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LYRIK Sigmund von Birken - Poetische Werke 53

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


Conradi, Hermann

Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Sigmund von Birken (1626-1681)

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Poetische Werke 53

Sonntags-MorgenLied

Nach der Singweise: Wie schön leuchtet der Morgenstern.

1.
Gegrüßet sei, der iezt anbricht,
Der Tag, der aller Tage Liecht,
Der alles Liechtes Quelle.
Du auch, O Schöpfer, sei gegrüst,
Der du des Liechtes Vatter bist,
Machst Erd und Himmel helle.
Sonne,
Wonne
Kehret wieder,
Heischet Lieder,
Dich zu preisen.
Mein Dank sol gen Himmel reisen.

2.
Der Tag sei ein Versöhnungs-Tag,
Daß mein Gebet zu dir hin mag,
Zu mir dein Gnade steigen.
Die SündenWolke schaff beiseit:
Mir kan vor ihrer Dunkelheit
Die Sonne sich nicht zeigen.
Ach ja,
Abba!
Höchste Liebe,
Mir vergibe
Alle Schulde.
Ich verseh mich deiner Hulde.

3.
Hier ist mein Herz, das finstre Haus:
Gib diesem auch den Tag heraus,
Du, der du wohnst im Liechte.
Sprich heut: »Es werde Liecht!« in mir.
Du, mein' Aurora, tritt herfür
Und meine Nacht vernichte.
Ja du,
JESU,
Du bist Wonne,
Du bist Sonne,
Liecht der Erden:
Laß auch mich erleuchtet werden.

4.
Ja, ewigs Liecht, erleuchte mich,
Laß mich in deinem Worte dich,
Mein Schönster, heut ersehen.
Dein Geist beglanze meinen Geist,
Daß ich, was Gott-gefällig heist,
Mög fassen und verstehen.
Laß mir
Von dir
Seeligs wissen
Reich zufliessen.
Deinen Willen
Lerne heut mein Will erfüllen.

5.
Dein Wort, dein heiligs Wort allein
Kan meines Lebens Leuchte seyn,
Ohn Anstoß fort zu gehen.
Diß sei der FeuerSeule Brand,
Die zum gelobten HimmelsLand
Den Weg mich mache sehen.
Gib Schein
In mein'
Herz-Laterne;
Du Lucerne,
Mich regire,
Daß kein Irrliecht mich verführe.

6.
Lehr mich ein Kind des Liechtes seyn,
Mein Glaub' in LiebesWerken schein'
Und vor den Leuten leuchte;
Und daß die Lampe meiner Seel
Hellbrennend bleib, dein Geistes-Oel
Den schwachen Docht befeuchte.
Heute
Streute
Sich das theuer'
Himmels-Feuer
Auf die Deinen:
Laß es mir auch iezt erscheinen.

7.
O Sonn'! ich stelle mich hinein
In deinen schönen Gnaden-Schein,
Auf daß ich süß erwarme.
Mein Glaube soll als Simeon
Im Tempel, dich, Marien-Sohn,
Heut nehmen auf die Arme.
Mach mir
Nach dir
Heilig brennen,
Himmel-rennen
Die Gedanken:
Laß sie zu der Welt nicht wanken.

8.
Heut stiegest du aus deinem Grab,
Der Tod dich lebend wiedergab,
Ich lag im Tod der Sünden.
Ach! diesen man begrub mit dir:
Erlöser! möchtest du an mir
Ein neues Leben finden!
Geh du,
Jesu,
Meine Kerze,
In diß Herze
Als zu Grabe:
Dann leb ich, wann ich dich habe.

9.
Zween Jüngern macht' im Herzen heiß,
Die heut gethan die Sabbath-Reis,
Dein Reden und Geleite.
Kom, Feur, geselle dich zu mir.
Hör' ich dein Wort, ich bin bei dir.
Mach mich auch brennen heute,
Bis ich
Endlich
Werd in Wonne
Wie die Sonne
Leuchten droben:
Da will ich dich ewig loben.

Geistliche Lieder 44

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