• Charlotte von Ahlefeld (1781-1849)

  • Streben in die Ferne

    Du blaue Ferne, die mir lieblich winket,
    Was birgst Du wohl in Deinen Nebelduft?
    Ist's ein Phantom, was mir entzückend blinket
    Als Stern der Ahndung dort in fremder Luft?

    Was ist's, das mächtig mich in's Weite ruft,
    Wenn still verlöscht die Abendsonne sinket?
    Und wenn der Trennung unermessne Kluft
    Den trüben Sinn in Grabestiefen winket?

    Es ist der Hoffnung wunderbares Wehen
    Das weit entlegne Länder mir verklärt,
    Und goldnen Schimmer webt um ferne Höhen.

    Die Gegenwart ist keines Blickes werth ─
    Nur eine bessre Zukunft zu erspähen,
    Möcht' ich heran genaht die Ferne sehen.

    Gedichte 41
  • Charlotte von Ahlefeld
    LYRIK - operone