L Y R I K
LYRIK Achim von Arnim - Poetische Werke 463

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


Conradi, Hermann

Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Ernst Moritz Arndt (1769-1860)

[Inhalt] [Anfänge] [Titel] [Zeilen]

Poetische Werke 463

Hoffahrt will Zwang haben

Mündlich.

O du verdammtes Adelleben!
O du verdammter Fräuleinstand!
Jetzt will ich mich der Lieb ergeben,
Der Adel bricht mein Liebesband:
Ach dacht ich oft bey mir so sehr,
Ach wenn ich nur kein Fräulein wär.

Zu Morgens früh, wenn ich aufstehe,
Da putzet gleich mich die Mamsell,
Ach wenn ich in mein Schnürleib sehe,
Ich das Gefängniß mir vorstell. Ach dacht usw.

O du Gefängniß meines Leibes!
Die Brust in goldnen Ketten liegt,
O hätt ich doch des Zeitvertreibes,
Wovon die Kammerjungfer spricht. Ach dacht usw.

Denn wenn ich in die Kirch thu fahren,
So hütet streng mich die Mamsell,
Da seh ich die verliebten Paare,
Und jede Dirn, wies ihr gefällt. Ach dacht usw.

Will ich mit schönen Knaben reden,
Sie neigen sich in Demuth gleich,
Und merkens nicht, wie gern ich jedem
Sogleich den Mund zum Küssen reich. Ach dacht usw.

Was schöne Spässe muß ich sehen
Von Knecht und Magd auf offner Straß,
Doch muß ich gleich vom Fenster gehen,
Wenn die Mamsell erblickt den Spaß. Ach dacht usw.

Drum will ich meinen Stand verwandeln, Will eine Bauerdirne seyn,
Damit ich nicht modest muß wandern,
Und krank ins Fräuleinstift hinein;
Bald denke ich nun gar nicht mehr,
Daß ich ein Fräulein war und wär.

Des Knaben Wunderhorn 247 Band 2 - 30

◀◀◀ ▶▶▶


Gedichte:

Anfänge

Titel

Zeilen

Autor - Anfänge

Autor - Titel

Wortschatz

OPERONE