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Otto Erich Hartleben (1864-1905) - Gedichtzeilen

Otto Erich Hartleben (1864-1905)

[Inhalt] [Anfänge] [Titel] [Zeilen]

Gedichtzeilen

  1. 's ist wieder dunkel. – Bin ich denn bezecht?
  2. . . . Als ich dann wieder in die Heimat kam –
  3. . . . O wüßtest du, wie hold mit Übermacht
  4. . . . und das üppige Haar
  5. bannt seinen Blick nun!
  6. Dolche sich kreuzten! –
  7. Hegend und reifend
  8. heilige Wahrheit,
  9. Lieder befeuert.
  10. wird sie nicht löschen!
  11. Gegangen bin ich über braune Haide.
  12. Sonneberger Elegie
  13. ab sich kehren und von seiner Hände
  14. Aber arm ist des Menschen Herz!
  15. Aber da die Nacht herabgesunken,
  16. aber dann erhob er seine Stimme,
  17. Aber dann zerschlug das Bild des Götzen
  18. aber der Segen des Glücks hätte die Brust mir erwärmt.
  19. Aber die Nächte,
  20. Aber diese brach dem Mann die Treue.
  21. aber droben lächelt ihm Licht und Wärme,
  22. Aber du, mein Herr und Gott, du führtest
  23. Aber freudefeindlich, fern dem Schwarm,
  24. Aber Gott verschaffte einen großen
  25. Aber ich bin nur ein Mensch der Erde,
  26. Aber jene gab ihm keine Antwort,
  27. Aber jene hörten nicht, sie tobten
  28. Aber jener folgte nicht der Warnung,
  29. Aber Jona gab dem Herrn zur Antwort:
  30. Aber Jona traute nicht dem Zorne
  31. Aber mir – zerschlagen in meinen Brüsten
  32. aber nun bangt mir:
  33. Aber Ruth erwiderte der Mutter:
  34. aber tut nicht solche große Sünde!
  35. Ach! Der größte meiner Herrn Kollegen,
  36. Ach, gnädge Frau, das ist nu schon so lang!
  37. ach, jenen dunklen Strümpfestreif,
  38. Ach, und noch heute – gedenk ich des braunen, blauäugigen Köpfchens –
  39. Ach, war ich sittsam!
  40. Ach, warst du böse
  41. Ähren, die verloren liegen bleiben,
  42. all diese Mauern und finsteren Gräben,
  43. all diese Wälle, draus ungezählte
  44. All Heuchelei, von uns verlacht,
  45. all jene, die das Leben segnet.
  46. all meinen Sinnen gut,
  47. alle kamen und wohin sie laufen?
  48. Alle Nächte zaubert der Traum die Wonnen
  49. alle sich in härene Säcke hüllen
  50. alle Töne wollen klingen,
  51. alle Wogen, alle Wellen gingen
  52. alle Wonnen sind in dir beschlossen,
  53. allein die Wirrnis dumpfen Wollens je gebannt–,
  54. allein mit meinem guten Schwert und meinem Roß –
  55. aller Wesen nievergeßnes Wollen
  56. Alles verzog sich . .
  57. Allmählich wohl vergeß ich meine Schuld und Qual.
  58. allzuoft empörte deine Güte
  59. als Befehl und aus Gewalt des Königs:
  60. als da ich deinen siegesleuchtenden Reizen
  61. als da ich dir, du wundervolle Hexe,
  62. als der verworfenste Menschenbube.
  63. als des Dunkels Feind, und der Strom der Zeiten
  64. als dich die gütige Natur geschaffen? Wie?
  65. Als die Mitternacht herangekommen,
  66. als drinnen in den schwarzen Tannenwäldern
  67. als Edelsteine leuchten aus dem Goldgeschmeid!
  68. Als ein Gast betrat er meine Schwelle,
  69. als flöß darin mein Blut!
  70. als Fürsten sehen sie mich wieder oder nie. –
  71. als Gott der Liebe preisen wir ihn auf Knien!
  72. als hätte damals lastend schon die Hand
  73. als Herren den Herrschern!
  74. als ich dein Köpfchen nahm –
  75. Als ich den tränenleeren Blick dann wieder
  76. als ich mit ihr den alten Berg herniederstieg
  77. als ich sie traf mit dem Kuß, den sie mir lange verwehrt,
  78. Als jedoch die Morgenröte anbrach,
  79. Als klänge vor meinen Ohren
  80. Als Knabe hab ich dich geliebt
  81. als Knabe niederschautest in die Ebne? –
  82. Als nun Gott die Werke ihrer Reue
  83. als öffne die Perle ein finsteres Tor –,
  84. als schmutzige Karten in des Spielers Hand,
  85. als schrecktest du aus einer tiefen Angst empor.
  86. als stünd ich fremd in einem reichen Hause . . .
  87. als töne, die lange verloren,
  88. als über die Tannen sie beide hinaus,
  89. Als überwunden grüßen sie
  90. als vor seinen Sünden weiter leben!
  91. als wir es selbst gedacht,
  92. als wollten sie dem Leben sich entwinden
  93. Alsdann versank so vieles, was sie sonst besaß,
  94. also, daß er hinsank und verdorrte,
  95. also, daß sie glaubten, es zerbräche.
  96. Alte Gräber dunkeln, morsche Steine –
  97. Alte Zeiten sah der Erde Antlitz.
  98. am Altar des großen Baal geopfert:
  99. am Altar des großen Baal zu beten.
  100. Am Berge war es, unter altem Mauerwerk,
  101. Am blinden Fenster, das im Winde klappert,
  102. am Brunnen. Still, geheimnisvoll die Luft,
  103. am dunklen, bergquellrauschenden Tannenwald.
  104. am Hange des Berges
  105. am harten Fels. Zu meinen Füßen rauschte
  106. am Himmel Roms in der Johannisnacht
  107. am Himmel Roms in der Johannisnacht.
  108. Am offnen Fenster lauschte der Sommerwind,
  109. Am Ostermontag früh – es war bald Drei –
  110. am Ostersonntag . . werd ich eingesegnet . .
  111. Am Rosenmontag liegen zwei,
  112. Am Sommerabend, im trocknenden Heu,
  113. am Tische ruhte, setzte sich Maria still
  114. am Ufer. Den weckt es, der springt in die Flut
  115. am Wege. Ihre bleichen Häupter krönt
  116. an deinen Schlaf: daß du die Hände regen,
  117. An deiner Seite schweigend und ernst nur ich,
  118. an den du glaubtest.
  119. an den hohen Himmel mir
  120. an der Glutqual denkender Menschen letzte,
  121. An der Stirne kleben die feuchten Locken
  122. an des Berges duftigem Wiesenhang
  123. an des Studenten Tür. Herein! Und zagend,
  124. an diesem nachtbelasteten Horizont?
  125. an diesen Pfosten sich vorbei, das Haus zerfiel,
  126. an dir und andern sühnet er –
  127. an ihrem Kleide.
  128. an ihrem zarten Wuchs, an ihrer Seide.
  129. An jener Tür vorüber? – Faß dich: hier,
  130. an Limmatufern, an des Ütli Fuß,
  131. an meinen Mund und küßte sie zum letztenmal,
  132. an Menschenschädel – mich zu schrecken sind sie wohl
  133. an seinen Lippen hangend ihm ins Auge sah,
  134. angesehn im Volk und wohlbegütert;
  135. anging um einer Klause keusche Wohltat,
  136. Angstvoll sahst du mich an mit deinen leuchtenden Augen,
  137. ans Fenster . . . Leicht durch Morgenluft
  138. Anstimmen wollt ich ehmals ehernen Rufes Ton,
  139. arbeitet, muß er selbst erhalten werden,
  140. Armen der Nacht: traumlos wird sich ihr Segen
  141. Arpa küßte sie und wandte weinend
  142. Asche wird die finstere Tempelhalle,
  143. atmen wir freudig
  144. Auch der König Cyrus diente täglich
  145. Auch dir erschloß das Leben sich
  146. auch dir hat jedes Wollen sich gepreßt
  147. auch dir und deinesgleichen soll es werden einst.
  148. Auch du dränge zur Höh, o meine Seele,
  149. auch du wirst jenes Tages dich erinnern.
  150. Auch du witterst und spürst, o meine Seele,
  151. auch einmal wie Paul Lindau auszudrücken),
  152. auch fluchen ihr, die dich geliebt,
  153. auch ich will ruhn. Des wohligen Gefühls
  154. Auch meine Hand ist kraftlos: flattert im Morgensturm
  155. Auch mir hat einmal sich das Herz gelöst,
  156. Auch mir ist dieses Menschliche nicht fremd.
  157. auch uns das Herz. Die fröhliche Flammenglut,
  158. auch wohl Kaltwasserheilanstalt genannt.
  159. Auf beider Stirnen lag ein seltner Widerschein
  160. auf braunen Wintergrund –
  161. auf das die Nacht sich schon herniedersenkte.
  162. auf daß sie meine Brust zum Lied entflamme,
  163. auf deine wunde, welke Stirne legen –
  164. Auf deinem Pfade will ich fürder wandeln,
  165. Auf dem offnen Bette liegt
  166. Auf den Feldern war die Frucht geschnitten,
  167. auf den Gesimsen schweigender Paläste.
  168. auf den nächtig leuchtenden Spiegel.
  169. Auf den Plätzen sengt die Sonne,
  170. auf den reichen Feldern seine Garben,
  171. Auf den treulos rollenden Rädern
  172. auf den treulos rollenden Rädern
  173. auf den treulos rollenden Rädern.
  174. auf der bebenden Flut; und die Fledermaus
  175. Auf der Gasse zu Gibea setzte
  176. Auf der Tenne worfelte die Gerste
  177. auf des jungen Weibes tiefe Demut
  178. auf dich wälzt sich allmächtig die Flut – vor den Augen
  179. auf die hohe See hinauszusteuern,
  180. Auf die Knie sank die Moabitin.
  181. auf die Tenne, hinter eine Mandel.
  182. auf diese, die da aufrecht vor ihm stehn,
  183. Auf diesen alten Schwellen lag manch träger Staub –
  184. auf dieser Erde wirkt und erschafft das Heil.
  185. auf ein Maultier, und so ging es weiter,
  186. Auf einem breiten Wege schritt ich hin,
  187. Auf einem Hügel säumtest du in Träumen
  188. Auf einem weißen Tierfell kugeln sich
  189. auf ewig in die Einsamkeit verloren.
  190. auf hoher Warte
  191. Auf ihre Lippen preßt ich meine Lippen,
  192. auf ihren Brauen lag der Trotz.
  193. auf ihren Brüsten. –
  194. auf irrem Pfade.
  195. auf jedes Grab . . .
  196. auf jene, die vor ihnen lagen
  197. auf jenen düstren Stirnen auf.
  198. auf meine Stirn gelegt und warst entschlafen.
  199. auf meine Stirn, dann schließ ich meine Augen.
  200. auf meinem Wege mir entgegen kam,
  201. Auf seine Fragen mußt ich ihm mein Los
  202. auf seine Stirn. Es drängten die Jahrhunderte
  203. Auf seinem Arme schlief ihm das Weib,
  204. auf seinem Bett. Es schläft, es träumt, es fiebert.
  205. auf seinem Boden schreitet er und lenkt den Pflug
  206. Auf steilem Pfade die dunkle Gestalt
  207. auf und ruf auch du jetzt deinen Gott an:
  208. auf unverhülltem, feilem Druckpapiere
  209. auf zu dir in deinen heiligen Tempel.
  210. auf zu Gott und beteten und schrien:
  211. auf, doch zittern ihm die Beine
  212. auf, mit seinem Weibe heimzuwandern.
  213. Aufatmend, wie getröstet, sprach sie leise:
  214. aufblutet des Gewissens alte Wunde,
  215. aufgezehrt, so wollen gern wir sterben.
  216. aufgezehrt, und gnädig und gesättigt
  217. aufglomm, und hehre Schauer füllten mir die Brust.
  218. aufhob und den Mann sah auf der Gasse,
  219. auflebt das Winterholz.
  220. aufschließt das Herz, bis sie ihn warm durchströmt,
  221. auftaut in mir ein klagendes Erinnern.
  222. aus allen Kästen sich hervorgesucht
  223. aus deiner Heimatberge düstrem Forst,
  224. aus dem schönen neuen Trauschein . . .
  225. Aus dem Tale drunten schaun sie empor
  226. Aus der braunen Stummelpfeife
  227. aus der lieblichsten Oase
  228. aus der lieblichsten Oase
  229. Aus der Moabiter Lande wieder
  230. Aus der Tiefe rief ich, Herr, zu dir,
  231. aus der Zukunft Horizont
  232. Aus des Hochwalds Dunkel, empor zur Sonne,
  233. aus deutscher Sprache reinstem Marmor
  234. aus dunklem Tannengrün des hohen Harzes
  235. Aus feuchten Zweigen haben tausend Stimmen
  236. Aus ihrem schmalen Kopfe, der sich dunkel
  237. Aus ihren Gliedern wich die Lust
  238. aus Kinderlust und Manneskraft,
  239. aus meiner Hand die Zügel meines Willens
  240. aus meiner Hand: Dort! Sieh: da schreitet er,
  241. Aus Morgenträumen Arm in Arm erwacht,
  242. Aus rohen Blöcken ist ein Tisch gebildet,
  243. Aus schwarzem Marmor fügten sie vornacht das Tor
  244. Aus seinem Rauschen
  245. Aus Träumen nur schwebt es empor,
  246. aus Träumen nur schwebt es empor.
  247. aus uns sich in Lieder ergießen . .
  248. aus Wolkengrau.
  249. ausbreitete die Nacht die schwarzen Schwingen.
  250. ausbreitete still sich eine blaue, kühle Luft.
  251. ausstaffiert mit Meßhemd und mit Stola
  252. Baal geschlachtet, der gesättigt grinste.
  253. Baal, du bist ein großer Gott! Bei dir ist
  254. bald bin ich ledig jeder Schmach,
  255. Bald hat es die Müh als vergeblich erkannt.
  256. bald trag ich keine Wunden mehr.
  257. bald trag ich keine Wunden mehr.
  258. bald träg, bald wuchtig auf den Tisch geworfen,
  259. bald trotzig froh, bald lieb und weich –
  260. Bang zitternd erregt sich das Herz.
  261. bang zitternd erregt sich das Herz.
  262. Bange Sorge preßt das Herz ihm:
  263. bauend auf dich und die heil'ge Dichtkunst!
  264. bebend an meine Brust . . .
  265. bebt mir die Hand.
  266. bebte die Brust mir –
  267. Bedächtig setzt die blondgelockte Kleine
  268. bedecken, halbverbleicht, die braunen Blätter.
  269. bedeutsam und bescheiden mich zu grüßen
  270. Befähigt ist der Körper, was da wertvoll
  271. begierig ihrer Habe sich bemächtigt:
  272. Begräbnisfeiern nur in – schwarzem Kreppe . . .
  273. Behaglich recken wir die schlafgestärkten
  274. behält er nicht in vollem Umfang bei sich.
  275. behandeln sie mit stillbewegtem Fleiß,
  276. bei dem die Seele einst gebebt:
  277. Beim Eintritt hatte mein geblendet Auge
  278. beiseite nun. Zu deinen Füßen kauernd –
  279. Bekam derzeit vielleicht zu wenig Hiebe
  280. bekamen, um in einem ganzen Kleide
  281. Benjamin zerschlug des Schwertes Schärfe,
  282. berauschend ein Geheimnis sich enthüllen.
  283. berauscht umher und faßt die spitzen Giebel,
  284. berauscht und immer wieder noch berauscht,
  285. berg ich mich in der Welt Gewühl
  286. Beseelende, o Venus, Herrscherin,
  287. bestaunen wir den lustigen Sonnenstrahl,
  288. betete zu Gott und rief zu ihm:
  289. betrank sich fest, um seiner neuen Fahne
  290. betrank sich treu für Gott und Vaterland,
  291. Beuge die Zweige nieder, herbstlicher Wind,
  292. bin alles Lebens reichster Freund,
  293. bin ich dennoch zu beneiden,
  294. bin ungeboren gestorben.
  295. birgt im unendlichen Raum sich niemand!
  296. bis daß vor Glück sie lachte!
  297. bis deiner Augen, deiner Worte,
  298. bis dich ein lächelndes Kind bürgerlich Vater benennt?
  299. bis dich krönt das leuchtende Gold der Sonne,
  300. bis es beim Lachen der Eltern errötet.
  301. bis hierher. Er ist es, der uns heimsucht,
  302. bis ich für mich den Sinn erdeuten konnte.
  303. bis ich mich deiner ganz entsann.
  304. bis ich vergesse dieses Leben,
  305. bis ihm aus tausend Kehlen
  306. bis jetzt die ihr gebührende Beachtung
  307. bis vergessen unter dir schweigt des Lebens
  308. Bist mal für mich das rechte Weib,
  309. Bittre Not bedrängte beide Frauen,
  310. blaue Syringen empor an den Mauern,
  311. Bleibe noch die Nacht, daß auf dem Wege
  312. Bleibe noch! so sprach des Weibes Vater:
  313. Bleibet nur nicht hier: es ist des Volkes
  314. bleibt ohne Frucht für alle Zeiten.
  315. Bleich taucht das Kind aus der schweigenden Flut.
  316. blickten sie starr daher.
  317. blieb ihres Grußes Spur in deinem Fleisch.
  318. Blind die Augen – nur vor den Ohren gellt es!
  319. blinzelte und erwachte kaum –
  320. blinzelte und erwachte kaum.
  321. blinzl ich zum Fenster, wo der warme Wind
  322. blühe mein Herz, blüh auf –
  323. blühe mein Herz, blüh auf –
  324. blühe mein Herz, blüh auf –
  325. blühe mein Herz, blüh auf –
  326. blühe mein Herz, blüh auf –
  327. blühe mein Herz, blüh auf –
  328. blühe mein Herz, blüh auf –
  329. blühe mein Herz, blüh auf –
  330. Blut trieft von des Himmels harter Wölbung!
  331. Blut! – Und warfen ihn hinab ins Meer.
  332. blutarm war seine Wirtin, eine Witwe.
  333. Blüten dem eignen Lenz geraubt . . .
  334. blutig, gemartert ein langes Leben?
  335. Boas mit den Knaben und den Dirnen.
  336. Boas wandte seine milden Augen
  337. Boas, und sein Herz ward guter Dinge.
  338. böse Buben, und umgaben lärmend
  339. brach er auf zum Lande der Assyrer.
  340. brachest, als sie blühte.
  341. brachst du sie nun, sie haftet nicht bei dir.
  342. brennen aufs neue!
  343. brennt – Himmel!
  344. bricht sie aufs neu in heiße Tränen aus,
  345. Bring den Mann heraus, den du beherbergst,
  346. bring ich euch heraus: mögt ihr sie greifen
  347. bringt sie den Schinderknechten auf den Anger,
  348. brütet schon der Dunst des Staubes –
  349. Cyrus aber rief mit lauter Stimme:
  350. Da . . hatte sie den bleichen Kopf erhoben
  351. da auf der Wilhelmstraße keine – Prostituierte.
  352. Da beugt ich mich auf diesen Nacken nieder
  353. da beugt sich die Blüte hernieder.
  354. Da brech ich eine kleine Kirschenblüte
  355. da dämmerte in meiner zagen Seele
  356. Da dehnten sich die farbigen Felderstreifen
  357. da der Pfaff sich, Pfaffe zugleich und Henker,
  358. da die den braven Bürger sonst genierten
  359. Da die Leute solche Predigt hörten,
  360. Da die Seele schon bei mir verzagte,
  361. Da die Sonne vollends nun emporstieg,
  362. Da du mit schlichtem Zutraun mir genaht,
  363. da einst Genuß des Menschen Los.
  364. Da ergrimmte Cyrus! Alle Priester
  365. Da ergrimmte Jona tief im Herzen
  366. Da erhuben sie die Hände alle
  367. da fand ich dich und einen neuen Glauben.
  368. Da färbt sich die Colonna morgenrot,
  369. Da findet sie das Weib auf seinem Bett:
  370. Da flattert der Vogel von hinnen.
  371. Da fragt ich dich: Lieb Kind, hast du geweint?
  372. Da freuen frohe Menschen sich am seltnen Spiel,
  373. Da füllen Tränen plötzlich meine Augen.
  374. Da gab ich willenlos die Hand ihr hin.
  375. Da gedachte ihres Volks Naemi.
  376. Da geschah des Herren Wort zu Jona:
  377. Da gewahrts einen dicken, schlafenden Frosch
  378. Da hat er sich . . gefreut, als er gewahrte,
  379. da hat mein Herz sich aufgewagt!
  380. da heilige Ruh in Schlummer alles Leben hüllt,
  381. Da ich dich wiedersah,
  382. da ich noch in meinem Lande wohnte:
  383. da ich reuevoll und bangend
  384. da ich scheu zuerst dich küßte.
  385. da ich zuerst gebebt an deinem Mädchenmunde,
  386. Da ihr Herr am Morgen nun herausging,
  387. Da ihr Herz nun guter Dinge wurde
  388. da im Rauch sein Blick und des Ketzers Blick wie
  389. Da ist es dunkel. – Und ich muß noch aufrecht –
  390. Da kams mir bald verdrießlich in den Sinn,
  391. Da kommt ihr ein Gedanke. Mutter! ruft sie,
  392. Da kroch heran das sklavische Gezücht
  393. Da lehnt ein Mann am Fenster und starrt
  394. Da lob ich mir Berliner Sittlichkeit,
  395. da Naemi und die Moabitin
  396. da niederblitzt das Sternendiadem der Nacht:
  397. Da nun du schlummerst, tasten Traumgestalten
  398. da nun zum Tanz er ladet:
  399. da nun zum Tanz er ladet:
  400. Da peitscht der Sturm
  401. Da plötzlich dröhnt es auf dem rohen Pflaster:
  402. da pochte die Sonn an die Läden . .
  403. Da sah sie mich – und nickte stumm mir zu
  404. Da sahen sie sich staunend an und doch vertraut –
  405. Da sank sie hinter jenen langen Hügeln,.
  406. Da schaut voller Jammer der andre empor:
  407. da schon die Welt genug uns zwingt,
  408. Da schon ich heiße Lieder sang,
  409. Da schreit auf den Straßen das Leben,
  410. da sie die Augen aufschlug,
  411. Da sie nun des Weges schritten, ging die
  412. Da siehst du rechts, im Berge einen Spalt,
  413. Da sind auch wir zur Stadt hinausgegangen.
  414. Da sprach Ruth, die Moabitin, tröstend:
  415. Da spricht es mit leise flehendem Ton:
  416. da stand sie vor mir, drohend, rot und stumm.
  417. Da stehen sie im schmutzigen, zerrißnen Rock.
  418. Da stehen sie und starren blöden Augs dich an
  419. da steht ein schmutzges Bett, und häßlich Stöhnen
  420. Da steigt im Glanz des Sonnenscheins
  421. da taucht sein Herz in diese Augen nieder:
  422. Da wandte sie die Augen von mir ab.
  423. da war das letzte Abendgelb verloschen –
  424. Da war ein Weib mit Namen Martha, dieses nahm
  425. Da war es mir,
  426. Da war es mir, als hätt ich ganz verloren
  427. da war es mir, als wehte mir entgegen
  428. da war sie tot, von fremden, kalten Menschen
  429. da wir in reifem Rausche
  430. Da wurd ich mit Verwunderung gewahr,
  431. Da zuckt erhabner Freude lichte Glut
  432. Da – blickt es empor. Ein Schatten fiel
  433. Da – was dringt für rauhes Lärmen
  434. Da, plötzlich schreit sie auf: Das Kind! Das Kind! –
  435. Da: hastig hebt es der Bruder empor
  436. dacht ich deiner, Herr, und mein Gebet drang
  437. dachte, Herr, vor dir aufs Meer zu flüchten:
  438. Daher die Flaggen, daher diese Kränze . . .
  439. daher die Stimme. Und ein junges Weib
  440. Daniel indes befahl den Knechten,
  441. Daniel und zerbrach des Tempels Säulen
  442. Daniel versetzte: Keine Götzen,
  443. dank ich dir nun für alle Zeit.
  444. Dann aber sprachst du müde:
  445. Dann aber stößt er sie fast rauh von sich:
  446. Dann auf die Bahn – und durch die dunklen Berge
  447. Dann flattern die Falter freudig in der Sonne Strahl,
  448. Dann haben wirs vergessen müssen,
  449. Dann heftet er des Auges Glanz
  450. dann pflanzen eine Blume sie dem tiefen Grunde ein
  451. Dann rastet er – und läßt die Blicke schweifen, rings,
  452. Dann sah sie mich mit einem ernsten Lächeln an
  453. dann schlürfst du erst den Feuertrank,
  454. dann wollen oft wir, Arm in Arm verschränkt,
  455. dann wollen wir vereint dem Wandrer gleich,
  456. daran zu ruhen meint?«
  457. Darben soll was Odem haucht und niemand
  458. darin, ganz jung noch, mit so lustigen Füßen!
  459. Darnach gingen sie hinaus. Die Türe
  460. Darum hört ich nicht auf deine Stimme,
  461. daß (um mich, der Gelegenheit entsprechend,
  462. daß (um mich, der Gelegenheit entsprechend,
  463. das am prangenden Wald übt der gewaltige Feind,
  464. das auch den schönsten Brei schon breitgetreten,
  465. das aus dem Leben, drin es zu leben galt,
  466. das bald zu Boden sank und bald der Wind
  467. das Bein hinauf mit schleimig roter Spur.
  468. das bleiche, hübsche, vierzehnjährge Gretchen.
  469. das blickt aus den dunklen Bäumen kaum,
  470. das Blut in seinen Adern, wieder dann
  471. das braune Blatt im wirren braunen Haar zu sehn,
  472. Daß deine Brüste hocherbaulich sind,
  473. das dich mit grausam kalter Hand geschlagen:
  474. das die Katze beraubt, so flattert und schwirrt
  475. das die Natur spielt, jauchzen, wenn die Welle fiel
  476. Das dürre Holz in deiner Hand,
  477. Daß ein Gott wär, dem ich mich beugen könnte!
  478. Daß ein Gott wär, welcher mich strafen dürfte!
  479. daß ein Weib gekommen in die Tenne:
  480. daß er ihm die Würfel bringe . . .
  481. daß er seines Weges weiter zöge,
  482. das erstere nimmt er voll Schlauheit auf
  483. daß es auf andre seinen Strom ergieße –
  484. das Fest beim Gläserklang gefeiert hatte,
  485. das gedachte Ruth, die Moabitin.
  486. das gelle Lachen, das ich einsam lache
  487. das Geräte selber, das im Schiff war,
  488. daß gleich ihm Jubel
  489. daß Gott der Herr die Welt so rund geschaffen . . .
  490. das gottentstammt!
  491. Das grüne Gold der Blätter, das die Sonne malt –
  492. das grüne Gold der Blätter, das die Sonne malt.
  493. Das hat der Herr sehr schön gesagt,
  494. das Haupt vor solcher frohen Fülle neigen
  495. das Herz nur um so lauter spricht –
  496. daß hier in diesem ganz verstockten Stockheim
  497. daß ich an ihm nur hing und ihn nur sah,
  498. daß ich dich erwählt zu meinem Weibe.
  499. daß ich lindre deine Not und meine.
  500. Daß ich mit frischer Kraft ans Werk mich wage,
  501. daß ich nicht deiner, der Verlornen, dächte.
  502. daß ihn fürder keine Kraft
  503. das ihr tatet mir und meinen Toten.
  504. daß immerdar ich ihr ein Sklave bleibe,
  505. daß in Gedanken meine Stirn
  506. Das ist der Tod. Hör mich: ich muß dir sagen . . .
  507. das ist des Lenzes Wut:
  508. das ist die Sünde, unter deren Fluch du stehst.
  509. Das Jauchzen stirbt. Blutzeugen liegen stumm
  510. daß jeder helfen darf zum großen Tode,
  511. das kalte Leben draußen,
  512. das kein Sterblicher ruhen sah,
  513. Das Kind des Armen, kaum zum Weib erblüht,
  514. das kleine Fenster . . draußen Abendhelle . . ?
  515. das Leben dem hin, ders mit Maß genießt.
  516. das Leben ist gar zu dumm!
  517. Das Leben schwoll, die Dämme sind geschwunden,
  518. das Leben strömte rauh vorbei,
  519. das Leben, und mein Weib ernährt die Kinder.
  520. das leise webt und langsam um uns beide her.
  521. das leuchtet nun so tief, das sprüht so reich –
  522. das Lied, das mir der Dank ins Herz gelegt!
  523. daß man sich oft sogar drum umgebracht.
  524. das Meer, und seiner Brandung wilder, steter
  525. daß meine Schwester mich allein dir dienen läßt?
  526. das mir im Traume der Quell gesungen.
  527. das murmelt dumpf mit todesblassem Munde,
  528. Das neigt sich zum Knaben. Der steht und starrt
  529. daß nicht ein einziger edler Bürger Stockheims
  530. das nur nach neuen Götzen noch verlangt,
  531. das patscht voller Lust mit den Händchen.
  532. Das rote Blut auf deiner Haut
  533. daß sie Asche holten: diese ließ er
  534. daß sie der Schande Fluch im Grabe störe.
  535. Das Siegel
  536. das so süß und kindisch tollte,
  537. daß so Vieh- als Menschenvolk
  538. das spöttische Kindeslachen wars . . .
  539. das Symbol erhabner Narrheit,
  540. das Symbol erhabner Narrheit.
  541. das Tor bestand – heut öffnet es die Flügel weit.
  542. Das trotzige – das reuevolle Kind
  543. daß vielleicht sich Gottes Zorn noch wende!
  544. Daß vielleicht sich Gottes Zorn noch wende,
  545. Das war der Duft, der deinem Haar entströmt,
  546. Das war der Duft, der deinem Haar entströmte . . .
  547. Das war der erste Lenztag dieses Jahrs!
  548. das war der Wächter, der mir morgens schloss,
  549. Das war nicht recht von mir, ich sehs jetzt ein.
  550. Das weiche, warme Braun des Haars,
  551. das will die Sonne nicht.
  552. daß wir nicht verdürben. – Aber Jona
  553. Das Wort Revolverle vergessen wir
  554. das Wort, und kunstreich meißelt die sichre Hand
  555. das Ziel erkennt und doch zu eigner Qual
  556. das Zucken jeder Fiber dich durchwühlt,
  557. das Zucken, das die Lippen dir bewegt,
  558. dehnt sich und sehnt sich ein Weib –
  559. Dein Antlitz spricht von kaum verwehtem Leid,
  560. dein Bild im Spiegel.
  561. dein Blick und stahl sich in die Nacht?
  562. Dein Blick, der sprach: ich hab in dir gefunden,
  563. dein Gott soll auch mein Gott fürder heißen.
  564. Dein heimliches Suchen und Leiden
  565. dein Knie ist heiß und rosig angehaucht.
  566. dein Köpfchen mir ans warme Herz – andämmern laß die Nacht.
  567. dein Mund mir gab und sagte. Wenn du einst
  568. dein stummer Blick, stumm wie das Blut der Wunden,
  569. Dein Volk ist das meine nun geworden,
  570. deine Augen erinnern mich an ein Traumbild:
  571. Deine Augen, deine lieben blauen Augen,
  572. deine Augen, so voll tiefen, klaren Glanzes,
  573. Deine Fluten hatten mich umgeben,
  574. deine krausen, reichen Haare,
  575. deinen Mantel und deckst den Frevel.
  576. deiner Krone blitzender Strahl erhob und
  577. deines Busens erste Flammen.
  578. Deines Gartens armer Spatz
  579. deines Leibes wieder vor meine Sinne!
  580. deines Mannes, die du treu begleitet
  581. deines ruhig atmenden jungen Busens
  582. dem Bette gegenüber. Langsam rückt er
  583. dem bleibt er immerdar ins Herz geschrieben.
  584. dem Blick des Glutenauges nicht entwinden.
  585. dem deine Brüste hocherbaulich sind.
  586. dem der Gewohnheit Schmutz Würde des Alters lieh –
  587. dem der Gewohnheit Schmutz Würde des Alters lieh –
  588. dem du die leichte Hand in den Arm gelegt . . .
  589. dem Herren, dürstend schaut empor . . .
  590. dem in spielenden Scherzen ich
  591. Dem lieh Natur zerstörend
  592. dem martervollen, deinen Fuß – in Staub
  593. dem Not und tiefes Leid die Brust zerstört.
  594. Dem Tiger auf der Lauer funkelt das Auge doch,
  595. dem Ziele zu. Das Hirn der Menschensöhne
  596. dems nicht genügt, nur manchmal neue Lichter
  597. dems schlecht behagt, den andern nachzutreten,
  598. den Arm aus meinem Arm. – An jedem Kreuze hing
  599. den Blick geheftet auf das Christusbild
  600. Den Blick zum Staub gewendet,
  601. den Blütenschnee, verstreut auf allen Zweigen–
  602. den doch des Menschen Ohr erst hört,
  603. den du nicht gemacht hast, noch gezogen,
  604. den dumpfen Schlaf gebannt und alle Sorgen!
  605. den er ehrlich hielt, obwohl er Jude:
  606. den Gott im Menschen, der dir das Schwert verliehn,
  607. den Herren auf und pflegte vielgeschäftig sein.
  608. Den Horizont umlagern Wellenkämme,
  609. den Lorbeer um die Kämpferstirn zu winden
  610. den mir der Zufall grade legt zur Hand? –
  611. den Oberlehrern und den Professoren! –
  612. den Pfad durch diese Welt gefunden habe,
  613. den Pfad zu weisen in ein reinlich Haus.
  614. den Rücken zu, mein Auge sucht die Burgen auf,
  615. den Rücken zu. – Doch still bliebs wie zuvor.
  616. den Schmerz zu fühlen, bist du auch zu dumm.
  617. den Schmuck geraubt, der ihnen wohlgetan,
  618. den sie mit langen Zügen trank;
  619. den Sieger, dem das Glück begegnet
  620. den stillen Zeugen stillgenoßner, heiliger Lust,
  621. den Tag kann ich nun niemals mehr vergessen!
  622. den Wein der Wollust dieser Welt!
  623. den wonniglichen Leib befleckt.
  624. Denkst du daran, wie du zum erstenmal
  625. denn alles kehrt zurück zu ihm – dem Ziele . . .
  626. denn beide sind ein einig Gut von dir!
  627. Denn das ist Lenzes Stürmen,
  628. denn deine Dummheit ist nicht zu ertragen.
  629. denn des Herren Hand hat mich geschlagen,
  630. denn die Seele will zur Höhe schweben
  631. denn du bist barmherzig, gut und gnädig.
  632. denn du bist der Herr, und will dir dienen.
  633. denn du hast sie freundlich angesprochen.
  634. denn es ist vor mich heraufgekommen
  635. denn es ist vor mich heraufgekommen
  636. Denn es trieb die frevelnde Begierde
  637. denn es war an mich sein Ruf ergangen
  638. denn es war die Zeit der Gerstenernte,
  639. Denn für der Menschheit heilige Güter schlägt
  640. denn ich lernte solcher Tage
  641. denn ich weiß, du bist barmherzig, gnädig
  642. denn ohne sie blieb dir verborgen
  643. denn sie ist stolz auf ihre weißen Beine.
  644. Denn was uns trennen sollte,
  645. denn, da dein Wort Märtyrerblut besiegelt,
  646. dennoch ewig
  647. der allerzartsten Gegenstände viele
  648. der alte stolze Quell.
  649. Der Andere, der immer kommt. Gut Nacht!
  650. der braunen Augen blitzender Schein,
  651. Der Bruder sinnt auf deinen Tod. Die Mutter
  652. der Bruder über der Stelle voll Angst,
  653. der dahin geht wie das Grün der Fluren,
  654. der dahin welkt wie die Kürbisranke –
  655. der das Meer gemacht und alles Trockne.
  656. Der Dichter wird Jongleur – er wirft im Nu
  657. der die Begriffe höher gelten nicht
  658. der die verpesteten Lüfte reinigt?
  659. der Diener reißt die Tür der Hütte auf,
  660. der draußen durch des Dorfes Gassen fährt,
  661. der du bleibst in Willkür deines Schaffens,
  662. der du Leben gibst und nimmst das Leben,
  663. Der Duft der Gräser zieht zur Stadt hinein,
  664. Der dunkle Wein, der drunten in der Asche stand,
  665. Der düstre Hauch, der deine Stirn umweht,
  666. der einen Berg hinangeht, oft sich wendet
  667. der Frau, die sich erhob, und flüsternd fragt sie:
  668. der Freunde Schwarm sah er wie Spreu zerstieben:
  669. Der Frühling kam, uns beide fand er nicht vereint;
  670. Der Funke muß zur Flamme werden!
  671. Der Funke, der aus meinen Händen troff,
  672. der geht im Kreise herum:
  673. der gewann aus Bethlehem eine Jungfrau,
  674. Der Gischt der Fluten hüllte jede Ferne
  675. Der Gott – grausamer wär er wahrlich,
  676. der Gottgebornen.
  677. der Göttlichen weht nun der Wind im Spiel
  678. der grad und lang vor mir hinaus sich dehnte,
  679. der Grubenlampe, aber deutlich zittert
  680. der Hexe verwunschener Leib.
  681. der Himmel, der dir draußen blaut,
  682. Der Huftritt meines Rosses klingt an morsch Gebein,
  683. der ihrem Elend laute Worte leihen soll,
  684. der ihren Duft genießt.
  685. der in einer Nacht erwuchs und welkte?
  686. der Jugend lachende Lieder,
  687. der jungen Sonne zu, die frisch und blank
  688. der keck zu solchen Heimlichkeiten drang.
  689. der Kinder, die zu ihren Füßen kauern –
  690. Der Knabe schüttelt den Lockenkopf.
  691. der Knabe versinkt in der Tiefe.
  692. Der Kot der Gasse klebt an ihrem plumpen Fuß.
  693. der Kranke hat sich selbst emporgerichtet:
  694. der kühle Glorienschein der frühen Sonne.
  695. der Leib des Weibes bebt,
  696. der Lerchen Sänge,
  697. der letzte Hoffnungsblick im brechenden Auge starb –
  698. der letzte Ton. Auch du darfst einst ihn hören
  699. der Levit sich nieder mit dem Weibe:
  700. der Levit. Dann stand er auf und zog ihr
  701. Der Liebe Lust in Liedern auszuklagen
  702. der Menschen . . .
  703. der Menschen. – Herr, wie sollen wir
  704. der mich umhüllt gleich einer Zauberwolke!
  705. der milde, volle Mond, der Sonne reiches Gold,
  706. Der Mond beglänzte nachtbewegte Flaggen,
  707. Der Mond klimmt langsam an den Linnen auf
  708. Der Mond mit einem schmalen, hellen Strahl
  709. der nervenspannenden, der bunten Sünde –
  710. der nie gegrünt! Ein Kind, im Mutterleibe siech!
  711. der Not. Wohin du blickest, erschrecken dich
  712. der peitscht das Meer zur Flut,
  713. der Prunk der Feste flammt um ihre Schläfen!
  714. Der Rache Faust seh ich auf mich sie wenden,
  715. Der Regen troff vom sonnenblinden Firmament,
  716. der rüttelt an den Türmen,
  717. Der Schatten einer Toten! Und so bunt!
  718. der Schläfer windet, lächelst du so weise:
  719. Der Schnee zerschmolz, die Sonne leuchtete
  720. der schon vorübereilen wollte . . ersten Gruß
  721. der Sinne Strom hat sie hinweggetragen.
  722. Der stand auf von seinem goldnen Throne,
  723. der stille Zug, der um Erbarmen fleht,
  724. der Strom der Zeiten hat ihn ausgelöscht.
  725. Der Sturm und jedes Ungemach der Welt,
  726. Der Sündflut, deren Hauch aus Höllenschlünden,
  727. Der Sündflut, deren Nahn die Donner künden,
  728. Der Sündflut, die den Schwall gehäufter Sünden
  729. Der süßen Freude Wohllaut lauschte mein junges Herz,
  730. Der theuren Sippschaft weise mit Hohn die Thür,
  731. der tote Leib der Taube auf den Wassern trieb. –
  732. der toten Sitte schnöder Sieg,
  733. der ungebrochne Strahl der großen Augen.
  734. der von dem Diener draußen
  735. der wage frevelnd niemals göttlich erhabnen Kampf!
  736. Der Wald
  737. der weißen Chrysanthemen spätgeborne Pracht
  738. der wie ein Mantel auf den morschen Mauern liegt –
  739. der Winterhimmel draußen schien geformt aus Stahl.
  740. der wuchs über Jona, daß er Schatten
  741. der zieht durch aller Seelen
  742. des alten Kruzifixes schräger Schatten
  743. deß Decke du mit deinen Händen greifst,
  744. Des edlen Oheims würdevolle Dummheit
  745. des Feuers jauchzend auf und greift im Tanz
  746. Des Geretteten Glieder regen sich neu,
  747. des Glücks der freien Wanderschaft.
  748. des Herzens jähe Leere nicht.
  749. des holden Lebens ganz und gar,
  750. des Irrenhauses, den ich trete – schonend
  751. des Kranken fährt, und von der Schwelle tritt
  752. des Kranken nicht und sieht die Spiele nicht
  753. des Lebens Licht!
  754. des Lebens Nächte
  755. Des Lebens Pflichten, Lebens Jus und Muß? –
  756. des Lebens Tage.
  757. des Lenzes Knospen, früh vom Frost verderbt –
  758. Des Meeres Gang ist höher heut und lauter auch!
  759. Des Meeres Gang ist höher heut, doch stolzer auch!
  760. Des Morgens, wenn am Strande noch der Hauch der Nacht
  761. des reinen Jünglings, der dich retten möchte –
  762. des Schicksals sich gelegt auf meinen Nacken,
  763. des Sieges durch die ringende Wut des Alls.
  764. des Sonntags in die Kirche gehn zu können,
  765. des staubigen Marktes waren kurz nur, doch
  766. des Tiefgemeinen? Sähe in Qual und Staub
  767. des Vorgestellten, so erzähl ich lieber –
  768. Des »Vogelschießens« Wollust hatt ich noch
  769. Dich hat der Sturm begnadet,
  770. Dich hat der Sturm begnadet,
  771. Dich lockt der Baum mit giftgetränkter Frucht,
  772. dich lud er auch!
  773. dich lud er auch!
  774. dich macht es von neuem erbeben . .
  775. Dich quälte diese kalte Öde,
  776. Dich sah mein Auge in der Abendröte! –
  777. dich still Geliebte wiedersah –
  778. Dich trägt die Flut – bist wegebegabt –
  779. dich zu begraben, rollen die Lawinen.
  780. Dich zu erschlagen, bricht der Föhn die Stämme,
  781. die abendkühl durchs offne Fenster wehte. –
  782. die Ähren, die das Abendrot vergoldet
  783. die allerjüngste Feine
  784. Die allerjüngste Feine –
  785. die Alte ein.
  786. die alte schmutzbetriefte Pflegerin
  787. die an Tages trüber Sonne
  788. Die Apfelbäume winken blütenschwer,
  789. die auf dem Weg zu mir so heiß geworden.
  790. die Augen richtet, diese dummen Augen,
  791. die beiden Grübchen.
  792. die beiden habens nicht bezwungen.
  793. die beseligten gesättigt.
  794. die besten Christen in der Christenheit –
  795. die blonden Locken bald und bald die braunen
  796. die Blumen leuchten ungezählt her von den ewigen Beeten,
  797. die Blüte schwillt und sich erschließt –
  798. die da hingeht hinter meinen Knechten?
  799. die da liegt in Benjamin. Sie kehrten
  800. die da vertröstet aufs beßre Jenseits!
  801. die deine Wangen färbte. – Ihr Verblühn
  802. die der Herr geschüttet auf die Tenne,
  803. die dich so schnell in meinen Arm geführt.
  804. die die Söhne freiten in der Fremde,
  805. Die Dirne
  806. die doch unendlich schöner wie die heutige war!
  807. die drei Tagereisen lang sich ausdehnt.
  808. Die Dritte sprach und sprach so leis –
  809. die Dritte sprach und sprach so leis:
  810. die Droschke als Kulturentwicklungsmittel
  811. Die du so fern bist in der großen Stadt,
  812. die du verstohlen nur die dunklen Blicke schenkst,
  813. die Dummheit schaut aus deinen tiefen Augen,
  814. Die Dummheit spricht aus deinem zarten Antlitz,
  815. Die dunklen Berge krönt der Abendschein,
  816. die durch gelbe, glühend heiße Felder zog,
  817. Die Ebne, die vom Fuße des Gebirges
  818. die ehrsam schon und sittig wieder schauten drein,
  819. die Eintagsfliegen, die sich flatternd in den Schein gedrängt –
  820. Die Eltern starben mir, und kalt verschlossen
  821. die er heim zu seiner Hütte führte.
  822. die Erde jauchzt in Lust!
  823. die ersten, frühen Liebesfrüchte zitternd mir gepflückt? . . .
  824. die euch wieder Männer werden möchten.
  825. die ewig gleichen, über mir in Lüften . . .
  826. die ewig gleichen, unter meinen Schritten.
  827. die ewig zu den Sternen deutet,
  828. die fernher an das Ohr des Lauschers dringen –
  829. Die finstren Wolken lagern
  830. Die Flammen zischeln von Verschwörung nur,
  831. Die gesenkte braune Wimper
  832. die grauen Quadern tauchen in den Strom der Seide
  833. die großen Augen bangend glühn
  834. Die großen Augen, hoffnungskühn,
  835. die großen Wandelsteine scheu auftretend segnen . . .
  836. die Hand des jungen Mannes.
  837. Die heilige Magdalena ruht
  838. Die Herrschaft hat mit ihren Domestiquen
  839. die hindurchblitzt zwischen dem Laub der Kronen,
  840. die ich nach langen Tagen wiederfinde.
  841. Die jubelnd nie den überschäumten Becher
  842. die Jugend leise zurück.
  843. die kalten Hände noch verschlungen
  844. die Ketten spürt, doch sie nicht sprengen könnt –
  845. die langen, blassen, dünnen aus der Stirne.
  846. die Lebensluft,
  847. Die letzte Sichel des verfallnen Mondes
  848. die letzte Sichel des verfallnen Mondes
  849. die letzte Sichel des verfallnen Mondes.
  850. die Liebe gänzlich streichen aus der Lyrik.
  851. Die Liebe hab ich je und je gesucht,
  852. die Liebe sei so eine Himmelsmacht;
  853. Die Liebe, die dein Atem einst gehaucht
  854. Die Liebe, die mein Atem euch gehaucht
  855. Die meine, verzweifelt, spürte mich kaum –
  856. Die Menschheit rollt auf ehernem Siegeswagen
  857. die Meute der Menschen!
  858. die mich zu heiß umloht . . .
  859. Die müden Hügel dehnten sich dahinten
  860. die nach des Todes Erlösung schmachten.
  861. die nach Tod und Heirat schielen.
  862. die nassen Wege und das faule Laub –
  863. die nie den ernsten Tand der Welt vergaßen
  864. die niedern Geschlechter!
  865. die Palme hab ich mir errungen,
  866. die Pracht der Welt, sie stand in deinem Sold!
  867. Die reinen Stufen schreit ich Fragender hinab.
  868. die reines Herzens sind. Sie sitzt und knöpft
  869. die rings von kranzgeschmückten Hütten wehten,
  870. Die saß in ihrem düsteren Hinterstübchen,
  871. die saugenden Sterne . . . Wahrlich, Jessica,
  872. Die Schönheit leuchtet mir,
  873. die Schwalben werden wach – und schon verblaßt
  874. Die schweigenden Augen starren zum Mond.
  875. die Seiten um. Schamlose Lasterbilder
  876. die selber uns zum Opfer bringt!
  877. die sich knechten lassen von dem Leide –
  878. die sie erzog zum sonnenschönen Weibe:
  879. die Sonne gibt ihm länger keine Ruh.
  880. Die Sonne hat an einem frühen Morgen
  881. die Sonne ist blind und matt
  882. Die Sonne lag noch auf den Straßen,
  883. Die Sonne sank – der Schnee der Berge leuchtete –
  884. Die Sonne wärmt ihr goldbraun rotes Haar:
  885. Die Sonne zielt nach deinem armen Hirn,
  886. Die Sozialisten sieht man bei publiquen
  887. Die Sozialisten und Prostituierten
  888. Die Speisen, die der Mensch, wie jedes Tier,
  889. die Sprache, der das Blut der Sinne schwand,
  890. Die Sprache, die des Wortes Wert nicht kennt,
  891. Die Stätte, wo ein Glück zerfiel,
  892. die Stirne mit der Hand und sucht zu lachen.
  893. Die Stunden drauf im lärmenden Gewühl
  894. Die Tage gingen und die Tage kamen:
  895. Die Taube zitterte vor diesem kalten Blick,
  896. die toten Augen stieren in den Mond.
  897. Die Tür der armen Hütte, drin sie sitzt und sinnt,
  898. die unverwehte, leise Totenklage.
  899. die von Menschenhand gemacht, verehr ich,
  900. die vor dem Weg zu mir errötet sind,
  901. die Wärme muß man halten, ach, die teure Wärme!
  902. die weich und still in ruhender Güte sich nach mir
  903. die weiße, kaum erschloßne Frühlingsblüte
  904. die weit und breit den Horizont umgrenzten,
  905. die welken Blätter rascheln,
  906. die Welt ins wahnlos friedliche Nichts zurück?
  907. Die Welt ist bunt! so riefst du jauchzend aus.
  908. Die Welt ist bunt! – O wär sie bunt geblieben.
  909. Die wilden Blumen dufteten rings so stark und süß.
  910. Die Woge funkelt. Warme, weiche Sommernacht
  911. Die Wolken lasten auf der Wintererde.
  912. Die Wolken lasten auf der Wintererde.
  913. die Zähne klappern – und da hört sie gellen:
  914. die Zauberin, mit ihren warmen Armen
  915. Die Zeit ist hell vom Morgenstern,
  916. Die Zweite fuhr sich übers Haar –
  917. die Zweite fuhr sich übers Haar,
  918. dies Blatt, schon gelb, in deiner Mappe findest,
  919. Dies Herz wird leichter jeden Tag,
  920. dies höchst frivole Volk zu preisen? Greulich!
  921. dies Wissen, daß es Selge gibt.
  922. diese Nacht! Ich bebte vor Entzücken –
  923. diese neue Lust zu leiden. –
  924. Dieser Baal ist eine tote Puppe,
  925. dieweil ich frei und stolz nach oben schaute.
  926. dieweil ich mich mit jedem Reim begnüge,
  927. dir dienen? – Unterwürfigkeit im Blick,
  928. dir entfalten soll sich alles,
  929. dir ewig folgen, Herrscherin Natur! –
  930. dir Göttin, die den Busen mir bewegt,
  931. dir meine Lieder!
  932. Dir, der Wahrheit, gelte des ernsten Sängers
  933. Doch als ich heut, nach langen Tagen,
  934. Doch aus Bethlehem, der Stadt, am Abend
  935. Doch aus den leeren Kanonenscharten
  936. Doch beugtest du von Zeit zu Zeit dich nieder
  937. Doch da sandte Zebaoth die Stürme
  938. Doch Daniel lachte:
  939. Doch dann besinnt er sich und fährt sich über
  940. doch dem beredten Gelispel des lautlos flüsternden Mundes
  941. Doch der Herr verschaffte einen Kürbis,
  942. Doch der Nacht erst will sie den letzten Reichtum,
  943. doch der Tod muß kommen, uns zu scheiden!
  944. Doch die Leute scheuten sich und trieben
  945. Doch die Sonne führt mir die Welt ans Lager,
  946. Doch die vom Fels im Sternenstrahl
  947. doch dieses Volk, es lastet stumm wie der Felsenhang
  948. doch du schliefst auf Nummro Neunundzwanzig –
  949. Doch eh wir noch das erste Haus der Stadt erreicht,
  950. doch empor aus goldnem Abendscheine
  951. Doch gegenüber auf dem Friedhof, der sich rings
  952. Doch glaube nur – ach, lehne dich zurück,
  953. doch habe Mitleid, hab Geduld,
  954. Doch heut, heut sah ich dich im Traum
  955. Doch ihn weckte jetzt der Herr des Schiffes,
  956. doch im Arm das zappelnd lustige
  957. Doch immer wieder glättete der Spiegel sich
  958. Doch immer wieder irrte mein Blick ins Leere ab:
  959. Doch in fremdem Boden kein Gedeihen
  960. Doch ist nicht schlimmer noch die Leidenschaft,
  961. Doch Jehova wandte seinem Volke
  962. Doch Jesus sprach zu jener: Martha, Martha! Du
  963. Doch kaum, daß die Träne die Wellen erreicht–
  964. Doch kein Mädchen mir zur Seite.
  965. doch nach vierzig Tagen wird der Herr sie
  966. Doch nicht umsonst war ich gefesselt!
  967. doch nie den trauten Sitz gefunden hatte –
  968. doch nimmer verhüllt
  969. doch oft seitdem will es mich leis gemahnen,
  970. doch ohne Scheu sind sie auf ihn gerichtet.
  971. doch qualdurchbebt.
  972. Doch schilt mich nicht, noch fürchte, daß die Treue
  973. Doch seh ich Fäuste zittern
  974. doch seine Liebe erweckte die Sonne –
  975. Doch seis darum. Was frommt es, insgeheim
  976. Doch selber sah ich nur die Mücken in dem roten Glanz,
  977. doch sonnenlos.
  978. doch stetig weiter kriecht er. Immer näher
  979. doch still aus Schmerzen sprießt uns wohl ein spätes Glück,
  980. Doch Todesschwermut wälzte sich auf mich,
  981. Doch verloren im Gewölk der Zeiten
  982. Doch wem der Blitz, das Rollen des Donners nicht
  983. Dort an der Wand, dem Herde gegenüber,
  984. dort auf dem dunklen Fichtenwalde lag –
  985. dort hinten, wo der Weg den Hügel anstieg,
  986. dort in den Weg. Vorm Schützenhause saß er,
  987. Dort links, fern im Gefilde, wallumringt,
  988. Dort schläft die Jungfrau. Ihre Stirn ist rein.
  989. Dort! Dort! so keuchte sie und riß den Arm
  990. drängst dich, als wolltest du mein Blut
  991. drängt sich lärmend schon das Volk.
  992. drauf das Glück mit den tönenden Rädern
  993. drauf du den kranken Blick gesenkt,
  994. Drauf hat er ihr den Wein gereicht,
  995. drauf sich um zu ihrem Gott und Volke.
  996. Drauf springt und spielt das lustige Kind
  997. draus dem fröstelnden, nordischen Fremdling
  998. draus naiven Goldes Sternenblicke leuchten,
  999. draußen auf den raschen Straßen
  1000. draußen Erz und drinnen eine Höhle:

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