L Y R I K
LYRIK Ernst Moritz Arndt - Poetische Werke 59

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


Conradi, Hermann

Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Ernst Moritz Arndt (1769-1860)

[Inhalt] [Anfänge] [Titel] [Zeilen]

Poetische Werke 59

Gottes Gericht

1809.

(Hesekiel XXI, V. 15.)

»Ich will das Schwert lassen klingen,
Die Herzen sollen verzagen.
Wie Blitz auf feurigen Schwingen
Herbrausen Reiter und Wagen,
Es schallen Donnergeschosse,
Blut dürsten Männer und Rosse.«

So hat der Herr es gesprochen,
Der Schaffer, Helfer in Nöten.
In Blut wird Sünde gebrochen,
Die Schmach das Eisen muß töten:
So tilgt er Weibergebärde
Und heilt die Welt mit dem Schwerte.

Dann wollen Männer nicht sterben,
Und Weiber Kindlein nicht wiegen,
Dann nahet Mord und Verderben,
Und Völker müssen erliegen,
Und Schlachten mähen das Alte,
Damit sich Neues gestalte.

Dann fahren durch die Verruchten,
Gott hat die Macht ihnen geben;
Und flehen lernen, die fluchten,
Und Toren Hände erheben;
Wild schnauben Räuber und Henker,
Sie meinen's, er ist der Lenker.

Drum laß es donnern und blitzen,
Du, Herr, bleibst ewig derselbe,
Du rollst in leuchtenden Sitzen
Das hohe Himmelsgewölbe,
Du trägst die Erde, die kleine,
Und nennst sie freundlich die deine.

Du hebest hoch vom Getümmel
Die Guten auf von der Erde,
Du hebst sie selbst in den Himmel,
Daß unten herrlich sie werde.
Das Leid, es muß ja vergehen,
Das Glück muß wieder erstehen.

O laß den himmlischen Glauben,
Die süße Liebe uns halten!
Dann laß Tyrannen nur schnauben,
Wir stehen in höhern Gewalten;
Wir lachen der bübischen Wichte,
Denn Gottes sind die Gerichte.

◀◀◀ ▶▶▶


Gedichte:

Anfänge

Titel

Zeilen

Autor - Anfänge

Autor - Titel

Wortschatz

OPERONE