.Acker
Auf Einem Acker wächst nicht jede Frucht (gedeiht nicht jedes Kraut).
dk] En ager baer ey all saad.
Acker
Auf einen solchen Acker gehört kein anderer Pflug.
Das verdient keine andere Behandlungsweise.
Acker
Auf fremdem Acker steht die Saat gut (immer besser als auf dem eigenen).
dk] Altid bedre paa en andens ager.
Acker
Auf schlechtem Acker erntet man selten gutes Getreide.Acker
Auf schwarzem Acker wächst der Weizen wacker.Acker
Auf unfruchtbarem Acker keinen Samen.Acker
Beim Acker ohne Brach lassen die Früchte nach.
Körperliche wie geistige Anstrengungen erfordern ihre Pausen, ihre Ruhe.
Acker
Braune Äcker - die besten.
It.: Terra negra buon pan mena.
hu] A fekete földben terem a jó búza.
Acker
Danach man den Acker baut, danach trägt er Frucht.
nl] Nae dat men den acker bouwt, draecht hi sijn vrucht.
la] Sicut ager colitur, sic fructibus, hic redemitur.
Acker
Das ist der beste Acker, den man eigen hat.Acker
Das ist mein Acker und mein Pflug.
In Ostpreußen: Dat ös mîn Acker on Plôg. Auch: Egg' on Plôg, d.h. mein Beruf.
Acker
Den Acker bauen ohn' Verdruss gewähret Brot im Überfluss.Acker
Den Acker pflügen und nichts hineinsäen.Acker
Der Acker bringt nicht Frucht allein, Gott muss ihm geben das Gedeihn.Acker
Der Acker Fridolini.
»Gegenüber ragte niedrig aus den Fluten eine Kiesbank - unbewachsen - oftmals gänzlich überflutet sie die Strömung; scherzend heißt der Mann im Rheintal sie den Acker Fridolini.« (Scheffel, Trompeter)
Er gibt allerhand Acker an.
Macht Händel, treibt lose Streiche.
Acker
Der Acker ist das Heu, die Wiese der Knecht.
(Frankenwald)
Acker
Der Acker ist der dankbarste Schuldner.
(Sachsen)
Acker
Der Acker klît, der Wäinjert (Weingarten) bräinjt nît. (Siebenbürgen-sächsisch)Acker
Der Acker macht die Früchte nicht, sondern die Zeit.
la] Ager non producit sed annuo. (Luther)
Acker
Der Acker muss schwächer sein als der Bauer.
la] Oportet agrum imbecilliorem esse. (Columella.)
Virgil sagt zu der Erklärung dieses Sprichworts: »Die zu großen Felder magst du loben, die kleinen aber anbauen.« Ein zu großes Feld macht mehr Arbeit, als verrichtet, werden kann. Auch in Bezug auf Ämter, welche die Kraft des Beamten übersteigen. Das folgende Sprichwort drückt denselben Gedanken aus.
Acker
Der Acker spürt's schon, wenn man Weißrübensamen nur darüber trägt.
(Franken)
Acker
Der Acker weniger spann' als der Ackersmann.
Eigentlich: Der Acker, das Feld, muss schwächer sein als der Bauer.
Acker
Der Acker, den man mit silbernen Scharen pflügt, trägt goldene Früchte.Acker
Der beste Acker bringt allein keine Frucht.
It.: Buona terra ha bisogno di lavoratore.
Acker
Der fruchtbarste Acker ist der, den man inne hat.Acker
Ein Acker mit Schätzen ist leicht ins Geld zu setzen.Acker
Ein Acker muss den andern austragen.
Ein Nachbar soll dem andern zum Bestellen der Saat wie zum Einräumen der Früchte den Weg über seinen Acker öffnen, wenn auf andere Weise die Ab- und Zufuhr nicht möglich ist.
Acker
Ein Acker ohne Getreid', eine Wiese ohne Weid', ein Keller ohne Wein, ein Heil'ger ohne Schein, ein Stock ohne Reben, ein Mensch ohne Leben, eine Mutter ohne Kind von geringem Werte sind.Acker
Ein Acker vnd Pflug, Ein Wasser vnd Krug, durstige Leute vnd guter Wein, soll allzeit bey einander seyn.Acker
Ein Acker was bawen ist ein nothturfft, gar zu wohl bawen ist schädlich.Acker
Ein Acker, der mit Kalk gedüngt wird, macht nur alte Leute reich.Acker
Ein Acker, der nicht wohl gebawet ist, bringt selten gut Korn.Acker
Ein acker, der vngebauwen leit, seye ihn, als dan er gut korn treit.
la] Fructus non multus fit, ager si non bene cultus.
Acker
Ein naher Acker vnd a weite Schwieger (Vater) ist's fürm hast für da Bauer.
(Schwaben)
Acker
Ein unbebauter Acker trägt nicht gut.
Bei Tunnicius: Ein ungebouwet acker drecht nicht wohl. (Est incultus ager nulli frumenta daturus.)
Acker
Ein ungebauter Acker bringt selten viel Korn.Acker
Ein vnbesehter Acker steht nicht wacker.Acker
Ein vngebawter Acker bringt distele vnd Hecken.Acker
Er ist (wieder) auf seinem eigenen Acker.Acker
Es ist besser den Acker bawen, denn vnersettliche lieb zu Gold vnd Silber haben.Acker
Es ist ein artlicher Acker um ein Amt, der einem sobald die Scheunen füllt.Acker
Es ist jm acker vnd wisen durch den Bauch gefaren.Acker
Es ist kein Acker so stolz, als der zum ersten mal im Meer gelegen hat.Acker
Es ist kein Acker, der nicht einmal brache liegt.
Perioden des Stillstandes kommen in dem Leben jedes, auch des tätigsten Menschen vor.
Acker
Es klebt kein Acker an dem, was er spricht.
In seiner Rede ist nichts Gemeines, Alltägliches, Niedriges, Triviales; sie zeigt von feiner Bildung.
la] Nihil ex agro dicis.
Acker
Fetter Acker bringt nicht stets die meiste Frucht.
fr] Aulcunes foy le laboureur par trop fumer n'a le meilleur.
la] Colonum interdum fallet nimium pinguis ager.
Acker
Fremde Äcker pflügen, so eigene brache liegen.Acker
Fremde Äcker pflügen.
Seine Kräfte dem eigenen Wirkungskreise entziehen und damit in fremde Geschäftssphären eingreifen. - Auch von dem Umgang mit anderer Frauen.
la] Alienum arare fundum. (Plaut.)
Acker
Gang mer net über mein Äckerle.
(Ulm)
Acker
Gezogen Acker gibt Zehent auf den Grund als andere Zehent.Acker
In bestellten Acker ist gut säen.
dk] Godt al saa i tilrudt ager.
Acker
In gutem Acker wächst auch Unkraut.Acker
Je mehr man dem Acker gibt (nämlich Arbeit und Düngung), desto mehr gibt er wieder.Acker
Kein Acker ohne Disteln (ohne Unkraut).
Darum kein allgemeines Verdammungsurteil.
Acker
Kein Acker war nie so wohl gebawet, das darin nicht vnnutz Kraut wuchs.Acker
Man find kein Acker ohne vnkraut.Acker
Man kan den Acker auch wohl zu viel düngen.Acker
Man muss den Acker nicht zu viel düngen.Acker
Man muss von keinem Acker fordern, was er nicht tragen kann.
dk] I ager dyr kning skat alte dagles hvad hoer slad kand taats.
Acker
Man soll den Acker nicht zu wohl bauen.
la] Nihil minus expedit, quam agrum optime colere (Plinius)
Acker
Me sell z' Acher fahre-n-, 'ass d' Sunne-n-rein nit uff d' Wägesse schynt.
(Solothurn)
Man soll so tief pflügen, dass die Pflugschar von der Sonne nicht beschienen wird.
Acker
Mit einem zu Acker gehen.
Ihn derb vornehmen.
Acker
Nicht ein jeder Acker trägt allerlei Frucht.Acker
Nicht jeder Acker bringt dieselben Früchte, nicht jedes Land hat dieselben Wichte.Acker
Nicht jeder Acker trägt Kohl oder Hopfen.
Wie man sagt: Non omnis fertissima tellus.
Acker
Schwartzer Acker tragt gut Brot Korn.Acker
Sein Acker ist so faul, wie er.
fr] Tant vaut l'homme, tant vaut sa terre.
Acker
Soll der Acker Saaten treiben, darf der Pflug nicht müßig bleiben.Acker
Soll sich der Acker wohl lösen, so soll man ihn auch wohl gürten.
Empfiehlt Fleiß des Ackersmanns.
Acker
Soll wachsen auff dem Acker Korn, so muss man düngen vnd pflügen vorn.Acker
Ungebauter Acker bringt (trägt) selten gute Frucht (gutes Korn).
nl] Unghebouwt acker draecht selden goed coorn.
la] Fertilis assiduo si non moveatur aratro, nil nisi cum spinis gramen habebit ager. - Fructus non multus, ager est ubi non bene cultus. - Rus nolens colere fructu solet ille carere.
Acker
Ungebauter Acker kann sich des Unkrauts (der Disteln) nicht erwehren.Acker
Veil Acker, wing Dinger, brengt olle Joahre winger.
In der Gegend von Militsch (in Schlesien), wenn auf einer Landschaft im Verhältnis zur Bodenfläche zu wenig Vieh gehalten wird.
Acker
Viel Acker werden vbel gebawet.Acker
Vom Acker geht der Zehent. Acker
Von schlechtem Acker erntet man selten gut Korn.
dk] Man skiaer sjelden korn of ond ager.
Acker
Was dein Acker kann geben, das sollst du ihm schonungslos nehmen.
Regel für Landwirte.
Acker
Was der Acker bringt, verzehrt's Gesind.
(Rott.-Tal.)
Acker
Was der Acker nicht trägt, muss der Buckel tragen.
So sagen die Felddiebe; aber man gebraucht es auch als Rechtfertigung für die ihnen erteilten Prügel.
Acker
Was der Acker trägt, muss Zehenten geben.Acker

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461 462 463 464 465 466 467 468 469 470
471 472 473 474 475 476 477 478 479 480
481 482 483 484 485 486 487 488 489 490
491 492 493 494 495 496 497 498 499 500

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