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Es ist ein Mondkalb.
z] Muss also den Widertäufern ein Kind nicht ein Kind, sondern ein Mondkalb oder Wechselbalg heißen. Luther

Es ist ein Mopshund.
i] Ein dummer, unfreundlicher, grober Mensch.

Es ist ein Mottenkopf.
i] In Berlin von einem geweckten Jungen, der dumme Streiche gemacht und es faustdick hinter den Ohren hat.

Es ist ein Mucker.
i] Angeblich hat diesen Spitznamen zuerst Herr von Schön, der Genosse Steins, als Oberpräsident von Ostpreußen, den Pietisten gegeben. Die Bezeichnung ist der Jägersprache entnommen, wo sie vom männlichen Hasen in der Paarungszeit gebraucht wird, während der Name auf Menschen übertragen, so viel als Verstellung, Heuchelei und sinnliche Lüsternheit bedeutet.

Es ist ein Muddelpung.
i] Ein unordentliches und schmutziges Frauenzimmer, im Hauswesen und in der Kleidung.

Es ist ein mühlhauser Streich.
i] Mühlhausen (Provinz Preußen) ist, durch seine Streiche sprichwörtlich geworden, wohl aber erst in neuerer Zeit. Zu diesen Streichen scheint auch die im April 1862 erfolgte Einladung der sämtlichen Bewohner zu einer Vorversammlung behufs der Wahlen zu gehören, die auf Anordnung des Bürgermeisters Fritsch durch einen Polizeidiener unter Trommelschlag erfolgte.

Es ist ein Muschelkrieg.
i] Scheinkrieg, bei dem nichts herauskommt. Bezieht sich wohl auf den lächerlichen Feldzug eines römischen Kaisers, der mit seinem Heere auszog, die Soldaten an der Küste Muscheln sammeln ließ und die Beute dem Jupiter reichte.
ho] Het is een moßelkrijg.

Es ist ein Musikant, der einem das Placebo singt.

Es ist ein Muss.
nl] Het is eene moet.

Es ist ein müßiger Prophet, der verkündet, was in allen Kalendern steht.
z] Doch der ist kein Prophet, der diss, wass Sperlinge auf allen Dächern singen, will als was künftiges vor kluge Leute bringen. Schleswig

Es ist ein Muster von Hässlichkeit.
nl] Het is een monster van leelijkheid.

Es ist ein Mutterfluch.
nl] Het is een moeders vloek.

Es ist ein Muttersöhnchen (Muttersöhnel).
i] Ein verzärteltes Kind, ein verzogener Mensch. In Frankreich wird es ein 'teures Gewürz' genannt.

Es ist ein Nachtrabe.
nl] Het is eene nachtraaf.

Es ist ein Nagenranft.
i] Kümmelspalter, Küssenpfennig

Es ist ein nahrhaft Haus, in dem ein Teller mehrmal gefüllt wird.

Es ist ein Name ohne Körper (ohne Wirklichkeit).
i] Von Personen, die ehrenvolle Namen führen, deren Charakter aber ihrem Namen nicht entspricht.

Es ist ein Narr von drei Buchstaben (Sot).

Es ist ein Narr wie der andere.

Es ist ein Narr, der allein spricht und sich nur selber hört.

Es ist ein Narr, der mit vollen Segeln gegen den Sturm schifft.

Es ist ein Narr, wer das Ausgehen meidet, weil er einmal gefallen ist.
Russland

Es ist ein Narrenscherz.

Es ist ein Narrenwerk, wenn der Esel will auf Harpffen spielen und die Sau will spinnen.
nl] Het is zotternij, den ploeg te spannen vóór de oßen.

Es ist ein närrisch Cortesi, den bissen aussen Maul nemen und einem anderen geben.

Es ist ein närrisch Ding der Mensch.
Goethe, Tagebuch der italienischen Reise V, 26.10.1786

Es ist ein närrisch Ding, dass durchs Reale das Ideelle gleichsam aufgehoben wird, daher mag denn wohl kommen, dass den Modernen ihr Ideelles nur als Sehnsucht erscheint.
Goethe, An Zelter, 19.10.1829

Es ist ein närrisch ding, ruhm suchen, da keiner zu erlangen.

Es ist ein närrisch ding, so einer nach Bären jaget, und hat nit hund, da er mit könt ein hasen wol gefallen.

Es ist ein närrischer Arzt, der den Puls auf dem Rücken fühlt und das Wasser im Mörser besieht.

Es ist ein närrischer Reiter, der das Pferd auf holprigem Wege spornt.

Es ist ein närrischer Reiter, der seine Sporen zu Hause lässt.

Es ist ein närrisches Schaf, das sich dem Wolf anvertraut.

Es ist ein nasser Knabe.
z] Das seind mir freilich nasse knaben, die vil verzeren und wenig haben. Vnd seind mit bösem wasser gewaschen, thund heimlich in den mantel stechen, mit fensterwerffen sich selbs rechen, Schmachbüchlein schreiben on' einen namen, mit lügen hetzen wider zamen.
z] Darumb ist er ein nasser knab und sucht sein speiss mit ödem fundt.

Es ist ein nasser Vogel.
i] Ein Taugenichts, wie ein Vogel, wenn er nass ist, zum Fliegen nichts taugt.
z] Ein vnnützer nasser Vogel, als man denn solche gesellen pflegt zu heißen.

Es ist ein natürlich Kind.

Es ist ein Netz ohne Fische.
nl] Dat is een net zonder visch.

Es ist ein neuer König, der nichts von Joseph weiß.
i] Wohltaten sind bald vergessen.
la] Surrexit interea rex novus super Aegyptum qui ignorabat Joseph.

Es ist ein neues Lied wie der Unkensang im Teiche.

Es ist ein Neuigkeitskrämer.
i] Ein Mensch, der wirkliche oder angebliche Tagesvorgänge anderen zu erzählen weiß.

Es ist ein neunsträhliger Kerl.
Köthen

Es ist ein Neununddreißiger.
i] Diese Redensart entstand gegen Ende des Jahres 1849 in Hirschberg, in einer Periode des ärgsten reaktionären Fanatismus. Ein Lehrer hatte bei dem am 3. Sept. dort stattgefundenen allgemeinen Schulfeste, an die deutschen Farben, die über dem Sprecherplatze wehten, anknüpfend, ein Hoch auf das deutsche Vaterland eingeleitet. In der Schles. Zeitung erfolgte ein denunzierender lügenhafter Bericht, worin, um der Behörde Veranlassung zum Einschreiten gegen ihn zu geben, die Behauptung ausgesprochen wurde, dass die anwesenden Eltern entrüstet über die Rede des betreffenden Lehrers gewesen seien. Dieser forderte in dem zu Hirschberg erscheinenden Sprecher den Korrespondenten auf, die entrüsteten Eltern namhaft zu machen. Nachdem derselbe nun durch einige geeignete Subjekte beinahe zwei Wochen unter allerhand Vorwänden hatte Unterschriften sammeln lassen, wurden 39 Namen im (hirschberger) Boten abgedruckt, von Personen, von denen die meisten entweder gar keine Kinder hatten, oder gar nicht auf dem Festplatze gewesen waren, oder denen man einen ganz anderen Zweck angegeben. Wenn nun von einem dieser Männer die Rede war oder wenn man einen sah oder traf, so nannte man ihn einen 'Neununddreißiger'. Die Redensart wurde sogar im Kreise sprichwörtlich. Zunächst verstand man die Unterzeichner jener Erklärung darunter, dann allgemein aber einen fanatischen Reaktionär, oder einen Menschen, der sich blind für die Zwecke anderer gebrauchen lässt.

Es ist ein neutraler Heiliger, der nicht zeichnet.
fr] Saint-Thibaud de la Loupe, qui ne maudit n'y n'absoud.

Es ist ein Nimmersatt.
fr] Il a toujours dix aunes de boiaux vuides au services de ses bons amis.
fr] Il avaleroit la mer et les poissons.
la] Largitio non habet fundum.
la] Inexplebile dolium avaritia et libido habendi.

Es ist ein Nordlicht.
i] So nennt die klerikale Partei in Bayern solche Männer, die aus Preußen oder aus den norddeutschen Staaten in amtliche Stellungen nach Bayern berufen werden. So sagt das 'Vaterland': 'Die Berufung der sogenannten >Nordlichter< an die münchener Universität und damit die Gründung einer preussischen Partei in Bayern sammt ihren Folgen, z.B. den Untergang des alten Bayern.

Es ist ein Notdreier.

Es ist ein Notschilling.
i] Geld, das man zur Abwendung von Not aufgehoben hat.

Es ist ein notwendiges Übel.
la] Necessorium malum.

Es ist ein Obstgarten, der nur Äpfel von Sodom trägt.

Es ist ein Ochs im Joch.
i] Von denen, die ununterbrochen beschäftigt sind.

Es ist ein Ochs, der auf dem Seil tanzt.
i] Von etwas, das sehr unwahrscheinlich ist.

Es ist ein Ochs, der den Staub gegen sich selbst aufrührt.
i] Von denen, die sich willig in eine widerwärtige Lage bringen lassen. Die Ochsen lassen sich nämlich sehr leicht binden.

Es ist ein Ochs, der nicht zieht.
i] Von jemandem, der an seiner Stelle seine Pflicht nicht erfüllt.

Es ist ein Öchslein, welches das dritte mal Gras frisst.
i] Im dritten Jahr. Aus dem Landleben hervorgegangen.

Es ist ein Ofen hier.
i] Wird gesagt, wenn jemand zugegen ist, der das, was man bespricht, nicht hören soll.

Es ist ein Ofenhocker, der nie hinter seines Vaters Gartenzaun gekommen ist.

Es ist ein offener Kopf.

Es ist ein öffentliches Geheimnis.

Es ist ein Ohrenbläser.
i] Wer das elende Gewerbe treibt, einem allerlei Schlimmes von anderen im geheimen mitzuteilen.

Es ist ein Ölfleck, der bleibt.
i] Ein Schandfleck, der sich nicht austilgen lässt, ein Übel, das immer weiter um sich greift.

Es ist ein Ölgötzer.
z] Alle, die ihr Gesetz lehren, heißet die Schrift falsche Propheten, Oelgötzer, Betrüger, Verführer u.s.w. Luther

Es ist ein Ostermärchen.
i] Eine erfundene, komische, lächerliche Geschichte. Bekanntlich wurden früher viele christlich-kirchliche Feste mit dem Beiwerk von Possen und Narrenspielen ausgestattet, die weder mit der Würde jener Feste, noch mit den Orten, wo sie gefeiert wurden, im Einklang standen. Dazu gehörte auch der Brauch, welcher sich bis in das vorige Jahrhundert behauptet hat, während der Osterpredigten dem Volke in den Kirchen allerlei Schwänke und lustige Histörchen aufzutischen, um die Zuhörer nach der traurigen Fastenzeit zu erheitern.
z] Um diese Zeit pflegt man Ostermärlein und närrische Gedichte zu predigen, damit man die Leute, so in der Fasten durch ihre Buße betrübet und in der Marterwoche mit dem Herrn Christo Mitleiden getragen, durch solch ungereimtes und loses Geschwätz erfreuet und wieder tröstet, wie ich solche Ostermärlein in meiner Jugend etliche gehöret.' Als Beispiel erzählt Matthesius Folgendes: 'Da der Sohn Gottes vor die Vorburg der Hölle kam und mit seinem Kreuz anstieß, haben zwei Teufel ihre langen Nasen als Riegel vorgesteckt; als aber Christus angeklopft, dass Tür und Angeln mit Gewalt aufgegangen, habe er beiden Teufeln ihre Nasen abgestoßen.' 'Solches', bemerkt Matthesius, 'nannten zu der Zeit die Gelehrten Risus paschalis.

Es ist ein oszmianischer Edelmann.
Polen
i] Der Landadel aus dem litauischen Gebiet. Oszmian war sehr arm. In zerrissener Kleidung, den Säbel an der Seite, einen Fuß in einem Bastschuh und den anderen im Stiefel bot er in den frühern Tagen einen sehr kläglichen Anblick. Dennoch machte er überall seine Adelsrechte geltend. Noch jetzt wendet man die obige Redensart in Litauen auf einen Menschen an, der selbst in ärmlicher Kleidung von seiner Großtuerei nicht ablassen kann.

Es ist ein Pandurenlärm.
i] Die am 4. August 1870, im deutsch-französischen Kriege von Bayern und Preußen mit Sturm genommene Stadt Weißenburg im Elsass, welche im 17. Jahrhundert samt dem ganzen Elsass durch Ludwig XIV. an Frankreich kam, erlebte im 18. Jahrhundert im Österreichischen Erbfolgekriege die Eroberung der sogenannten weißenburger Linien, eine vom französischen Marschall Villar zum Schutz gegen Deutschland angelegte 21/2 Meilen lange Reihe von Gräben, Wällen und Schanzen, durch die Panduren und Kroaten. Das war der 'Pandurenlärm', von dem im Elsass noch jetzt die Rede ist.

Es ist ein Papierschänder.
z] Zuletzt wollen auch anher die zween Papierschender zu Leipzig. Luther

Es ist ein Paradies auf der Erden.

Es ist ein Paradieskutscher.
i] Scherzhafte Bezeichnung eines Geistlichen als Leichenbegleiter.

Es ist ein Partekenprediger.
z] Ich bin nicht ein Partekenprediger, der da von dem Bettelstab als von zeitlichem Reichtum, Gewalt und Wollust predigte. Luther

Es ist ein Partekenteufel.
z] Das sind nicht geringe Partekenteuffel, sondern Landteuffel, Hoff- und Fürstenteuffel. Luther

Es ist ein Pass wie David dem Urias schrieb.

Es ist ein passauer Zettel.
i] Ein Zaubermittel. Ein Student, Namens Christian Elsenreit'n, versuchte zu Anfang des 17. Jahrhunderts in einem Gässchen rückwärts des Rathauses, wo er sich aufhielt, durch Anfertigung von Zauberzetteln, die gegen Verwundungen schützen sollten, zu Ansehen und Reichtum zu gelangen. Auf diesen Zetteln war zu lesen: 'Teufel, hilf mir, Leib und Seele geb' ich dir!' Wer sich vor jeder Schuss-, Hieb- oder Stichwunde sicher stellen wollte, verschluckte einen solchen Zettel. Starb er innerhalb der ersten 24 Stunden, so gehörte seine Seele, wie man glaubte, dem Teufel an.

Es ist ein Pastetenmännlein.
i] Spottweis von kleinen (männlichen) Personen. Von den Männlein entlehnt, die als ein Schauessen in Pasteten aufgetragen zu werden pflegten.

Es ist ein Patschurbele.
i] So nennt man im Vinschgau (Tirol) einen beschränkten und eigensinnigen Sonderling.

Es ist ein Pechhengst.
i] In Schlesien Spottname für Schuhmacher. In früherer Zeit nannte man sie auch wohl Stuhlreiber, weil ihr Beruf sie zu stetem Sitzen nötigte. Das Wort findet sich bei Agricola in der Schreibung Stulreuber, Stulrauber

Es ist ein Peizker noch so klein, er hält sich für ein Hechtelein (o. er möchte wohl ein Karpfen sein).
i] Peizker = Steinbeißer, kleine Schmerle, Cobitis taenia.

Es ist ein Pelzwaschen

Es ist ein Pessulant.
i] So hießen im 16. Jahrhundert bei den gelehrten Soldaten alle, welche einen Zauber bei sich trugen, um unverwundbar zu sein; und wer die Kunst verstand, solchen Zauber zu lösen, war ein Solvant.
z] Es ist möglich, dass der Ausdruck Pessulant in >Passauer Kunst< verwandelt worden ist. G. Freytag, Bilder aus der deutschen Vergangenheit, Leipzig 1861

Es ist ein Petenettenkram.
Ostpreußen
i] Ein kleines Handelsgeschäft; von petit.

Es ist ein Pfaffengebot.
z] Sagt man, es mags halten, wer da will.

Es ist ein Pfarrerskind, deshalb lässt es die Türen offen.

Es ist ein Pfennigklieber.
i] In Tirol die Bezeichnung eines Geizhalses.

Es ist ein Pferd, das wie ein Füllen wiehert.

Es ist ein Pferd, es hat weder Zaum noch Sporen.
i] Von schwachköpfigen, unempfindlichen, unbrauchbaren Menschen.

Es ist ein Pferdedoktor.
i] Es ist damit ein Schmied gemeint, weil dieser früher, in manchen Gegenden noch jetzt die kranken Pferde behandelt.
en] A horse-Doktor. I65.)

Es ist ein Pfingstvögelein.

Es ist ein Pflastertreter.
fr] C'est un batteur de fer.

Es ist ein Pickfiester.
i] Nicht bloß Ortschaften, Völker u.s.w., auch ganze Berufsarten haben ihre Spitznamen. So heißt der Schuh macher hochdeutsch Meister Knieriem, während ihm der Plattdeutsche mit dem unübersetzbaren Namen Pickfiester bezeichnet; der Kleidermacher und maître tailleur wird zum Ziegenbock oder kurz und gut Bock, der Bäcker heißt Deigap (Teigaffe), der Müller Mattendeiw (Metzendieb), der Maurer Swälk (Schwalbe). Der Apotheker wird Pillendreher, der Zahnarzt Gagelrat, der Krämer Dütendreher, ein Kaufmannslehrling oder Gehülfe Ladenschwengel oder Schwung, der Bauer oder Landmann Klutenperrer (Schollentreter), die Ackerbaubeflissenen ein Strom (Stromus vulgaris campester wasserstiefelensis) genannt. Der Förster führt bei den Plattdeutschen drei Bezeichnungen: er heißt Telgenvagt, Fossschinner und Bültenspringer, wie die geheimen Polizisten in Wien bald Spitzel, bald Naderer, bald Vertrauter genannt werden. In Norddeutschland heißt ein Polizeidiener Vagel Grîp (Vogel Greif). Der Postillon ist als Schwager, der Matrose als Teerjacke allgemein bekannt; der Geistliche wird als Leichenbegleiter Paradieskutscher, als Wächter des Sonntagsgesetzes schwarzer Gensdarm genannt, der Küster Hinterviertel der Geistlichkeit, wie Sakristeibüttel, der Hauslehrer Arschpauker, der Schulmeister Bildhauer, der Seminarist als solcher Semmelchrist, als Hauslehrer Lesebengel. Der Mönch muss sich Nonnerich nennen lassen. In Frankreich wurden die Nonnen vom Orden des heiligen Bernhard wegen ihrer schwarzweißen Tracht Elstern genannt. Die Hebamme, welche im Hochdeutschen 'weise Frau' genannt wird, verwandelt der Niederdeutsche in eine 'Mutter Griepsch'. Sogar für die Frommen von Fach gibt es eine Menge Spitznamen, als Betbrüder und Betschwestern, Dunkelmänner, Mucker, Mystiker, Pietisten, Stille im Lande, Zionswächter. Es wird häufig angenommen, der Name Mucker sei in den dreissiger Jahren zu Königsberg in Preußen aufgekommen, als die dortigen Prediger Ebel und Diestel einen Verein beiderlei Geschlechts zu Wiederherstellung paradiesischer Unschuld und zu Erzielung eines neuen Messias gegründet hatten; es ist dies aber irrig, da er nur aufs neue zur Anwendung gebracht worden ist, denn der Ausdruck findet sich bereits in dem Sinne von scheinheiliger Frömmler 1777. Auch in höheren Kreisen findet sich die Neigung für Beinamen. In dem geheimen, zwölf auserlesene Mitglieder zählenden Ritterbunde, welchen der preussische Kronprinz Friedrich in gründete, führte jedes Mitglied seinen besondern Namen. Friedrich selbst hieß Le Constant, Suhm Diahane (der Offenherzige), Jordan Hephaestion, von Kayserling Caesarion. Im Mittelalter glänzten schon die Scholastiker mit Erfindung von Beinamen. Da gab es einen Doktor irrefragabilis, einen Doktor seraphicus, angelicus, fundatissimus.

Es ist ein Piepmeier.
i] Wie Personen, Ortschaften, Völker ihren Spitznamen führen, so haben sich auch die politischen Parteien gegenseitig mit dergleichen belegt. Beispiel: 'Wühler' (Fortschritt) und 'Heuler' (Reaktionäre) aus dem Jahre 1848, während für die Mittelpartei die Bezeichnung 'Piepmeier' in Gebrauch kam. Der Niederdeutsche erfand damals für die sogenannte Verfassungspartei (Constitutionellen) den Ausdruck Putscheneller (Policinelli). Zehn Jahre früher standen in der Schweiz die 'Hörner' (Conservative) und 'Klauen' (Fortschrittsmänner) im erbitterten Kampf widereinander. Im Frankfurter Parlament gab es einen Reichskanarienvogel (Rösler von Oels), einen Reichsgestaltenseher (Bassermann), ein Reichswiesel (Wuttke), in dem Göttinger Waitz, der von der Tribüne mit geschlossenen Augen zu sprechen liebte, eine Reichsblindschleiche, und eine Reichsträne (Venedey), wie in Lichnowsky den Ritter Schnapphansky und in Grumbrecht den Mirabeau der Lüneburger Heide. In neuerer Zeit hat der Berliner Witz die Tulpensoiréen des Reichskanzlers parlamentarische Mäusefallen getauft. Die czechische Politik nennt das Neue Fremdenblatt Pomeisl. Dr. Strousberg in Berlin führt den Namen Eisenbahnkönig; Napoleon III. hieß Er, Palmerston abgekürzt 'Pam', Prinz Jerôme heißt 'Plon-Plon'. Als im Jahre 1839 Dr. David Strauss an die züricher Hochschule berufen wurde, gerieten Stadt und Kanton in eine giftige Spaltung. Die Anhänger des Dr. Strauss wurden die 'Straussen' genannt.

Es ist ein Pinsel ohne Stiel.

Es ist ein Pisspott mit zwei Ohren.
i] Ein dummer, eingebildeter Mensch.

Es ist ein Plackscheißer.
i] Es ist dies, wie Tintenfresser, ein Spottname für Gelehrte.
z] Solt sie wohl einem elenden Plackscheißer, einem lausichten Schurken u.s.w. solch einen Edelmann, wie ich bin, vorziehen.

Es ist ein Plaisir-Michel.
Köthen

Es ist ein Plapperfrosch.
i] Plapperfröschen, Lügenatseln, Neidwespen, Stichelmücken, falsche Murrbrämsen.

Es ist ein Plapperhans.
i] Um einen Plauderer, Schwätzer, Lügner zu bezeichnen.
fr] Mail il est de l'académie de Mon crabeau.
i] Seit Anfang des 18. Jahrhunderts bildete sich eine Gesellschaft im südwestlichen Frankreich, ähnlich wie die Republik Babin in Polen seit 1550.

Es ist ein Plattenträger.
z] Nur dass sie ihrer Lehre nicht vollkömlich gefolget und allzumahl heilige Pfaffentreger sind worden. Luther

Es ist ein Platzinbrei.
z] Du bist ein rechter platsch in Brey.

Es ist ein Plauderhans.
i] Scheltnamen für plauderhafte Leute.

Es ist ein Plaudermatz.
fr] Il n'a que la gueule.

Es ist ein Plearhaufen.
i] So nennt man im Vinschgau (Tirol) ein immer weinerliches Kind; von plêaren, heulen, plärren.

Es ist ein Pochhans.
i] Ein trotziger rauher Poltron.

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