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LYRIK Friedrich Rückert - Poetische Werke 2699

Friedrich Rückert (1788-1866)

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Poetische Werke 2699

Der Ehrgeiz gibt nicht Ruh noch Rast dem, der ihn hegt;
Von ihm ist, wie vom Sturm die Flut, das Herz bewegt.

Bei einem Mann der That ist er villeicht zu loben;
Er sei davon gespornt, getragen und gehoben!

Daß er den innern Sturm durch äußre Stürme dämpfe;
Und wie ihn nagt sein Wurm, betäub' er ihn durch Kämpfe!

Allein bei Wissenschaft und Kunst ist ganz ein Fluch
Der Ehrgeiz, unstatthaft, ein innrer Widerspruch.

Denn mit der Ruh kann nicht die Unruh sich vertragen;
Eh'r Geiz, als Ehrgeiz, läßt in Muße sich ertragen.

Die Weisheit des Brahmanen. Bd. 6. XX. 136

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