L Y R I K
LYRIK Achim von Arnim - Poetische Werke 581

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


Conradi, Hermann

Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Ernst Moritz Arndt (1769-1860)

[Inhalt] [Anfänge] [Titel] [Zeilen]

Poetische Werke 581

Galantes dreißigjähriges Kriegslied

Amor, erheb dich edler Held!
Begebe dich mit mir ins Feld,
Frisch auf!
Mein Liebchen ist gerüst'
Als ob sie mit mir streiten müst',
Sie hat nichts Guts im Sinn.

Jezt zieh ich wider die ins Feld,
Die mir die Liebst ist in der Welt,
Frisch auf!
Gott weiß, ich bin bereit,
Mit ihr zu leben ohne Streit,
Wenn sie nur selber wollt'.

Was all ihr Gott verliehen hat
Vor andern Frau'n aus großer Gnad,
Frisch auf!
Das setzt sie wider mich,
Mich zu vertilgen eigentlich,
Der ich doch nichts verschuldt.

Ihr Leib von Gott gar schön bereit
Die Festung ist, darum ich streit',
Frisch auf!
Ihr zarte Brüstelein
Zwei mächtige Basteien sein,
Worauf sie sich verläßt.

Ihr Fähnlein ist der Uebermuth,
Damit sie mich verachten thut.
Frisch auf!
Ihr zarter rother Mund,
Ist Spieß und Schwerdt, so mich verwundt,
Ja öfters bis in Tod.

Trabanten, Fußknecht, Reiterei
Sind Ungnad, Falschheit, Tirannei.
Frisch auf!
Ihr klare Aeugelein,
Die sind zwei Feuerkügelein,
Damit sie mich verblendt.

So Gott mir gönnet Glück und Preis
Daß ich das Fähnlein niederreiß,
Frisch auf!
Ich hoff' damit zu sieg'n,
Herzlieb, du mußt doch unterlieg'n
Und geben mir den Preis.

Die Waffen sind, womit ich streit,
Kunst, Tugend, Ehr und Frömmigkeit,
Frisch auf!
So soll ihr Spies und Schwerd
So mich vor Zeiten hat versehrt
Meinen Schaden machen heil.

Denn nimmer hast du die Gewalt,
Daß sich dein List gen mir erhalt,
Frisch auf!
Geliebt dir Frömmigkeit,
Kunst, Tugend, Ehr, so wird der Streit
Durch mich gewonnen seyn.

Wo aber du nach Reichthum freist,
Schau, daß du nie den Kauf bereust,
Frisch auf!
O Weh! Ein alter Mann
Hat einen Sack voll Thaler an,
Der wird dich führen hin.

Ein wenig denke nach, mein Schatz,
Eh du kömmst auf den Musterplatz,
O Weh!
Wenn du mich nun besiegst,
Und dann bei deinem Alten liegst,
Wie wird dir sein zu Muth!

Herzallerliebstes Engellein,
Bedenk, was dir zu thun mag sein,
O Weh!
Wirst du einmal verführt,
Mein junger Leib dir nimmer wird,
Du bringst mich auch in Tod.

Des Knaben Wunderhorn 365 Band 2 - 158

◀◀◀ ▶▶▶


Gedichte:

Anfänge

Titel

Zeilen

Autor - Anfänge

Autor - Titel

Wortschatz

OPERONE