Alt-Wien (Gustav Kadelburg, Julius Wilhelm und A.M. Welkone), Operette 3 Akte (23. Dez. 1911 Wien, Carl-Theater); Musik nach Motiven von Josef Lanner, für die Bühne bearbeitet von Emil Stern
Musik von Joseph Lanner

Verfilmt 1933 unter dem Titel Das Häuserl in Grinzing
Graf Tutzing
Philomene (seine Schwester)
Felizitas (deren Tochter)
Baron von Seespitz
Artur (sein Freund)
Stöckl
Lini Stöckl
Rußberger
Natter
Franz Stelzer
Prohaska
Schauer
Dominik
Frau Grinzinger
Verwandte und Nachbarn Stöckls, Gäste, Diener

1. Akt. Der Hof eines kleinen Wiener Vorstadthauses, wo Stöckl eine Wirtschaft führt. Lini Stöckl ist die Perle des Hauses. Sie steht auf einem kleinen Podium und unterhält die zahlreichen Gäste, Freunde und Nachbarn durch ihre Lieder, wobei reichlich eingesammelt wird. Unter den Gästen tut sich besonders der etwas sehr derbe, aber sonst kreuzfidele Nußberger hervor, dessen Leidenschaft es ist, täglich ein paar Leute hinauszuwerfen. Auch der vornehme Herr von Seespitz kommt als Gast, aber nur um Lini den Hof zu machen, mit dem einzigen Erfolg, daß er von Nußberger hinausgeworfen wird. Lini ist ihrem Franz treu, der jetzt bei den Soldaten steht, aber seine freie Zeit benutzt, um auch zu kommen. In die allgemeine Gemütlichkeit platzt jetzt der Polizeibeamte Prohaska herein. Auf seine amtlichen Fragen muß Stöckl gestehen, daß er Lini als Säugling ausgesetzt gefunden, und nur als Tochter auferzogen habe. Prohaska erklärt darauf, daß sich die Eltern gefunden und Lini eine Komtesse ist. Die Verwandten haben das durch das Geständnis der Amme erst jetzt erfahren, und ihre Nachforschungen haben zu Lini geführt. Schon kommt der Graf Leopold von Tutzing mit seiner Schwester Philomene und seiner Nichte Felizitas, um seine wiedergefundene Tochter zu holen. Lini ist in Zwiespalt. Sie liebt ihren guten Pflegevater und von Franz will sie nicht lassen, aber ihrem natürlichen Vater muß sie freilich folgen.

2. Akt. Zimmer im Hause des Grafen. Lini, jetzt Komtesse Hortense, bringt zum Schrecken der hochnäsigen Tante Philomene und des dummstolzen Dieners Dominik Leben in das sonst vornehm ruhige Palais des Grafen. Desto mehr Liebe findet sie bei dem Vater, der in die neue Tochter vernarrt ist und bei ihrer Kusine Felizitas, die ihr aufrichtig wohl will. Ganz glücklich wird sie aber, als ihr Franz kommt und zum Namenstag gratuliert, und nach ihm die ganze Vorstadtgesellschaft anrückt, angeführt von Nußberger, der wieder einige Diener, die den Eintritt verwehren wollen, mit Lust und Liebe zur Sache, hinauswirft. Lini-Hortense läßt Speise und Trank auftragen, und es entwickelt sich im Salon ein lautes, lärmendes Wirtshausleben, als der Graf mit der hochadeligen Familie eintritt und mit Schrecken das tolle Durcheinander sieht.

3. Akt. Gasthaus „Zum braunen Hirschen” im Wiener Prater. Nußberger gibt wieder den Ton an; aber zu Lini ins Schloß will er nicht wieder, er meint, die Leute dort seien zu grob, denn diesmal hat man ihn hinausgeworfen. Lini soll durchaus ihren Franz aufgeben. Das will sie nicht, das kann sie nicht. Als Tante Philomene sie aus Wien entfernen will, geht sie durch, hinaus in den Prater, wo Vater Stöckl jetzt wirtschaftet, zu ihrem Franz, und singt wieder auf dem Brettl wie früher. Der Herr Graf kann nichts machen, denn noch hat der Familienrat Lini nicht anerkannt. Da kommt aber schon der Beamte Prohaska mit der Nachricht, daß die ganze Sache nicht richtig sei; Lini ist nicht die vertauschte Hortense, die Grafentochter ist richtig als Kind bei der Amme, die die ganze Verwirrung angerichtet hat, gestorben. Niemand ist froher als Lini und Franz, denn nun können sie heiraten. Stöckl tritt seine Vaterschaft wieder an und der Herr Graf zieht betrübt ab, denn er hatte Lini wirklich lieb gewonnen.

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