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LYRIK Achim von Arnim - Poetische Werke 63

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


Conradi, Hermann

Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Ernst Moritz Arndt (1769-1860)

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Poetische Werke 63

Der Purpurmantel

Der König ging vertrieben
Durch ein Feindesland,
Die mit ihm sind geblieben,
Bindet da kein Band.

Da sind in Noth nur blieben,
Die er oft verkannt,
Denn streng sind, die uns lieben,
Fest ist der Liebe Band.

Er sah wie seine Feinde
Dort am Ufer stehn,
An Freundes Busen weinte,
Wollte schier vergehn.

»Ich habe nichts zu geben,
Als den Mantel mein,
Der gab mir Noth im Leben,
Bald auch Todespein.«

»War meine Noth beglücken
Eurer Tage Preis,
Den Purpur reißt in Stücken,
Geb' ihn allen preis!«

Er faßt, so viel er konnte,
Jeder riß sein Stück,
Es auf dem Herzen sonnte,
Wie ein Stern im Glück.

»Nun flieht!« befiehlt der König,
»Lasset mich und flieht!«
Zum erstenmal der König
Ungehorsam sieht.

»Der Purpur ist zerrissen,
Aus ist nun dein Reich,
Wir handeln nach Gewissen,
Sind nun alle gleich.«

»Wir stehn am jüngsten Tage
Schon dem Weltgericht,
Auf hoher Himmelswage;
König der Könige richt!«

»Der Purpurstern kann blitzen,
Wärmen euer Herz,
Nicht wie ein Harnisch schützen! –
Kältend deckt das Erz!« –

Die Feinde sahn sie blicken,
Sahn die Sterne hell,
Und ihre Pfeile drücken
In die Herzen schnell.

Die purpurrothen Stücke
Tauchte in Blutes Farb,
Der Feind ging über die Brücke,
Nicht den Schmuck verdarb.

Es stiftet einen Orden
Diesem nach der Feind,
Der ordnet seine Horden,
Sie durch Treu' vereint.

Mein Stammbuch 61 Lieder aus einem ungeschriebenen Roman 1

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