Lyrik


Gedichtzeilen O

O ärgre dich nur nicht! sonst wirst du gleich dich fastRückert
O Baum, du mahnst mein Herz so schwerLenau
O bring es schnell, mein Geist! der Tag ist kurz gemessen,Rückert
O bring zum Grabe deines LiebenLenau
O buntes Einerlei, statt deiner möcht’ ich AuenRückert
O danke Gott, daß du in einem Winkel stehst,Rückert
O dann frage deinen Schatten:Lenau
O dann paßt er auch nicht lange,Lenau
O dann zaubert dein Gemüte,Lenau
O daß ichs wenigstens auf halbem Wege fände!Rückert
O daß mein kühnes Hoffen, banges ZagenLenau
O denke nicht, daß du durch Denken Gott gewannst.Rückert
O der du bist mein Licht und bist mein Schatten du,Rückert
O deute nicht empor mit deiner Fingerspitze!Rückert
O du Seligster von allen!Lenau
O du, mein Freund, so treu und bieder!Lenau
O Dunkelheit, im ernsten Eichental! —Lenau
O fänd’ ich Ruh, von mir und von der Welt geschieden!Rückert
O Fantasie wenn du die Blüte willst entfaltenRückert
O Faust, o Faust, du Mann des Fluches!Lenau
O feige Gottesknechtschaft! Kettenhunde!Lenau
O flammt, ihr Blitzesgluten,Lenau
O flieht keinen WildumdrohtenLenau
O Freiheit! Freiheit! alle deine Wonnen!« — —Lenau
O freue dich, daß, wo du gehst, an deinen PfadenRückert
O Freund, auch wir sind trübe Wellen,Lenau
O Freund, mir aber kam allbeides fast abhanden,Rückert
O Frühling! ewig bist du mein!Lenau
O Frühling! trunken bin ich dein!Lenau
O Frühling, alle Herzen harrten dein,Lenau
O fühle dich, und sprich, in deiner EngigkeitRückert
O fühle wie’s voll Lust Blum’ unter Blumen ist.Rückert
O führe schnell den Freund mir da vorüber,Lenau
O fürchte dich nur nicht, noch schäme dich der ZeichenRückert
O gebt mit sanftem Wort und weichen HändenLenau
O Geist der Lieb', und wandl' in Segen nun den Fluch.Rückert
O Geist, mit diesem Thau mußt du dich auch befeuchten,Rückert
O glaubet nicht, ich führe keinen ZunderLenau
O glaubet nicht, ich liebe drum sofort,Lenau
O Glück, daß ich so weit durch deine Gnade kam.Rückert
O glücklich, wenn es stets in einem sich befände.Rückert
O Gott! es war ein reiches Lieben;Lenau
O Gott! hier liegt mein Herz vor dir zerrissen!Lenau
O Gott! wie deine Schritte tönen!Lenau
O Gott, und war es doch, denn du warst mein bewußt.Rückert
O Gottes Knecht, du mußt in deiner Knechtschaft bleiben.Rückert
O grenzenloser Frieden!Lenau
O habe du das Herz, dein Herz für dich zu haben!Rückert
O halt ihn fest, und lern' ihn ewig zu entfalten!Rückert
O halte deinen FlugLenau
O haltet euer Herz an die gekettet,Lenau
O harter Schlaf, den wir hier auszuschlafen haben!Rückert
O hätt’ ich immer, wärs vom Himmel mir beschlossen,Rückert
O hebe dich, mein Licht, aus winterlicher SchiefeRückert
O Heil dir, wenn du es aus innrer Freude thust.Rückert
O Heil dir, wenn du gehst und beides dies empfindest,Rückert
O Herr, an deinem Lichte noch sich sonnen!Lenau
O Herr, ich lalle noch, soll ich dir Rede stehn!Rückert
O Herz, das zum Behuf des Spiegels Er erschuf,Rückert
O Herz, das zwischen Welt und der Natur du schwebst,Rückert
O Herz, dein Lauschen ist nicht gut;Lenau
O hilf dem Schmerz, dein müdes Kind entkleiden.Lenau
O Hoffnungen, hinab! zerrißne Traumgeflechte!Lenau
O hörtest du auch so die Sternentrommel nur,Rückert
O hüte dich vielmehr, dein inneres zu trüben!Rückert
O jauchze nicht! ein Weh lauscht hinter ihm vielleicht.Rückert
O käm' es ebenso auch an die armen Hütten!Rückert
O Karl! es war dein schönster Heldentag!Lenau
O kein Ringlein ist so golden,Lenau
O Kind, doch ungetrennt von beiden dich erkennen.Rückert
O Kirchlein, einst zu Gott emporgeflogen,Lenau
O klage nicht, bist selber wandelhaft;Lenau
O komm zurück und verzeih den Undank,Lenau
O komm, du schöne Braut!Lenau
O komm, uns und die Welt zu machen frei vom Bösen,Rückert
O kommt ins Felsental mit mir und meinem Geier!Lenau
O kommt, Unsterblichkeit will die Natur euch lehren,Lenau
O König, willst du mich in dieser nicht beschützen,Rückert
O König, wo die Kraft des Geistes fehlt, das merke.Rückert
O könnt ich hinter dir die Pforte schließen, — hören,Lenau
O könnt ich sterben mit den MorgenwindenLenau
O könnte so das Herz dem LichtLenau
O könnten sie das Ziel gleich recht am Eingang sehn!Rückert
O könnten wir es froh erwarten wie die reifen,Rückert
O könntest du sie stets zur Weisheit nur verwenden!Rückert
O köstlich ist die stille Schonung,Lenau
O kurzes Freudenfest!Lenau
O laß die Sinne nicht sich in die Welt verirren,Rückert
O laßt zum Guten uns vereinigen im Schönen!Rückert
O Leben, Spreu und Wind, o schwerer Traum der Nacht!Rückert
O Lenz, du holder Widerspruch:Lenau
O Lenz, ward es dir offenbar,Lenau
O lernt vom Römler Weisheit, fromme Zager!Lenau
O Lieb’, und liebe du jung bis zum jüngsten Tag.Rückert
O Liebe! süßes Quälen! Hoffen! Sehnen!Lenau
O Liebe, süßer Schmerz der schlummerlosen Nächte!Lenau
O locket seine Seele auf die SpurLenau
O Mädchen meiner Sehnsucht, dich zu finden;Lenau
O Mädchen, deine Züge.Lenau
O Maienluft! o helles Abendlicht!Lenau
O male fort dein buntes Bild;Lenau
O Mathilde, dein Auge voll himmlischer, tiefer Bedeutung,Lenau
O meine Geliebte!Lenau
O meine Geliebte,Lenau
O Mensch, dis ist dein Loß, dich in SelbständigkeitRückert
O Mensch, Herr der Natur und Schreck, Tyrann unhuldigRückert
O Mensch, in des Gemüth sich Lieb’ und Hochmuth gatten,Rückert
O Mensch, wo hättest du dein Leben hergenommen,Rückert
O menschliche GedankenLenau
O mög’ er den Beweis, der noth thut, glänzend führen,Rückert
O Möwenschrei und Schwanken!Lenau
O Mutter, komm, laß dich mein Flehn bewegen!Lenau
O Nachtigall! du rufst vergebensLenau
O nehmt das Los der AuserkornenLenau
O nein! da wäre schlimm bei unserm Wirthe gasten.Rückert
O nein, als Kind möcht’ er zu anderm Manne werden.Rückert
O nein, bald seh’ ich den, bald seh’ ich jenen Glanz;Rückert
O nein, das ist es nicht, es ist voll Eigennutz.Rückert
O nein, das ist es nicht, es ist voll Heuchelei.Rückert
O nein, den Acker hat zum Anbau es entwildet,Rückert
O nein, die hat es nicht, es ist aus Ruhmbegier.Rückert
O nein, es ist nicht Pflicht, es ist nur Trieb im Blut.Rückert
O nie beklage mehr dich über Tage leer,Rückert
O nimm auf deine SchwingenLenau
O nimm in deine Brust nicht diesen harten Stein;Rückert
O Österreich! dein höchster Herzensschlag! — —Lenau
O rase, Donnerklang!Lenau
O rede mir!? o sage nichts!?Lenau
O Reicher, frage dich: Wer gab den Vorzug mir?Rückert
O reißt, ihr Sturmesflüche,Lenau
O Rose der Erinnerung geweiht!Lenau
O rüttle nicht den Stolz vom Schlummer,Lenau
O schäme dich, du bist ein Schwamm, und kein Magnet.Rückert
O Schande, wenn sie dich an Lebensmuth beschämen.Rückert
O scheidend Jahr, wenn ich den letzten Gruß dir sage?Lenau
O scheu nicht durch die Gruft den Weg zu deinem Himmel;Rückert
O scheu nur durch die Gruft den Weg zum Himme nicht!Rückert
O schilt mir nicht den Pfuhl, der solche Blüte nährt!Rückert
O schlängle dich, du Wetterstrahl,Lenau
O schlanker Frühlingsaft, wie beugt dich Herbsteswucht!Rückert
O schlimme Eigenschaft, sich selbst nur zu beachten,Rückert
O schlummre hier, du armer Mann!Lenau
O schlürf ihn ein ins tiefste Mark! —Lenau
O Schmerz; wie bist du wahr!Lenau
O schönes Bild! oft sucht ich im Leben dich;Lenau
O Schönheit, bring es doch der Schwester Weisheit bei,Rückert
O schweige, Welt, mit deinen lauten Lügen,Lenau
O schwiege doch der Freunde Trost!Lenau
O selig, wer sein Herz in Frieden hat begraben.Rückert
O Seneca, geleite freundlichLenau
O Sennin, sterblich! scheidet nimmer? —Lenau
O sieh, den Streit der Welt versöhnt ein Gotteshauch!Rückert
O sieh, der Morgen hat mit thauigem GeschmeideRückert
O spiele nicht mit meinem Herzen,Lenau
O still! ich möchte sonst erschrecken,Lenau
O stilles Glück! daheim könnt' ich ein gleiches haben,Rückert
O strömt, ihr Tränen, strömt! — Im WeiterirrenLenau
O such den geist'gen auch beim Scheiden zu vererben.Rückert
O süßer Schlaf! o süßer Todesschlaf!Lenau
O tadle nicht, daß du bist wie die andern sind.Rückert
O tiefe Meeresstille!Lenau
O trage dein Gebet in frommen Wünschen vor!Rückert
O traure, Herz, vorüber sind die Tage,Lenau
O Unzufriedenheit, die ihre Schätze zählt,Rückert
O Wanderer, und lis!” Allein du bist zu lang.Rückert
O Wanderer, wenn du bist dreifach launenhaft,Rückert
O Wandersmann am Quell, so wechselt Leid und Glück;Rückert
O Wandrer, den zu mir geführet hat die Reise!Rückert
O wär ich doch, den Rhein besuchend,Lenau
O wäre jedes Glück mit Schmerzen nur geboren,Rückert
O wäre so mein Buch ein Becher jede Stunde,Rückert
O weh! nun liegt mein armes KindLenau
O weh! nun liegt mein armes KindLenau
O weh, betrogner Gast, der du der Göttin GlastRückert
O weh, Literatur wie breit bist du geworden,Rückert
O Weib, o nichts von einem Weibe!Lenau
O weilten wir in jenen Lüften,Lenau
O weine nicht, bin ich dir nun entschwunden,Lenau
O wenn ihr, Herr und Heer, wie Hirt und Heerde wärt!Rückert
O Werkzeug Gottes, du nicht wirkst, er wirkt durch dich.Rückert
O Werkzeug im Gewerk des Lebens wirke zu!Rückert
O wie du dich bethörst, wenn du den Leib zerstörst,Rückert
O wie gleichst du dieser Rose!Lenau
O wie mag dem Vogel sein,Lenau
O wie mochtest du die welke, bleicheLenau
O wie schwül und bangLenau
O wie sehn ich mich so bang hinausLenau
O wie sehnt ich mich zurück so bangLenau
O wie so eigen heut es mir zu Herzen klingt.Rückert
O wie still die Lüfte BöhmensLenau
O wie süß empfindet erLenau
O wie ward der Tod ein andrer,Lenau
O Wind, nach deinem RauschenLenau
O wollet euch der Stelle fromm begeben!Lenau
O Wunder, Eine Sonn’ ist Alles alzumal,Rückert
O wunderbarer Bau, o Herr des Baus und Meister!Rückert
O wunderbares Bild, o Kraft des Seelenlichts!Rückert
O wünsche nichts vorbei, und wünsche nichts zurück!Rückert
O zehr die Welt in mir nur auf mit deinem Glanz,Rückert
O Zeit! daß scheulos sich ans Tagslicht wagen Eulen,Rückert
O Zitterer, du mußt heraus trotz allem Zittern.Rückert