• Charlotte von Ahlefeld (1781-1849)

  • Ahndung

    Laue Lüfte säuseln,
    Und die Wellen kräuseln
    Flüsternd sich im Meer;
    Mondenstrahlen beben
    Auf der Fluth und schweben
    Glänzend hin und her.

    Holde Melodieen
    Aus der Ferne ziehen
    Klingend durch die Nacht;
    Und die Espen zittern,
    Wie in Ungewittern
    Wenn der Sturm erwacht.

    Ist es Geisternähe,
    Die mit Wohl und Wehe
    Schauernd füllt mein Herz?
    Steigen Engellieder
    Aus den Lüften nieder,
    Lindernd meinen Schmerz? ─

    Süsse Fantasieen,
    Eilet nicht zu fliehen,
    Labt den matten Sinn.
    Ach in höh're Räume
    Ziehn der Ahndung Träume
    Mitleidsvoll ihn hin.

    Gedichte 17
  • Charlotte von Ahlefeld
    LYRIK - operone