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LYRIK Achim von Arnim - Poetische Werke 209

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


Conradi, Hermann

Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Ernst Moritz Arndt (1769-1860)

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Poetische Werke 209

Literaturgeschichte

An Dorothea.

Thema.

Sonst, da blieb es noch beim Sprechen,
Jetzt ach! schreiben schon die Meisten,
Schreiben giebt gleich ein Erdreisten,
Tinte kann nicht widersprechen.

Glosse.

Saßen sonst die alten Basen
Bei dem Kaffee rings im Kreise,
Dünkten sie sich auch schon weise
Und vergaßen drein zu blasen;
Doch wenn sie verbrannt die Zungen,
Kam Vernunft im Widersprechen,
Rächte alle Mißhandlungen,
Sonst, da blieb es noch beim Sprechen.

Statt Gesellschaft kommt jetzt Zeitung,
Wird beim Kaffee still gelesen
Und es stäubt der krit'sche Besen
Jede voll in der Verbreitung,
Bis nun Jede eingesehen:
Daß sie dies auch könne leisten,
Ohne etwas zu verstehen,
Jetzt ach! schreiben schon die Meisten.

Von dem Isop bis zur Ceder,
Jedes Fräulein Alles meistert,
Statt zu fliegen frohbegeistert,
Schneidet sie die Flügelfeder:
Schreibet auf das Ungedachte
Und verachtet gleich die Meisten,
Daß sie sich so höher achte:
Schreiben giebt schon ein Erdreisten.

Wenn nun Alle schreiben wollen,
Bleiben Keine mehr zum Lesen
Und die heiter thät'gen Wesen
Müssen mit den Menschen grollen:
Daß sie ihren Rath nicht achten,
Müssen sich vergötternd rächen,
Sich am eignen Altar schlachten,
Tinte kann nicht widersprechen.

Nachlese 58

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