L Y R I K
LYRIK Sigmund von Birken - Poetische Werke 32

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


Conradi, Hermann

Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Sigmund von Birken (1626-1681)

[Inhalt] [Anfänge] [Titel] [Zeilen]

Poetische Werke 32

Der verlohrne Jesus

Am ersten Sonntag nach der heiligen drey Könige

In voriger Singweise.

1.
Offt ich, O Jesu, dich verliehr:
Ach meine Schuld jagt dich von mir.
Alsdann so such ich dich mit Schmerzen,
Da meine Bosheit beisset mich.
Laß, Jesu, laß bald finden dich:
Ach lange machet bang dem Herzen.

2.
Bey den Gefärten, bey der Welt
Sich deine Gottheit nicht enthält,
Ach da, da werd ich dich nit finden.
Such ich dich dann bey Fleisch und Blut,
Bey den Gefreundten: ach da ruht
Mein Jesus nicht, da wohnen Sünden.

3.
Dort in den Tempel will ich gehn
Und dich in deinem Worte sehn.
Wollst, Jesu, dich mir nicht verstecken,
Imfall mein Glaube greifft nach dir.
Zwar bist du heimlich schon bey mir:
Du wollest nur dich mir entdecken.

4.
Du sihest heimlich dort auf mich,
Ob ich auch ämsig suche dich:
Du willst dich endlich lassen sehen.
Schick deinen Geist, daß er mich führ:
Alsdann so komm ich bald zu dir.
Laß mich nach dir nit irregehen.

5.
Zwar bist doch selber du der Weg:
Ach laß mich gehn auf diesem Steg,
Durch dich allein kan ich dich finden.
So führe du dann mich fortan
Zu dir, auf dir, der Lebensbahn.
Laß mich im Herzen dich empfinden.

6.
O Jesu, der gewissest' Ort,
Da man dich findet, ist dein Wort:
Da will ich mich nach dir ümsehen,
Da will ich suchen spat und früh
Und sparen weder Fleiß noch Müh.
Es wird doch nicht ümsonst abgehen.

7.
Offt find ich dich und seh dich nicht:
Mein Geist ist blind, hat kein Gesicht,
Weil daß die Seel nur fleischlich sihet.
Ach reiss mir diese Augen aus:
Sie machen mich zur Fledermaus,
Die vor dem Liecht ins Finstre fliehet.

Geistliche Lieder 23

◀◀◀ ▶▶▶


Gedichte:

Anfänge

Titel

Zeilen

Autor - Anfänge

Autor - Titel

Wortschatz

OPERONE