L Y R I K
LYRIK Sigmund von Birken - Poetische Werke 24

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


Conradi, Hermann

Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Sigmund von Birken (1626-1681)

[Inhalt] [Anfänge] [Titel] [Zeilen]

Poetische Werke 24

Schluß-Andacht-Lied - Widerholung deß ganzen Werks

Nach der Singweise: deß Opitzischen Coridons.

1.
Schweige, mein Gemüt, nit belle,
Murre ja nicht wider den,
Der gesehen und versehn
Alle Glücks- und Unglücks-Fälle.
Was es sey, das dich ficht an,
Denke, daß es Gott getahn.

2.
Kein Gestirn kan dich beglücken;
Keine Göttinn, die man mahlt,
Dich mit Huld und Haß bestrahlt:
Gott allein schickt alles Schicken.
Was auf Erden wird getahn,
Das tuht Gott, der Alles kan.

3.
Seine Weißheit wust und sahe
Alles, eh' es ward und wird;
Seine Allmacht auch regirt,
Was geschiht und was geschahe.
Guts und Böses trett heran!
Was Gott tuht, ist wol getahn.

4.
Gott allein kan Alles geben;
Hoheit, Ehre, Kunst und Haab,
Alles kommt von oben ab.
Gott gibt hier in diesem Leben,
Was er will, nach seinem Raht:
Wem Gott geben will, der hat.

5.
Erden-Tohn! der Himmels Döpfer
Alles hat zu machen Macht,
Hoch und reich – arm und veracht.
Drüm sey gerne, was der Schöpfer
Vor ein Seyn dir zugedacht:
Was Gott macht, ist wolgemacht.

6.
Sihst du ein Gefäß der Ehren
Und du bist ein schlechter Dopf,
Ein verworffner armer Tropf,
Laß den Neid dich nicht beschweren.
Sey vergnügt, denk in der Still:
Gott gibt, wem er geben will.

7.
Höll und Himmel, Tod und Leben,
Fluch und Segen beutt er an:
Deine Wahl dir selber kan
Eins von diesen beyden geben.
Wähle du das Bäste dir:
Gott legt Guts und Böses für.

8.
Sihest du in deinem Leben
Andre groß, dich aber klein,
Bild dir Gottes Ordnung ein,
Nimm die Stell, die er gegeben,
Es sey Zepter oder Pflug:
Wer Gott dient, ist groß genug.

9.
Blinde Unvernunft, schweig stille!
Er, der Glaub, im Herzen red!
Laß es gehen, wie es geht;
Gottes Wille sey dein Wille.
Fordre Gott nit Rechnung an:
Was Gott tuht, ist recht getahn.

10.
Fordre nichts, erwart der Gnaden,
Schreibe Gott dein Glück nit für:
Ach! du möchtst erbitten dir
Selber deinen bittern Schaden.
Ob es deinem Wahn behagt:
Gut es ist, wann Gott versagt.

11.
Nicht wie reich und hoch auf Erden,
Nein! wie fromm du hast gelebt,
Diß im Himmel wird erhebt
Und vor Gott gepriesen werden.
Lebe, wo nicht wohl, doch recht:
Gott gefällt ein schlechter Knecht.

12.
Stehe, mein Gemüt, steh fäste,
Laß dich nicht deß Unglücks Grimm,
Nicht deß Glückes Schmeichel-Stimm
Treiben von dem Felsen-Neste.
Setz dein Glück in Gottes Händ'
Und beharre biß ans END.

Geistliche Lieder 15 Andacht-Lieder 9

◀◀◀ ▶▶▶


Gedichte:

Anfänge

Titel

Zeilen

Autor - Anfänge

Autor - Titel

Wortschatz

OPERONE