Lyrik


Gedichtzeilen Wo

Wo aber beide blind den Liebesbund beschworen,Rückert
Wo aber Gutes sich zeigt unter falschem Schein,Rückert
Wo aber ist der Geist, der selbst sie trägt und hält?Rückert
Wo aber zweie sich in keinem Punkt verstehn,Rückert
Wo alle Blätter von des Frostes Hauch verderben?Rückert
Wo alle Geister eins im höchsten Geiste sind:Rückert
Wo alle Herzen stehn und alle Tempel offenRückert
Wo alle Seelen, die dich aus der Fern' umwallen,Rückert
Wo alles einsam, still und finster lag,Lenau
Wo alles ist was war, dort geht sie aus und ein.Rückert
Wo alles still wird um dich sein,Lenau
Wo alles wogt und schwindet.Lenau
Wo Allgemeines im Besondern Farben spielt,Rückert
Wo also Herr und Heer sich fühlet als ein Mann,Rückert
Wo an einer MenschengruftLenau
Wo auch das Flieh'nde dort will deinem Fuß entweichen,Rückert
Wo auf sonnenfrohen HängenLenau
Wo ausweinen kann verborgenLenau
Wo bald in jenen Seufzer bangLenau
Wo bang vorüberklagt des Baches Welle,Lenau
Wo Bettelstolz sich schämt zu fordern, schämt zu nehmen;Rückert
Wo Bienennektar träuft aus goldnem Spendgeschirre,Rückert
Wo Bild in Bild wie Wog' in Woge scheint zu rinnen.Rückert
Wo bist? komm an! — er taucht und drehtLenau
Wo bleibt ein Spielraum mir, von hier und dort vertrieben?Rückert
Wo blühende, lustige Dirnen springen,Lenau
Wo blühte mir ein Glück, wie das dein Schooß mir trug?Rückert
Wo Blumen blühn und Frühlingslieder scherzen. —Lenau
Wo Blüten saßen sonst, und wieder sollten sitzen;Rückert
Wo das Gebein der Helden liegt,Lenau
Wo das Lamm ein Löwe heißt,Lenau
Wo dauernder der Schmerz in TotenmaleLenau
Wo der Adler einsam haust,Lenau
Wo der arme Mann mit Weib und KindernLenau
Wo der Bodrog klare WellenLenau
Wo der Geist nicht ein SymbolLenau
Wo der Heide mit dem OpferLenau
Wo der ins Wasser fällt, da bleibt er liegen fein.Rückert
Wo der Marosch barsche WogenLenau
Wo der Naturtrieb sich im Menschenantlitz ründet;Rückert
Wo der Sturm, ein trunkener Sänger Gottes, dahinbraust,Lenau
Wo der Wildbach niederschäumt,Lenau
Wo der Zusammenhang der Pfade zu entgehnRückert
Wo des Gefühles Flut an Felsen scharfgezacktRückert
Wo des Niagara BahnenLenau
Wo des Stromes frohe WellenLenau
Wo des Unmuts düstre ZelleLenau
Wo dich das Ewige zu sich erhebt nach oben.Rückert
Wo die Begierd' erlischt, ist auch der Arme reich,Rückert
Wo die beschwingte Sehnsucht PhilomeleLenau
Wo die frischen Wellen fließen,Lenau
Wo die Gedanken still verwehnLenau
Wo die Gefangenen Goldketten trugen alle,Rückert
Wo die Geliebte Treu und Herz dir bricht.Lenau
Wo die Jäger sich die Hälse brechen.Lenau
Wo die lauten NachtigallenLenau
Wo die Liebe frei und offenLenau
Wo die Nachtigallen singen,Lenau
Wo die reinere Luft Busen und Stirne dir kühlt;Lenau
Wo die Schauer Gottes wallen;Lenau
Wo die Tyrannei ihr OpferLenau
Wo die Vergangenheit und Zukunft ist geschwundenRückert
Wo die verschiedenen als Eines sich erkannt.Rückert
Wo diese Schlange schleicht, fliegt ihr voran das Grauen,Lenau
Wo dieser schrecklichsten Versuchung du entgehst,Rückert
Wo dieses Äußre nicht das Innre hält in Schranken,Rückert
Wo dir’s auf deiner Fahrt begegnet, dir aneignen.Rückert
Wo dir’s unmöglich ist der Thorheit widerstreben,Rückert
Wo Docht zu kurz ist, da erstirbt im Fett der Klumpen;Rückert
Wo du auch wohnen magst, da kannst du seyn und bleibenRückert
Wo du auf Erden wallst als Pilger voll Beschauung,Rückert
Wo du dein Leid für dich alleinLenau
Wo du den Sondrungen der Körperwelt entrinnst;Rückert
Wo du den Vorzug hast, nie tracht' ihn zu verlieren;Rückert
Wo du den Weg nicht weißt, folg’ einem Führer du;Rückert
Wo du dich selbst erreichst, da bist du erst zu Haus.Rückert
Wo du in Gott dich fühlst, stehst du im Mittelpunkt;Rückert
Wo du lauschest, Nachtigall,Lenau
Wo du nach einem WetterschlageLenau
Wo du Vergangenheit und Zukunft hast empfundenRückert
Wo du’s nicht gleich ergreifst, für immer ists verloren;Rückert
Wo ein Besondres ist und auch ein Allgemeines.Rückert
Wo ein Getümmel ward, ein lärmendes Gedränge,Rückert
Wo eine Abschied nahm, da war verwelkt ein Kraut.Rückert
Wo eine Blum, aus allen Blumen ragend,Lenau
Wo eine Blume blüht, da muß der Frühling seyn,Rückert
Wo eine Quelle rauscht, da setzt er sich ermattet.Rückert
Wo eine Welle kam, blüht’ eine Frühlingsbraut;Rückert
Wo einer wenig hat und einer viel davon.Rückert
Wo eines edlen Volkes Freude stand,Lenau
Wo einst so schöne Stunde mir gelachtLenau
Wo einst wallte Jesus Christus,Lenau
Wo Elemente so geeint sind und geviert,Rückert
Wo endet hier und dort sich die Unendlichkeit?Rückert
Wo er den Kopf aufschlägt, bleibt er bewußtlos liegen.Rückert
Wo er den Kopf dann hängt auch an den schönsten Borden.Rückert
Wo er den Mund aufthut, abnehmen oder zu.Rückert
Wo er den Schatz vergrub, bis jemand hob den Schatz.Rückert
Wo er des Lebens Brunn gesucht, den er nicht fand,Rückert
Wo er die Flur begoß, da wuchs empor ein Baum.Rückert
Wo er die Seinen sieht im Streite wanken,Lenau
Wo er dir aufstößt, räum’ ihn fort aus deinem Lauf!Rückert
Wo er in alter Schrift geschrieben dieses fand:Rückert
Wo er mitleidig sich angeschlossen;Lenau
Wo er nicht Menschenwort noch Menschenblick vernahm,Rückert
Wo er so selig einst gekniet vor Gott,Lenau
Wo er unschuldig galt, da will ich ihn nicht schelten;Rückert
Wo er, freigelassen, zünde. —Lenau
Wo Erdendunstgewölk' in Ätherduft verfliegen;Rückert
Wo es brüllend euch zerreißt;Lenau
Wo es gilt, den Kampf zu fechten.Lenau
Wo es uns werden soll, und wie, ist uns verhelt.Rückert
Wo es verständlich klang, beachtetest du’s nie,Rückert
Wo es vom Regen traurig wird ergriffen,Lenau
Wo es zu finden sei, das ist die erste Spaltung,Rückert
Wo fände da der Geist, der schrankenlose, Frieden?Rückert
Wo fremd das Tier, der Baum, das Kraut,Lenau
Wo fremd die Luft, das Himmelslicht,Lenau
Wo fremd die Nacht und ihre Sterne,Lenau
Wo fremd und tot der Menschenlaut,Lenau
Wo frische Lüfte wehn, doch die nicht stürmend sausen.Rückert
Wo fromme Blumen blühn und stille Bäume ragen;Rückert
Wo Frucht aus Blüt’ und Blüt’ aus Frucht unendlich sprießt.Rückert
Wo ganz, ursprünglich eins, sich beides rein durchdringt.Rückert
Wo gastlich euch empfängt kein Baum mit grünem Blatt?Rückert
Wo Geist und Körper ist im rechten Gleichgewicht.Rückert
Wo Großes vor dir steht, da mußt du es betrachten;Rückert
Wo gute Geister so in Schaaren dich umfahen,Rückert
Wo hätt' er dieses her, wenn ihm nicht Gott es gönnte?Rückert
Wo hebt sich Ew’ges an, und hebet auf die Zeit?Rückert
Wo Heid und Himmel zweifelnd wird gemeinsam.Lenau
Wo heiße Lebenslust sich paart mit seinem Grimme,Lenau
Wo Herrschen nicht erhöht und Dienen nicht erniedert.Rückert
Wo ich dein liebes AngesichtLenau
Wo ich einen Priester treffe,Lenau
Wo ich einst so selig war,Lenau
Wo ich lebte, wo ich träumteLenau
Wo ich mich bückte durch das enge Joch zu wallen.Rückert
Wo ich nicht ihr entflog, wär' ich nicht liebetrunken.Rückert
Wo ich sah dein frohes Blühn,Lenau
Wo ich vor so viel JahrenLenau
Wo ihn dein Ringen hat mit geist'ger Form gebunden,Rückert
Wo ihn der Schauer nächtlichste umfahn!Lenau
Wo ihr Beruf erlischt, beginnet deine Sendung;Rückert
Wo in dein Auge Sonn- und Mond- und Sternlicht fällt.Rückert
Wo in der Quelle rauschenden FallLenau
Wo in heilgen WaldverliesenLenau
Wo in wunderbarer PrachtLenau
Wo Inn- und Äußres ist in Einen Duft verschwommen,Rückert
Wo irgend hohes sich und niedres will anneigen,Rückert
Wo ist der Freund? das blonde Kind?Lenau
Wo ist der Nächte Graun? es ist vom Licht bezwungen;Rückert
Wo ist der Schütze, der den Meisterschuß gethan,Rückert
Wo ist der Weg dazu? In Demut hin zu wallen,Rückert
Wo ist die Himmelsluft, vor deren Hauch erblühtRückert
Wo ist die Sonne für den Klang,Lenau
Wo ist ein Stehendes, um sie zum Stehn zu bringen?Rückert
Wo ist es? hier im Raum ist es nicht aufzuspüren;Rückert
Wo ist sie zu erspähn? wo ist sie zu erjagen?Rückert
Wo ist unmittelbar gegebnes denn zu Haus?Rückert
Wo ist, wenn du auch das willst ziehen in Betrachtung,Rückert
Wo jeder andres sucht, und alle gleiches ZielRückert
Wo jeder Denkherr flugs den andern stößt vom Thron;Rückert
Wo jeder göttliche Gedanke wär’ ein GlanzRückert
Wo jeder jedem vor sich drängt auf engen Pfaden,Rückert
Wo jeder will die Welt mit seiner Spann' ausspannen,Rückert
Wo jeder zwar für sich nach eitlen Gütern trachtet,Rückert
Wo jedes Lüftchen uns von Gott erzählt,Lenau
Wo jedes Lüftchen uns von Gott erzählt,Lenau
Wo jenes Ungeheuer ward gefüttert.Lenau
Wo jüngst die Kugel ihn durchbohrtLenau
Wo kein Tau von Tränen sinket,Lenau
Wo keine Schranke wehrte,Lenau
Wo keine Welle wacht,Lenau
Wo klare Wasser gehn, doch die nicht wallend brausen,Rückert
Wo Kunstbehendigkeit und ThatverständigkeitRückert
Wo längst der Frühling fort,Lenau
Wo längst der Kindheit Freudenkläng entschliefen,Lenau
Wo lebend nicht hinein, im Tod doch, zu gelangen.Rückert
Wo leer zur Essenszeit im Hause sind die Töpfe,Rückert
Wo liebend wir ein teures Weib umschlossen;Lenau
Wo Lust und Zier des Lebens scheiden,Lenau
Wo lustig plätschern, zierlich kreisen,Lenau
Wo man den Freund mit Wein und Sang begrüßte.Lenau
Wo man dich kennt, da brauchst du nicht zu gehn in Seide;Rückert
Wo man erwerben will, und noch nicht muß bewahren.Rückert
Wo man wol brauchen kann Rath von verschiedner Art.Rückert
Wo manche Dirne lockend kirrtLenau
Wo manches Herz mir hold,Lenau
Wo mein Frühling mich erwartet.Lenau
Wo meine Schritte durch den koth’gen Fahrweg drangen.Rückert
Wo menschliches Gemüt die volle Menschheit trägt.Rückert
Wo mir, wie nirgend sonst, die Freude blühte,Lenau
Wo mit dem Äußern nicht im Streit das Innre war,Rückert
Wo mit den Blumen matt der Geist danieder lag.Rückert
Wo mit viel andern er liegt schichtweis aufgestoppelt,Rückert
Wo mühend sich der Mensch dem Leben weiht,Lenau
Wo murmelnd Nacht und Tod sich Treue schwören.Lenau
Wo nach Adagios wildem SchreiLenau
Wo nicht die Liebe wohnt mit einem Himmelstraum, —Rückert
Wo nicht die Liebe wohnt, von der, zu der du gehst,Rückert
Wo nicht die Wirklichkeit einengend mich umringt,Rückert
Wo nicht ein äußrer tobt, ein innerlicher Kampf,Rückert
Wo nicht ein schöner Geist die schöne Form beseele.Rückert
Wo nicht mein Herz beglücken will;Lenau
Wo nicht vergissest, doch nach Würden nicht ermissest,Rückert
Wo nicht zum gleichen Ziel der andern viele schreiten.Rückert
Wo nicht, den Tod mit seinem Sohne teile.Lenau
Wo nicht, doch glücklicher; drum sieh beizeiten zu,Rückert
Wo nicht, mit deinem Thun vom Schauplatz Abschied nehmen.Rückert
Wo nicht, so lassen wir es lieber heute ruhn:Rückert
Wo nicht, so nimm fürlieb mit Duft vom Göttertisch.Rückert
Wo nicht, so träumen wird er, denken oder dichten,Rückert
Wo nicht, so überzieht ihn Schimmel bald genug.Rückert
Wo nicht, wenn’s nur zum Ohr, wenn nicht zum Herzen, geht.Rückert
Wo nichts gedeiht als süßer Todesschauer,Lenau
Wo nichts in Ruhe bleibt, in Hast sich alles treibt;Rückert
Wo nichts in Ruhe bleibt, sich alles treibt in Hast;Rückert
Wo nichts mir Obdach gibt, gibst Obdach du und Schatten;Rückert
Wo noch ein Rest ist, stellt die Fülle bald sich her;Rückert
Wo noch ein Wahres fehlt, steh' ein Wahrscheinliches!Rückert
Wo nun Gras und Staude beben,Lenau
Wo nur dem Klagehauch der TotenseelenLenau
Wo nur der Einzelne dafür Unwürd'ges thut.Rückert
Wo nur die Grille schrillt und nur die Schlange zischt;Rückert
Wo rein im Wunschgenuß war Wunschbefriedigung,Rückert
Wo ruht von hier und dort, von jetzt und einst der Streit?Rückert
Wo schon der Rauch für bald den Flammenschlag verkündet,Lenau
Wo Schönheit auch die Frucht, und schon die Blüt' ist Güte.Rückert
Wo Schwerkraft fehlt, da ists ein Leichtes aufwertsfliegen,Rückert
Wo seine Kugel traf, der WeidgeselleLenau
Wo seinen Horst zu baun der Adler nicht getraut.Rückert
Wo sich die Hain’ entlauben.Lenau
Wo sich die Seel ins Land der Träume schwingtLenau
Wo sich ein Äußeres dem Inneren verbunden.Rückert
Wo sich ein Vater sieht verjüngt in seinem Sohne.Rückert
Wo sich ewge FreudenkränzeLenau
Wo sich genüberstehn Unglaub’ und Überglauben,Rückert
Wo sich vom Ahn zum fernen Kind gewundenLenau
Wo sie am Abend nicht mit Nachbarn können plaudern.Rückert
Wo sie der Frühling weckt, der Winter sie begräbt.Rückert
Wo sie der Liebe Stral verschlingt um dich zum Glanz.Rückert
Wo sie der Menschengeist mit Liebeshauch durchdrang.Rückert
Wo sie der stumpfe Blick des Menschen nicht gewahrt.Rückert
Wo sie einst geirrt als Braut:Lenau
Wo sie empor nicht zog, wär' ich in mir versunken;Rückert
Wo sie ist wohlgethan, mußt du die Wohlthat spenden.Rückert
Wo sie nur eine Leich' erwittern in dem Hause,Rückert
Wo sie sich abendlich versammeln auf dem Plan,Rückert
Wo sie vorwärts bricht,Lenau
Wo sind die Blüten, die den Wald umschlangen,Lenau
Wo sind die Namen hin? verschollen und verklungen!Rückert
Wo sind die Vögel, die hier lustig sangen?Lenau
Wo sind sie, deren Lied aus deinem Schoß,Lenau
Wo sind sie? — ihrem Liede nachgezogen!Lenau
Wo sind sie? ha! wie schnell sie dort vorüberstreichenLenau
Wo sind, die sich so voll erschlossen und erblüht,Rückert
Wo sind, Wälder, eure Wonnen?Lenau
Wo so hoher Frieden überall,Lenau
Wo so nicht ein Profet jetzt auch die andern frißt,Rückert
Wo solche Chöre mich von Genien begleiten.Rückert
Wo sollt’ ein sechster Sinn herkommen oder hin?Rückert
Wo Sonnenstralen matt hoch über Mauern drangen.Rückert
Wo spielend sich des Städtchens Jugend freuteLenau
Wo steht dein süßes Lager?« Lenau
Wo Stern' und Blumen durch einander blühn im Kleinen.Rückert
Wo still der Tod uns dünkt ein einsames Vergehen.Lenau
Wo stillzustehen, fortzufahren, abzubrechenRückert
Wo Tod und Leben selbst sich ewig sucht und flieht!Rückert
Wo trägt die Gegenwart der Zukunft Blütenkrone?Rückert
Wo überall der Tod geht auf des Lebens Spur.Rückert
Wo uneins zweie sind, den Ausschlag gibt der dritte.Rückert
Wo Ungelehrte unerträglich thun gelehrt,Rückert
Wo ungestört das Leben mit dem TodLenau
Wo uns am Flehen süßer LeidenschaftLenau
Wo uns der Jugend Hoffnungen empfangen.Lenau
Wo uns von ihm jed Blümchen auf der WieseLenau
Wo uns von ihm jed Blümchen auf der WieseLenau
Wo unten still das Rätsel modertLenau
Wo verscharrt in Eis und FrostLenau
Wo viele lebten ihre liebsten Stunden.Lenau
Wo von dem Hausherrn ihr das Futter war beschieden.Rückert
Wo vor Jahren ihre LiebeLenau
Wo vorüberzieht die Schar.Lenau
Wo war der Geier? wo der Todsgedanke?Lenau
Wo wir gefreut uns haben,Lenau
Wo wir oft gewandelt sind,Lenau
Wo wirklich in Gestalt des Thiers der Mensch auftrat,Rückert
Wo Zephir seufzend durch Gebüsche schleicht,Lenau
Wo zu Gericht er saß; wo ist er selber hin?Rückert
Wo’s die Welt gilt zu gestalten!Lenau
Wo’s Noth thut, und daran hängt seines Lebens Heil.Rückert
Wo, die so freudenhell erglommen und erstrahlt,Rückert
Wo, nie satt, nach unsern TränenLenau
Wo, was die Pflanze sonst durch Zweig’ und Kronen sucht,Rückert
Wo, wenn ich aus der Bahn hab’ einen Schritt gethan,Rückert
Wo, wie hier außen, nur gereiht ist Thron an Thron.Rückert
Wobei er wenig Ruh und süßen Schlaf wird kosten.Rückert
Wobei mit besserm Recht du Gott vertrauen kannst.Rückert
Wobei sie Ruder nicht, noch Stang’ und Segel brauchen,Rückert
Wodurch des Feindes Macht den theuern Helden fieng?Rückert
Wodurch im Gleichgewicht die Welt sich hält, das Maß.Rückert
Wodurch ist Elternlieb’ im Storch erklärt? Der jungeRückert
Wodurch ließ er den Stab der Herrschaft sich entwinden?Rückert
Wodurch sein Tagewerk selbst weiter wird gebracht.Rückert
Wodurch sich Nahrungssaft zum Nervengeiste steigert.Rückert
Wodurch sie sich erhält, ist Tugend, That und Kraft,Rückert
Wodurch verkommen sind sie so auf einmal nur?Rückert
Wofür empfänglich ist die geistige Natur.Rückert
Woher der Unmuth sei, der ihn heut sichtlich plagte?Rückert
Woher des Weges? wie heißt sein Name?Lenau
Woher ich kam, wohin ich gehe, weiß ich nicht,Rückert
Woher ins Herz der Gram dir war gekommen?Lenau
Woher, woraus, wovon, wofür, wozu bin ich?Rückert
Wohin das eine zielt, dahin das andre spielt,Rückert
Wohin das Unglück flüchtet ferneherLenau
Wohin denn willst du mich, wo Gott nicht wäre, tragen?Rückert
Wohin der Tod, der Ruhebringer,Lenau
Wohin dich Element ins Element verschlägt;Rückert
Wohin doch werden sie die Seele tragen?Lenau
Wohin du fliegen magst, da bist du eingeladen,Rückert
Wohin du mir voran gegangen bist, ein Wort?Rückert
Wohin es nehmen mag die Flucht zu Schlucht und Schluft,Rückert
Wohin hast du mein Glück gebracht?Lenau
Wohin ich sehe, seh’ ich Gottes Schooß mir offen,Rückert
Wohin ist alles das, worüber und worbeiRückert
Wohin nicht reicht der Flintenlauf.Lenau
Wohin sie flüchten sollen, unentschlossen;Lenau
Wohin wir wachend nimmermehr gelangen,Lenau
Wohin wird Geist und Sinn sich heben und sich senken?Rückert
Wohin, du rauhes Erdenwetter,Lenau
Wohin, o Tod, wirst du das PflanzenlebenLenau
Wohl ausgegangen hatt' in seinem Waldgehege,Rückert
Wohl bin ich nur ein TonLenau
Wohl dem der ist ein Mann und hat ein Weib im Haus.Rückert
Wohl dem, der vieles sieht, und etwas eignes hat!Rückert
Wohl die Leichen hüllt der Schnee,Lenau
Wohl dir wenn, was du weißt, du halb im Schleier zeigest.Rückert
Wohl dir! wohl dir! schon bist du trunken,Lenau
Wohl dir, ist dann ein Kind dir noch geblieben;Lenau
Wohl dort in jenes Köhlerhaus.Lenau
Wohl einem Voglern auf den Kopf,Lenau
Wohl heilig ist zu achten solche Stätte,Lenau
Wohl ihm! er starb in seinen Jugendtagen;Lenau
Wohl ist in diesen HimmelsnähenLenau
Wohl keine Freudenrose.Lenau
Wohl längst die muntre Fiedel brach,Lenau
Wohl mahnte laut sein Herz ihn an das BöseLenau
Wohl manchen mahnts: o spring hinein,Lenau
Wohl mir! ich folge meinem Vaterland!Lenau
Wohl mir, du bist mir wieder nah!Lenau
Wohl rief sie noch ein freundlich WortLenau
Wohl rührt sich die Klink, und es tritt herein,Lenau
Wohl schauen dich die Geisterscharen,Lenau
Wohl schlief das Kind in deinem Arm,Lenau
Wohl spott ich SturmesgrimmeLenau
Wohl tat mir, was ich wohl getan, und weh, was wehe;Rückert
Wohl trieb er seinen Witz nach klugem Rat,Lenau
Wohl über jenem Haus;Lenau
Wohl verstehst du die Ruine,Lenau
Wohl weiß die Wissenschaft, wie etwas sollte seyn,Rückert
Wohl wieder in dem Abendstrahl,Lenau
Wohl zu bedauern sind leichtsinnige Vertrauer,Rückert
Wohlan! was sterblich war, sei tot!Lenau
Wohlauf, so viel du kannst, mit Lieb' und Geist zu fassen,Rückert
Wohlfeil ist, was in Meng’, und theuer ist, was selten.Rückert
Wohlgefällig trifft des AltenLenau
Wohlgeruch durchquoll das Zimmer,Lenau
Wohltäter der armen sterblichen Menschen,Lenau
Wohltäter der armen sterblichen Menschen.Lenau
Wohlthat wird Armen nur und Lebenden entboten,Rückert
Wohlthaten sind wol gut, und wohl dem der sie thut!Rückert
Wohlwollen aber ist viel besser noch als gut.Rückert
Wohlwollen arm und reich den Lebenden und Todten.Rückert
Wohn’ auf bebautem Feld, wo, was man pflanzte, sprießt,Rückert
Wohn’ in belebter Stadt, wo eins das andre regt,Rückert
Wohn’ in der Wüste, wo Natur- und MenschenwebenRückert
Wohn’ unter Himmelklar auf selbstbegrünter Flur,Rückert
Wol aus den Augen wird sie leicht kein Stück verlieren.Rückert
Wol denkt der alte Herr, daß ohne viel BeschwerdenRückert
Wol ein mit Sicherheit vorwerts gethaner SchrittRückert
Wol eine Zauberkraft muß seyn in dem, woranRückert
Wol fällt ein Apfel auch, zu früh vom Sturm gebrochen,Rückert
Wol fühlest du von ihm den Kuß an Stirn und Wange,Rückert
Wol Hirten seid ihr all, und wisset, jeder werdeRückert
Wol ist, was ist, in Gott, sonst wär' es nicht vorhanden;Rückert
Wol ists ein Trost zu sehn, daß in Verwesung auchRückert
Wol jenem Weisen gleich, der, als vor FeindesdrohnRückert
Wol leichter fertig ist nichts als Leichtfertigkeit,Rückert
Wol manchen lockt herbei der Dampf geweihter Pfannen.Rückert
Wol mancher auch dein Freund, und will es nur verschweigen.Rückert
Wol mancher ist dein Feind, und will es nur nicht zeigen,Rückert
Wol mögen Schauende beneiden deine Blindheit.Rückert
Wol reicht sie auch hinauf, wol werden zwischen mirRückert
Wol so gefaßt zu seyn, ist eine schöne Fassung,Rückert
Wol so von Ursprung klar ist Gottes Wort entfaltet,Rückert
Wol unaufhaltsam geht voran das Weltgeschick,Rückert
Wol wandelt wie die Raup’ auch er auf schwankem Steig,Rückert
Wol will er für die Welt des Schön' und Guten warten,Rückert
Wol zweifeln magst du, wo das Gleichgewicht gestört,Rückert
Wölkt sein Mund der Pfeife Dampf,Lenau
Wolle nicht, hinüberduselnd,Lenau
Wolle nur was du sollst, so kanst du was du willst.Rückert
Wollen mein Gelübde hören.Lenau
Wollen nichts Neues hören die Bauern;Lenau
Wollen wir wenigstens Belehrung abgewinnen.Rückert
Wollt ihr lindern nicht die NamenswundeLenau
Wollt ihr mir auch vielleicht beweisen, daß ich bin?Rückert
Wollt Ihr nicht Gewänder kaufenLenau
Wollt Ihr zwei müde WandrerLenau
Wollt’ er ein Kind seyn, um sich kindisch zu geberden?Rückert
Wollt' auch bekannte Frucht nur immer Gott mir schenken,Rückert
Wollt' ich in der Natur, nicht drin mich göttlich spiegeln.Rückert
Womit am Festtag man den Tempel Gottes schmückt.Rückert
Womit denn hoffest du die größre zu verdienen?Rückert
Womit die Eßlust mir benimmt die Gastwirthstafel, —Rückert
Womit du oft versüßtLenau
Womit ein armes Herz emporringt von der Erde.Rückert
Womit er leicht ein junges Herz durchbohrte!Lenau
Womit es spielen möchte, verriegelt.Lenau
Womit ich ewige Gedanken will bekleiden.Rückert
Womit sich gegen ihn die Gaukelei vermaß,Rückert
Womit thut Freundesdienst der Delfin kund? Er kündetRückert
Womit vergelten wir dem Manne, der sein GeldRückert
Wonach das lichte Heer dort aufzieht im Azur.Rückert
Wonach er wohl sich sehnt?Lenau
Wonnebebend und verzweifelnd,Lenau
Wonnig rauschen und zusammenschauern?Lenau
Wonnigen Provencertale!Lenau
Wonniglich geschlafen ein,Lenau
Wonniglich sind deine KriegeLenau
Woran das Glück nun der AristokratenLenau
Woran du es gewöhnst, das fordert bald dein Herz;Rückert
Woran er geschwebt, — ein banger Schrei —Lenau
Woran er immer nur sieht schimmern einen Glanz,Rückert
Woran im Forschen du, im Wirken dich sollst halten.Rückert
Woran sich dir nichts will Bewundernswerthes weisen;Rückert
Woran sie ihren Theil von Lebensfreude haben,Rückert
Worauf der Hirt im Wurfe schnelltLenau
Worauf die Erde mit den andern Lämmern weidet?Rückert
Worauf du denkend siehst, das wird von dir empfundenRückert
Worauf Erobrerschwert’ und Königskronen lagen.Rückert
Worauf ich zählte, das gerade wird mir fehlen.Rückert
Worauf sie umgewühlt den ganzen Weinberg haben,Rückert
Woraus der Wurzel Saft in alle Zweige geht.Rückert
Woraus zu manchen ZauberleidenLenau
Worin denn fürchtetest du zu verlieren dich!Rückert
Worin der bunte Schmelz in mattes Grau zerrann.Rückert
Worin der Tummelplatz soll deiner Kräfte seyn.Rückert
Worin der Wunsch des finstern Gottes ruht;Lenau
Worin die Welt entsteht, besteht, und untergeht,Rückert
Worin ein eignes Volk sich angesiedelt hat.Rückert
Worin ein fremdes Kind, der Geist, dann wird geboren.Rückert
Worin ein ganzer Wald von Trieben ist vereinigt,Rückert
Worin er tausendfach geahnt wird und geschaut.Rückert
Worin sich Höll und Himmel bunt bewegen.Lenau
Worin zu neuem Leben sie erwarmen;Lenau
Wovon dem andern fast will kein Begriff gelingen.Rückert
Wovon den einen fehlt soviel die andern haben.Rückert
Wovon der eine gut, der andre böse sei.Rückert
Wovon die Wandelstern’ im Wandel nie abwichen;Rückert
Wovon mit einem je sich je ein Volk begnügt,Rückert
Wovon Natur auf jedem ihrer WegeLenau
Wovor ein Menschenschiff verzagt und geht in Splitter;Rückert
Wozu daß von der Welt du noch die Flitter borgtest?Rückert
Wozu dein Herz er schuf, sich selbst mit Wohlgefallen.Rückert
Wozu der Frühling auch sei auf der Welt erschienen,Rückert
Wozu er Kraft verliehn und Trieb zum Guten hat.Rückert
Wozu Gott immer sonst die Dinge mögen dienen,Rückert
Wozu kam ich hieher? von welchem Trieb getrieben?Rückert