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LYRIK Achim von Arnim - Poetische Werke 182

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

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Bohne, Johannes

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Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

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Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Ernst Moritz Arndt (1769-1860)

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Poetische Werke 182

Dem 24. Januar 1814

Melodie: Gaudeamus igitur etc.

Wiederum zum hohen Fest
Klingt des Tisches Glocke,
Doch viel wenger sind der Gäst,
Manchen hält das Grab schon fest
In dem hölzern Rocke.

Wer zum Feste kommen will
Komm' im Freudenkleide,
Schweig mein Herz von Todten still,
Wenn ich meinen Becher füll
Zu der Tafelweide.

Zwingen läßt sich nicht das Herz,
Nichts von ihm erzwingen,
Gönnt ihm den geliebten Schmerz,
Bis sich in des Lebens Scherz
Lebende umschlingen.

Unsern Todten dieser Wein,
Den die Thräne weihte,
Nun ich nicht mit mir allein,
Ist auch die Versammlung klein,
Rückt der Schmerz zur Weite.

Weit und öde wird die Welt,
Wenn so viele fallen,
Nicht mehr fest zusammenhält,
Was der leichte Scherz gesellt
Freunden zum Gefallen.

Fremde wurden wir uns nicht,
Sahen uns doch selten,
Wenn Gewohnheit heut gebricht,
Guter Wein vertraulich spricht,
Und das soll heut gelten.

Nahe schien, was jetzt erreicht
Uns beim vorgen Feste,
Daß der Feind aus Deutschland weicht,
Schien uns damals schon so leicht,
Und vollbracht das Beste.

Wer den Becher trinken soll,
Muß ihn vorher füllen;
Bis das Maaß des Guten voll,
Prüft die Zeit uns zweifeltoll,
Wer von echtem Willen.

Wer vor sich bestanden hat,
Dem kann sie auch glauben,
Sei erkannt die Ehrenthat,
Auch vergebner Mühe Saat
Läßt sich keiner rauben.

Großes hat die Zeit gethan,
Größres zu verlangen,
Fühlet jedem auf den Zahn,
Prüft, ob er auf steilrer Bahn
Würde schwindelnd bangen.

Friedrich sieht von seinem Stern
Glänzend zu uns nieder,
Denn er gründete von fern,
Als Magnet den Eisenkern,
Gab dem Pfeil Gefieder.

Während alle Deutsche schon
Sich dem Joche beugten,
Sahn wir noch auf seinen Thron,
Sprachen allem Unglück Hohn,
Muth in Hoffnung zeugten.

Und an Preußens Hand sich hob
Deutschland aus den Ketten,
Das ist Friedrichs höchstes Lob,
Daß sein Kriegsgeist die erhob,
Die ganz Deutschland retten.

Keiner läßt von Frankreichs Wahn,
Sich jetzt mehr bethören,
Daß auf künstlich neuer Bahn
Große Völker steigen an,
Wie in Springbrunns Röhren.

Wo ein Strom sich bilden soll,
Muß er weit entstammen,
Und der Quellen reicher Zoll,
Der aus stiller Flur entquoll
Trifft von selbst zusammen.

Wie von selbst erfüllt sich auch,
Wo umsonst wir sinnen,
Nicht durch listger Worte Hauch,
Durch der Menschen frommen Brauch
Wächst ein Volk tief innen.

Krieg zerstört den Eigensinn,
Lehrt im Ganzen leben,
Dann durchdringt des Ganzen Sinn
Die Verfassung mit Gewinn,
Wird Gesetze geben.

Diese goldne künftge Zeit
Laßt uns all erleben,
Schwört es heut mit lustgem Eid,
Keiner soll aus Traurigkeit
Sich dem Tod ergeben.

Und so leb denn jeder hoch,
Der den Tag verehrte,
Unsre Krone lebe hoch
Unser Volk, – der König hoch,
Der es siegen lehrte.

Nachlese 31

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