David, Karl Heinrich
* 30. Dez. 1884 in St. Gallen
† 17. Mai 1951 in Nervi
Komponist und Musikkritiker

Bühnenwerk

  • Die Bundesburg (C. A. Bernoulli), Festspiel für die schweizerische Landesausstellung in Bern 1914
  • Aschenputtel (Karl Heinrich David nach Grimm), Märchenoper 2 Akte, 1 Intermezzo (1919; 1921 Basel)
    DETAILS

    Mutter - Alt
    Rote Schwester - Sopran
    Schwarze Schwester - Alt
    Aschenputtel - Sopran
    Erster Kavalier - Bass
    Zweiter Kavalier - Tenor
    König Bariton
    Prinz - Tenor
    Hofmarschall, ein schwarzer Kavalier, Zwerg, Mondsscheinmännchen, eine Alte, Quibbelfritz, Moorhund
    Märchenzeit und -ort

    Die Bearbeitung des alten Märchens vom Stiefkind Aschenbrödel, das mit Hilfe von guten Geistern den schönen Prinzen gewinnt, behält zwar die Urform bei, geht aber im einzelnen eigene Wege. Wir sehen die aufgeblasene Mutter mir ihren oberflächlich eitlen und zanksüchtigen Töchtern, die puppenhaften Hofkavaliere und inmitten von all den aufgezogenen Kreaturen des höfischen Bombastes im Sohn eines menschlichen Königs ein menschliches Herz im Sehnen nach Liebe wachen und leben. In dem stiefmütterlich behandelten Aschenputtel nun schlägt ein verwandtes Herz und freundliche Mächte des Himmels und der Erde setzen sich dafür ein, die beiden Herzen zusammenzuführen. In einer neuen, sehr hübsch erfundenen Szene führt der Dichter die guten und bösen Naturmächte im Kampfe um Aschenputtel vor. Er scheut nicht davor zurück, die Sonnen- und Mondstrahlen zu personifizieren, läßt das Mondmännchen für Aschenputtel ein Kleid aus Mondstrahlen und dann von der Naturalten sogar eines aus Sonnenstrahlen weben. Der böse Moorhund entwendet dem Zauberkleid aber einen Sonnenstrahl, und so steht Aschenputtel, die durch das prächtige Gewand Einlaß zum Hofball erhalten und dort die Liebe des Prinzen gewonnen, plötzlich im Küchenkleid unter der Gesellschaft, wird verspottet und soll als Hexe verurteilt werden. Sie eilt fort und dem Prinzen bleibt als Erkennungszeichen nichts als ein Schuh, den das arme Mädchen auf der Flucht verlor. Aschenputtel ist nach Hause geeilt und liegt weinend am Herd. Die hochnäsige Hofgesellschaft dringt herein. Schon aber sind die helfenden guten Geister wieder da. Die Sternenkinder bringen ein neues Prachtgewand, bekleiden damit das Aschenputtel, der Prinz läßt nicht von ihr, da er ihr Herz erkannt hat, und so findet das Märchen auch hier den richtigen Märchenschluß: Prinz und Aschenputtel werden mit Zustimmung des Königs ein Paar.

  • Tredeschin (G. Bundi), (1917; Neufassung 1937)
  • Der Sizilianer, oder der Liebhaber als Maler (Karl Heinrich David nach Molière), Oper (1921; 1924 Zürich)
  • Traumwandel (Karl Heinrich David nach J. S. Turgenev), lyrische Oper (1924; 1928 Zürich)
  • Jugendfestspiel ( Gertrud Bürke), (1926; 1927 Zürich)
  • Weekend in der Stadt (Karl Heinrich David), vier Szenen mit Musik (ursprünglich: Die Brautschau, Sketch mit Musik) (1931-1934)

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