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LYRIK Achim von Arnim - Poetische Werke 254

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


Conradi, Hermann

Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Ernst Moritz Arndt (1769-1860)

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Poetische Werke 254

David

Fliegendes Blat von Kloster Einsiedeln.

Ich war der Kleinste meiner Brüder,
Und meines Vaters jüngster Sohn;
Ich stellte kühn mich dem zuwider,
Vor dem ein Schäflein läuft davon:
Ich mußte meinem Vater seyn
Ein Hüter seiner Lämmerlein.

Hierbey hab ich mir eingerichtet
Ein Harfenspiel mit meiner Hand,
Und meinem Gott ein Buch gedichtet;
Wer aber macht es ihm bekannt?
Wer saget meinem Herrn es an,
Daß ich die Psalter harfen kann?

Du selber, Herr! hast mich gehöret,
Was meiner Saiten Spiel vermag,
Und was mich deine Furcht gelehret,
Da ich bey deinen Schafen lag:
Um dieses hast du mich gebracht,
Und mich zum König dann gemacht.

Ob ich von meinen Brüdern allen
Der Kleinste gleich gewesen bin,
So hat doch keiner dir gefallen,
Als ich nur, David war dir fein,
Ich mußte von den Schafen gehen,
Und unter einer Krone stehen.

Ich der Geringste mußt es wagen
Mit dem geharnischten Goliath,
Und ihm das böse Haupt abschlagen,
Das dich und mich gehöhnet hat:
Er schwur bey seinem Götzen mir
Den Tod, und selbst starb er dafür.

Sein Schwerdt hab ich ihm ausgezogen,
Und ihm vom Leib den Hals entzweyt,
Daß ihm der Geist ist ausgeflogen,
Mit ungestümer Grausamkeit
Hiemit hat meine Siegeshand
Die Schmach von Israel gewandt.

Des Knaben Wunderhorn 38 Band 1 - 38

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