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LYRIK Achim von Arnim - Poetische Werke 534

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


Conradi, Hermann

Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Ernst Moritz Arndt (1769-1860)

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Poetische Werke 534

Zucht bringt Frucht

Fliegendes Blat.

Es flohen drei Sterne wohl über den Rhein,
Es hätt' eine Wittwe drey Töchterlein;
Die eine starb wie es Abend war
Und die Sonne nicht mehr schiene klar,
Die Andre um die Mitternacht,
Die Dritte um die Morgenwacht.

Sie nahmen sich all einander die Händ
Und kamen vor den Himmel behend,
Sie klopften leise an die Thür,
Sankt Petrus sprach: Wer ist dafür?
Es stehn drei arme Seelen hier,
Ach, macht bald auf die Himmelsthür.

Er sprach: Ich muß erst zeigen an,
Welch' von euch soll in Himmel gahn,
Drauf ging er hin und fragte nach,
Die Himmelsstimme also sprach:
Die ältsten zwei sollen hier ein gehn,
Die jüngste muß bleiben stehn.

Sie schrie und sprach: Was hab ich gethan,
Daß ich hier bleiben soll bestahn?
Sankt Petrus sprach: Weil du veracht
Gotts Wort, deine Seele nicht bedacht,
So geh nun hin und siehe zu,
Wo du findest in der Höllen Ruh.

Denn wenn du in die Kirch solltst gehn,
So bliebst du vor dem Spiegel stehn,
Dein Haupt bekrönt, dein Haar geschmiert,
Und dich hoffärtig ausgeziert:
Drum geh nur fort und packe dich,
Die Hölle wird aufnehmen dich!

Als sie nun vor die Hölle kam,
Da klopfte sie gar grausam an,
Der Satan sprach: Wer ist allhier?
Es ist eine arme Seel dafür!
Drauf sprang er auf, und ließ sie ein,
Und schenkt ihr ein ein glühnden Wein.

Als sie nun aus dem Becher trank,
Das Blut ihr aus den Nägeln sprang,
Er bracht sie in den höllischen Pfuhl,
Und sezt sie auf ein glühenden Stuhl,
Ja ihre Qual war übergroß,
Sie kriegte manchen harten Stoß.

Sie sprach: Das ist mein Mutter Schuld,
Daß sie mein Bosheit hat erduldt,
Und mich in Frevel lassen gehn,
Nicht einmal sauer drum gesehn,
Da meine Schwestern im Himmelssaal,
So siz ich in der Höllen-Qual.

Was hilft mir nun mein Uebermuth,
Mein Reichthum, Ehre, Geld und Gut?
Was hilft mir nun all Zierd und Pracht?
Ach hätt' ich nie daran gedacht!
So säß ich nicht in dieser Flammen,
Da alle Qualen schlagen zusammen.

Des Knaben Wunderhorn 318 Band 2 - 111

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