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LYRIK Hans Aßmann von Abschatz - Poetische Werke 267

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


Conradi, Hermann

Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Hans Aßmann von Abschatz (1646-1699)

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Poetische Werke 267

Uber die Worte Syrachs:

O Tod/ wie bitter bist du!

Wie bitter bistu herber Tod/
Wenn du uns das entziehst/
Was uns auff dieser Welt nächst Gott
Am allerliebsten ist/
Wenn mit betrübtem Hertzzerschneiden
Die treusten Freunde von uns scheiden!

Wie bitter bistu blasser Tod/
Wenn du dich findest ein/
Weil noch die frischen Wangen roth
Und unverfallen seyn/
Wenn wir/ weil keine Kräffte fehlen/
Noch wollen lange Jahre zehlen!

Wie bitter bist du herber Tod/
Wenn du den Thron umschmeist/
Worauff ein stoltzer Erden-Gott
Zu prangen sich befleist/
Wenn der von dir muß unten liegen/
Der viel noch dachte zu besiegen!

Wie bitter bistu herber Tod/
Wenn den dein Pfeil berührt/
Der frey von Kummer/ Sorg und Noth
Sein sichres Leben führt/
Der sich bey Ehre/ Gutt und Schätzen
Noch lange meynte zu ergötzen!

Wie bitter bistu herber Tod/
Wenn einer wird beziehlt/
Der von dem schweren Sünden-Koth
Sich überladen fühlt/
Der seine Rechnung so getrieben/
Daß er zu tieff in Schulden blieben!

Wie bitter bist du herber Tod/
Wenn deine Sand-Uhr schreckt/
Den vormahls seine Seelen-Noth
Vom Schlaffe nie erweckt/
Den sein Gewissen selbst verklaget/
Und in der Höllen Aengste jaget!

Wie leichte bistu stiller Tod
Dem/ der verfolgt/ gepreßt/
Und arm/ bey seinem Thränen-Brod
Viel Seuffzer nach dir läst/
Biß du ihn solcher Angst enthebest/
Sein Elend neben ihn begräbest!

Wie leichte bistu sanffter Tod/
Wenn dich empfindt der Leib/
Dem stetes Siechthum/ Weh und Noth
Sein bester Zeitvertreib/
Wenn du die Foltergleichen Schmertzen
Benimmst den abgekränckten Hertzen!

Wie süsse bistu selger Tod/
So offt du wohlbereit
Die müde Seele schickst zu Gott
Aus allem Kampff und Streit.
Den Leib mit Ruh' in seine Kammer
Führst/ zu verschlaffen Leid und Jammer!

HERR über Leben und den Tod/
Der du den Tod gekost/
Damit wir auch auff dein Gebot
Zum Sterben haben Lust/
Gieb/ daß für mich in deinen Wunden
Auch werd im Tode Trost gefunden!

IV. Tauff- und Pathen-Wünsche 33

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