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SPRÜCHE Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

...eigentlich ergreift der Aberglaube nur falsche Mittel, um ein wahres Bedürfnis zu befriedigen [...] Denn wer kann sagen, [...] daß er sich nicht neben dem ernstesten Tun und Leisten, wie mit Glauben und Hoffnung, so auch mit Aberglauben und Wahn, Leichtsinn und Vorurteil hinhalte.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Geschichte der Farbenlehre 3. Abt. - Roger Bacon
ABERGLAUBE

...und die Überzeugung, daß kleine gemeinschaftliche Abenteuer, so wie sie neue Bekanntschaften schneller knüpfen, auch den alten günstig sind, wenn sie nach einigem Zwischenraum wieder erneut werden sollen...
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an Friedrich Schiller (1759-1805), 14.10.1797
ABENTEUER

...unterdessen sind wir nicht Herren unseres Aberglaubens und unserer Hoffnungen.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), An Zelter, 29.5.1817
ABERGLAUBE

Am Abend schätzt man erst das Haus.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Faust I, Vor dem Tor
Wagner Vs 1144

ABEND

Dämmrung senkte sich von oben,
Schon ist alle Nähe fern;
Doch zuerst emporgehoben
Holden Lichts der Abendstern!
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Chinesisch-Deutsche Jahres- und Tageszeiten VIII
ABENDSTERN

Der Aberglaube gehört zum Wesen des Menschen und flüchtet sich, wenn man ihn ganz und gar zu verdrängen denkt, in die wunderlichsten Ecken und Winkel, von wo er auf einmal, wenn er einigermaßen sicher zu sein glaubt, wieder hervortritt.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 500
ABERGLAUBE

Der Aberglaube ist die Poesie des Lebens, beide erfinden eingebildete Wesen, und zwischen dem Wirklichen, Handgreiflichen ahnen sie die seltsamsten Beziehungen; Sympathie und Antipathie walten hin und her. Die Poesie befreit sich immer gar bald von solchen Fesseln, die sie sich immer willkürlich anlegt; der Aberglaube dagegen läßt sich Zauberstricken vergleichen, die sich immer stärker zusammenziehn, je mehr man sich gegen sie sträubt.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Schriften zur Literatur - Justus Möser
ABERGLAUBE

Der Aberglaube ist die Poesie des Lebens; deswegen schadet's dem Dichter nicht, abergläubisch zu sein.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 171
ABERGLAUBE

Der Aberglaube ist ein Erbteil energischer, großtätiger, fortschreitender Naturen; der Unglaube das Eigentum schwacher, kleingesinnter, zurückschreitender, auf sich selbst beschränkter Menschen.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Geschichte der Farbenlehre 3. Abt. - Roger Bacon
ABERGLAUBE

Der Aberglaube, sowie manches andre Wähnen, verliert sehr leicht an seiner Gewalt, wenn er, statt unserer Eitelkeit zu schmeicheln, ihr in den Weg tritt und diesem zarten Wesen eine böse Stunde machen will; wir sehen alsdann recht gut, daß wir ihn loswerden können, sobald wir wollen; wir entsagen ihm um so leichter, je mehr alles, was wir ihm entziehn, zu unserm Vorteil gereicht.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Dichtung und Wahrheit III,11
ABERGLAUBE

Der sogenannte Aberglaube beruht auf einer viel größeren Tiefe und Delikatesse als der Unglaube.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Riemer, 12.12.1806
ABERGLAUBE

Die Zeit ist vorüber, wo man abenteuerlich in die weite Welt rannte; durch die Bemühungen wissenschaftlicher, weislich beschreibender, künstlerisch nachbildender Weltumreiser sind wir überall bekannt genug, daß wir ungefähr wissen, was zu erwarten sei.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Wanderjahre III,9
ABENTEUER

Ein guter Abend kommt heran,
Wenn ich den ganzen Tag getan.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Lebensgenuß
ABEND

Ein solches Sakrament [wie das Abendmahl] dürfte aber nicht allein stehen; kein Christ kann es mit wahrer Freude, wozu es gegeben ist, genießen, wenn nicht der symbolische oder sakramentalische Sinn in ihm genährt ist.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832); Dichtung und Wahrheit II,7
ABENDMAHL

In dem Abendmahle sollen die irdischen Lippen ein göttliches Wesen verkörpert empfangen und unter der Form irdischer Nahrung einer himmlischen teilhaftig werden.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Dichtung und Wahrheit II,7
ABENDMAHL

Ist es denn zuviel gesagt, daß ein gewisser Aberglaube an dämonische Menschen niemals aufhören, ja daß zu jeder Zeit sich immer ein Lokal finden wird, wo das problematisch Wahre, vor dem wir in der Theorie allein Respekt haben, sich in der Ausübung mit der Lüge auf das allerbequemste begatten kann.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Tag- und Jahreshefte 1805
ABERGLAUBE

So fahret fort zu dichten,
Euch nach der Welt zu richten.
Bedenkt in Wohl und Weh
Dies goldne A-B-C.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Claudine von Villa Bella A I, Wohnung im Gebirge / Rugantino Vs 399f.
ABC

Und seid von Herzen froh!
Das ist das A und O.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Gesellige Lieder: Frech und froh
A

Und so ist sein [Christi] Wandel für den edlen Teil der Menschheit noch belehrender und fruchtbarer als sein Tod: denn zu jenen Prüfungen ist jeder, zu diesen sind nur wenige berufen; und damit wir alles übergehen, was aus dieser Betrachtung folgt, so betrachtet die rührende Szene des Abendmahls. Hier läßt der Weise, wie immer, die Seinigen ganz eigentlich verwaist zurück, und indem er für die Guten besorgt ist, füttert er zugleich mit ihnen einen Verräter, der ihn und die Bessern zu Grunde richten wird.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Wanderjahre II,2
ABENDMAHL