L Y R I K
LYRIK Achim von Arnim - Poetische Werke 484

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


Conradi, Hermann

Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Ernst Moritz Arndt (1769-1860)

[Inhalt] [Anfänge] [Titel] [Zeilen]

Poetische Werke 484

Die vermeinte Jungfrau Lille

Mündlich.

Prinz Eugen.

Lill, du allerschönste Stadt,
Die du bist so fein und glat,
Meine Lieb, die brennt in Flammen,
Dich lieb ich vor allen Damen,
Lill, du allerschönste Stadt.

Stadt Lille.

Lieber Herr, was saget ihr,
Wer seyd ihr, was macht ihr hier,
Was die Reiter, die Soldaten,
Eure tapfern Kameraden,
Liebster das erzählet mir?

Prinz Eugen.

Ich bin der Savoyer Held
Bekannt genug in aller Welt,
Prinz Eugen bin ich genennet,
Der zu dir in Liebe brennet,
Lill, du allerschönste Braut.

Stadt Lille.

Lieber Herr, fort packet euch,
Gehet in das deutsche Reich,
Denn ich habe zum Galanten,
Zum Gemahl und Caressanten,
König Ludwig von Frankreich.

Prinz Eugen.

Liebste deine Schönheit groß
Ziehet mich in deinen Schooß,
Mit Gewalt will bey dir schlafen,
Schrecken dich nicht meine Waffen,
Machen Hochzeitfeuer an.

Stadt Lille.

Lieber Herr von großer Macht,
Glaubet mir, ihr seyd verlacht,
Meine Werk und Bastionen
Citadell und halbe Monden,
Bouffler schützet meine Ehr.

Prinz Eugen.

Halt das Maul und schweige still,
Hör was ich dir sagen will,
Hab ich nicht in Ungerlanden
Türken schon gemacht zu schanden,
Hundert tausend, noch viel mehr?

Stadt Lille.

Lieber Herr, das glaub ich wohl,
Daß ihr damals waret toll,
Aber ihr habt nichts zu schaffen
Jezo mit den türkschen Affen,
Sondern mit dem Lilien Glanz.

Prinz Eugen.

Ihr Constabler frisch daran,
Feuert hundert tausend Mann,
Donnert daß es kracht in Flammen,
Daß kein Stein hält mehr zusammen,
Lill, du unglückselig Weib.

Stadt Lille.

Meint ihr denn, daß mein Vandom,
Mir nicht bald zu Hülfe komm,
Der mit hundert tausend Franzen,
Den Holländern lehrt das Tanzen,
Eh mein Kränzlein mir verbrannt?

Prinz Eugen.

Lill, mein Engel und mein Lamm,
Ich weiß dir den Bräutigam,
Kaiser Karl, der Weltbekannte,
Ich bin nur sein Abgesandte,
Und des Kaisers General.

Stadt Lille.

Ey wohlan, so laßt es seyn,
Karle sey der Liebste mein,
Denn der Ludewig veraltet,
Und die Lieb ist ganz erkaltet,
Karl ist noch ein junger Held.

Des Knaben Wunderhorn 268 Band 2 - 61

◀◀◀ ▶▶▶


Gedichte:

Anfänge

Titel

Zeilen

Autor - Anfänge

Autor - Titel

Wortschatz

OPERONE