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LYRIK Louise Aston - Poetische Werke 21

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

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Conradi, Hermann

Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Louise Aston (1814-1871)

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Poetische Werke 21

Den Frauen

Ihr richtet streng, der Sitte heil'ge Vehm',
Und schleudert auf mein Haupt das Anathem!
Mögt ihr zu Boden stürzen eure Kerzen
Und schlagen an die Brust, so tugendreich:
Ich fühl' es mächtig in dem tiefsten Herzen,
Daß meine Sünde eurer Tugend gleich.

Der Unschuld Lilien mögen euch umblühn,
Das Roth der Schaam auf euern Wangen glühn;
Wie Schwäne sich auf stillen Fluthen schaukeln,
Gefühle still durch eure Seele ziehn;
Wie Falter neckend durch die Blumen gaukeln,
Der Liebe Wünsche leis' vorüberfliehn!

Quält euch ein flammend Sehnen fessellos,
Mögt ihr entsagen stolz und seelengroß;
Mögt still verzehren eure heiße Jugend,
Auskämpfen ritterlich den heil'gen Krieg,
Und mit dem Vollmachtsbriefe eurer Tugend
Dem Tod, der Hölle nehmen ihren Sieg!

Ich achte dennoch eure Tugend nicht,
Verwerfe kühn eu'r heiliges Gericht!
Seid des Gesetzes Hort, der Sitte Rächer,
Des frommen Glaubens treuer Genius!
Es lebt ein heil'ger Geist auch im Verbrecher.
Der Freie sündigt, weil er sünd'gen muß!

Das Leben auch verlangt sein mächtig Recht,
Verlaßt des starren Wortes todten Knecht;
Aus edlem Feuer flossen meine Sünden,
Aus Drang des Herzens, glüh'nder Leidenschaft.
Für sie würd' ich schon hier Vergebung finden,
Die Zeugen meines Werthes, meiner Kraft.

Entsagen ist der Nonne Stolz und Ruhm,
Beglücken ist des Weibes Heiligthum,
Ihr wollt mühsam die Ewigkeit ergründen,
Mir lächelt sie aus jedem Augenblick;
Ihr wollt das Glück in eurer Tugend finden,
Ich finde meine Tugend nur im Glück.

Wenn mich der Liebe Flammen heiß umsprühn,
Will ich in sel'gem Feuertod verglühn;
Doch aus den Gluthen steig' ich neugeboren,
Wie sich der Phönix aus der Asche schwingt,
Geläutert ward mein Wesen – nicht verloren,
Zu neuem, heil'gem Liebesglück verjüngt.

Freischärler-Reminiscenzen 9

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