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LYRIK Hans Aßmann von Abschatz - Poetische Werke 442

Aßmann von Abschatz, Hans

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Arnim, Achim von

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Rückert, Friedrich


Hans Aßmann von Abschatz (1646-1699)

[Inhalt] [Anfänge] [Titel] [Zeilen]

Poetische Werke 442

Taback: übersezt aus dem Barclayo

Pflantze/ deren Rauch das Gifft
Bunter Schlangen übertrifft/
Welche die Natur verbannt
In ein weit-entlegnes Land.
Wo der Wilden tummer Geist
Seine Larven Götter heist/
Wo der Barbarn freche Schaar
Weyland unbeherrschet war.
Wer/ o mehr als Höllen-Kraut/
Hat der Fichte dich vertraut?
Wessen unbehirntes Haubt
War der Sinnen so beraubt/
Daß es dich in unser Land
Durch die weite See gesandt?
Kunte nicht Neptun das Schiff/
So durch seine Wellen liff/
Und dergleichen schnöde Last
Hielt gefangen um den Mast/
Durch der Winde rasend Heer
Stürtzen in das tieffste Meer/
Treiben auff erhöhten Sand/
Schlagen an der Klippen Wand/
Führen auff ein falsches Bay
Schmettern in viel Stück entzwey!
Konte nicht der Jupiter
Aller Sternen Ober-Herr/
Auff das schwancke Wasser-Hauß
Blitz und Donner schütten aus/
Und verzehren durch die Glutt
Schneller Flammen Schiff und Gutt.
Aber/ ach! als Streit und Krieg
Uberall behielt den Sieg/
Als sich unser Vaterland
Richte hin mit eigner Hand/
Als das Blutt aus naher Schoß
Durch des Freundes Hände floß/
Als die Mutter ihrem Sohn
Halff durch arge Gifft davon/
Fehlte bey dem Krieges-Joch
Diese Pest/ diß Ubel noch.
Dieses must auff frischer Bahn
Seyn den Fremden nachgethan/
Dieses must in kurtzer Zeit
Seyn gelitten weit und breit/
Biß es worden so gemein
Daß es ärger nicht kan seyn.
O verkehret-neuer Brauch!
O beschwerter Höllen-Rauch/
Wer kan deinen Nebel-Dunst
Uns beschreiben nach der Kunst?
Wer kan bringen auffs Papir
Was für Schaden steckt in dir?
Des Avernus schwartzer See
Schicket nimmer in die Hoh
Aus dem faulen Schwefel-Bruch
Einen solchen Mord-Geruch;
Wenn sie Flegeton bewegt
Und Cocytus überschlägt.
Wann in Radamantus Haus
Ihre Fackeln löschet aus
Die um Schultern Haubt und Haar
Viel-beschlangte Schwester-Schaar/
Findet sich kein solcher Rauch
Als auff dieses Krautes Brauch/
Welches um die Stirne flieht
Und den tollen Kopff durchzieht/
Welches den Verstand bekriegt/
Angebohrnes Naß besiegt.
O Gewächse/ dessen Gifft
Basiliscen übertrifft/
Hätte bey der alten Welt
Herculem den kühnen Held
Cacus der verschlagne Mann
Mit Tabac geblasen an/
Seiner Helden-Armen Krafft
Hätte nichts an ihm geschafft.
Hätte deinen Nutz erkannt
Das berühmte Grichen-Land/
Würde man/ statt andrer Gifft/
Haben deinen Brauch gestifft/
Würdestu der Dichter Schaar/
So damahls im Leben war/
Von des Höllen-Hundes Speyn
Zweiffels-frey entsprossen seyn.
So den Vater denn durch Mord
Hätt ein Sohn geschicket fort/
Würde für ihn Brand und Glutt/
Hahn und Affe/ Sack und Flutt/
Creutz und Galgen/ Rad und Strang/
Schweffel/ Pech und Folter-Banck/
Geissel/ Bley und andre Pein/
Allzuschlecht gewesen seyn:
Des Tabackes Nebel-Nacht
Würd ihn haben umgebracht.

VIII. Vermischte Gedichte 7

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